szmmctag

  • Bainan honela... ez zen gehiago txoria izango.

    Ich bin zu faul, um einen eigenen Eintrag zu schreiben, aber möchte doch zumindest einen Bruchteil von meinem Innenleben auch heute der Außenwelt mitteilen, daher paste ich nun einfach das, was ich eben dem Kanadier geschrieben habe. (Erwähnte ich ddosdall? Falls nicht, tue ich es wann anders; jetzt werde ich einfach die Mail hier hereinfügen.)

    Hey, see, this is what happens to me when uni starts.. I take ages to reply. I have no idea how you manage. Sure, I don't have a smartphone, that doesn't exactly help. I'm still shocked - where did all the time go?

    I think the transition is not as hard as you think. I used to find it impossible, too, but it's really quite easy, at least it is if you feel you and the person you're trying to get to know have enough in common and enough to talk about so it won't get awkward. In fact, even when you have nothing in common, you could learn from each other. I don't know if I'd bother getting to know someone without any common basis, but that's up to everyone.. It comes much more naturally when you do have one, of course. I feel so lucky because things are this easy for me nowadays. I mean, I'm not exactly the most popular person ever, but I never intended to, either. I think I could help you with that, but I need a concrete case and some background info on the respective people. :D

    My mom did the same with me, staying at home to raise me. She didn't go to university either, mainly because of her working-class family backgrounds - both my parents were the first ones in their families to even get the Abitur degree, so uni seemed kind of out of perspective. My mom would have loved to study Arts and English, but chose to be a banker instead to satisfy her parents. She gave up a pretty decent career for my sake, which she claims not to regret. Of course, my dad was always working so they never had that much of a financial problem. (No need to worry about a potential lack of problems though; my parents being themselves, they will never run out of problems.)

    I'm excited to report that my voice is almost back. :) Oh, and congratulations on your 66%, that's pretty good for a subject you hate, isn't it. I mean, it's only logical that others got better grades; they probably don't hate it as much and didn't have to work as hard as you in order to obtain them. That's how I feel about my grades in Linguistics. I'm rarely among the best ones there, but at least I know that what I do get is the product of some kind of effort which has to be made when dealing with something your heart isn't totally set on.

    Oh, the German educational system is way complicated. I could explain it to you in detail, but then, with all the changes going on at the moment, what I know is probably already outdated. They're drawing funds away from education though, that's for sure, and they pretend it's for the children's good when really it's only good for clearing their debts. I really am thankful for getting out before all this happened. At least my class was the last to have the system I told you about, the one where you specialize in some subjects which then account for a higher percentage of your final (Abitur) grade. Younger generations of sudents don't have this choice anymore, they can only choose between a couple different types of so-called profiles (scientific, linguistic, social and what not), each of which has a fix set of subjects. Poor them. And that's only the Gymnasien, the most academically oriented schools which take the longest time to finish. (It's so difficult to translate things into English when there's no exact concept to match them with.) There used to be.. oh whatever, it would take ages to explain and I'm sure you'd be bored to death by the time you're done reading.

    So glad I'm getting around to writing to you eventually. The last couple of evenings I just kind of fell into bed and did nothing but sleep immediately. Today, I technically had a day off, but went to uni for a one-on-one practice session with my Basque teacher, which lasted 3 hours. (We meet up once a week just so I can practise speaking a bit. He's amazing, I can't believe he does this for me. Outside uni, I'd have to search for ages to even find someone that speaks Basque, and then pay them a fortune for, say, half an hour of conversation. He does it for free, and he offered the rest of the class to come along, but sure enough, no one but me was motivated enough.) Then I went to work, and the day was over just like that. Now I'm in bed with my computer and a bottle of my favorite wine. Life is wonderful.

    Maybe I'll go play the guitar for a bit. It's only 9pm here (the same it is in Tuscany), so I can still be noisy for a while :)
    I've been meaning to ask you what kind of music you like. It is such an essential part of my life, and I recall you said you really love it too.

  • Das Wort zum Sonntag

    Wie gut, dass ich Marie habe, die mich dazu bringt, mitten in der Nacht bei (wenn überhaupt) knapp über null Grad im schlimmsten Regen mit ihr containern zu gehen. Wie gut, dass ich sie habe, sonst hätte ich jetzt ein paar Tüten Hefeteig weniger und würde nicht am Samstag für unsere Einweihungsparty Brötchen machen.

    Und wie gut, dass ich Sarah habe, mit der ich einen ganz wunderbaren Hausflohmarkt am 22. Dezember veranstalten werde, auf dem wir alles an Sachen loszuwerden versuchen werden, das wir durch unsere Kopenhagen-Fahrt aus unseren Schränken aussortieren mussten. Und dazu verkaufen wir Kuchen und Tee und vielleicht ja sogar Glühwein, man wird sehen. Wie ich mich da schon drauf freue, man glaubt es gar nicht.

    Und wie lustig es vorhin war, als Trudi mit Hannes und zweien ihrer neuen Kumpels zu mir hereinkam, sich alle im Zimmer verteilten und wir einfach anfingen, Musik zu machen. Wie gut, dass ich mein Keyboard habe (und wie schön, dass endlich mal wieder jemand vorbeikam, der damit umgehen kann, anders als ich - ich schaff' es in diesem Leben nicht mehr, mich mit elektrischen Klavieren jeglicher Art anzufreunden). Abgesehen von dem begnadeten Pianisten gab es noch einen Österreicher, Jakob, der Boulevard of Broken Dreams auf der Gitarre konnte und offenbar gerade angefangen hat, Life Science zu studieren. Ich habe ihn gefragt, wie es sein kann, dass er noch ein Leben hat; generell ist es doch eher so, dass Life Science einem selbiges eher restlos aussaugt als sonstwas.

    Ich hab' dann jetzt mal Wochenende. Heute wird gearbeitet bis 6pm; danach gehe ich mit Marie beim Norma und beim Großhandel nochmal müllern, um ihr die Spots zu zeigen, dann machen Sarah und Peruaner-Pedro und ich eine Stadtführung mit (macht ja nichts, dass ich seit drei Jahren hierbin; besser spät als nie) und danach treffen wir uns dann wohl wieder mit Marie und ihren Mitbewohnern und dazu Lena und noch einer Sarah. Hach, ich freue mich. Es sieht zwar aktuell so aus, als würde ich mit meinem Vorhaben, immer alles schön nachzubereiten und so weiter, mal wieder restlos versagen, aber momentan zumindest nicht aus Faulheit, sondern durch akuten Überfluss an Leben.

    Es ist momentan schrecklich, mit Sarah über Kepa-Pedro zu reden. Ich fange allgemein eh nicht damit an, aber wenn es dann doch mal aufkommt.. Uff. Da kommt wieder meine allerfürchterlichste Seite zum Vorschein. Ich könnte mich glatt schon wieder verabscheuen, wie ich jedes Mal anfange, mich zu verstellen. Aber was soll ich machen? (Eh immer wieder ne gute Frage.)

    Analysieren wir das grad mal durch. (Ich gehe jetzt einfach mal mit hundertprozentiger Sicherheit davon aus, dass said person diese Ecke der Welt momentan und überhaupt NICHT frequentiert. Und, falls doch, getreu ihrem Wort jetzt schleunigst das Weite sucht, weil ich kurz lästern werde.) (Nire zorte ona ez überstrapaziereko, vorsichtshalber, beste línea batzuk emango dizkizut para dejar de leer - und falls das jetzt richtig ist, hab' ich gerade das erste Mal in meinem Leben eine Nor-Nori-Nork-Form selbst gebildet, man darf mir auf die Schulter klopfen.)

    Also, ich mag ja den Kepa-Pedro ziemlich gerne. Oder zumindest phasenweise, wie zum Beispiel, wenn er da ist oder wir schreiben oder ich gerade mit zu viel Zeit in meinem Zimmer rumhänge und nicht kreativ genug bin, mein Leben sonstwie durcheinanderzubringen. In jedem Fall aber ist Sarah nicht diejenige, der ich das verkünden sollte, weil sie ihn ja bekanntlich eine Zeitlang auch mal ziemlich gerne mochte, was überhaupt der Grund für das ganze Debakel ist, weil alle Zeichen darauf hindeuten, dass meine Verdrängungskünste da mal wieder Meisterleistungen vollbracht haben, ohne mich vorher zu konsultieren.

    Das dazugehörige Skypegespräch mit Janine vom 30. September gibt's gratis dazu, um mich nicht schon wieder unnötig in die Materie reinschreiben zu müssen. Ich kann gar nicht glauben, dass wir eine zehnminütige Unterhaltung über etwas hinbekommen haben, das ich beim besten Willen nicht vorhabe zu dramatisieren. Ich mach' kein Drama mehr, ich hab keinen Nerv mehr auf Drama und überhaupt, eh ich mich's verseh, kann ich wieder klar denken und alles wird wieder wunderbar sein.

    So oft hintereinander habe ich noch nie einen Menschen "Ja, Mensch" sagen hören wie Janine an dem Abend.

    Dies ist übrigens auch eine wunderbare Gelegenheit, mich in einem Gespräch zu erleben, in dem ich blockiert bin. Wobei ich schon ziemlich gut dagegenhalte, muss ich sagen. Ich hab' immerhin einige Sachen gesagt, die mir nicht ganz gefallen. Mir ist gerade erst aufgegangen, dass mein Blockiertsein eigentlich immer etwas damit zu tun hat, dass ich mich dagegen sträube, wirkliche Schwäche zu zeigen. Die Art, die ich mir selbst am liebsten nicht erlauben würde zu haben. Ich glaube, das ist ein Punkt, an dem ich in einem wacheren Zustand mal ansetzen und arbeiten sollte.

    Man beachte auch Peruaner-Pedros Gastauftritt am Ende. Er fragte mich danach erstmal, was ich da eben von wegen peruanischem Akzent gesagt hätte.

    Wie wunderbar dieser Mensch vorhin auf meinem Keyboard gespielt hat, es war schon nicht mehr normal.

    Hunger.

    Todmüde. Und Arbeit morgen, den ganzen Tag. Ich erwähnte..

    Wird Zeit, dass ich ins Bett komme.

    Morgen lege ich Paprika ein. Ich freu' mich jetzt schon drauf. Fast so sehr wie aufs Schlafen.

  • Uni und Panik

    Alright! Ein Teil des Unitages liegt schon hinter mir - Sprachkontakt heute Früh war wirklich gut, als sich nach einer Dreiviertelstunde der Dozent tatsächlich bequemte zu erscheinen. Er wird seinem Ruf absolut gerecht, sowohl was seine wunderbare lockere, fröhliche, menschliche Art als auch was seine absolute Verpeiltheit anbelangt. Das ist mal ein Wissenschaftler nach meinem Geschmack; warum sind sie so rar, warum nur?

    Gleich geht es wieder ab in die Uni, zu Sanskrit und Euskera. Wie ich mich drauf freue, oh ich freue mich so sehr auf Euskera, whoop-whoop! Fast schon so sehr, dass es die Panik durchdringt, die ich aus irgendeinem Grunde seit ein paar Stunden wieder habe. Dabei kann ich absolut keine Panik gebrauchen; Panik macht so müde, und ich bin doch wirklich früh genug aufgestanden...

    Entspannen wir uns. Es ist so ein komisches Gefühl, wenn man auf einmal feststellt, dass man am ganzen Körper verkrampft ist. Schultern hoch, Zähne zusammengedrückt, Bauch angespannt, das ganze Programm. Ich laufe einen Großteil meiner Zeit solcherart verkrampft herum - solange ich Panik habe, und in größeren Gruppen, muss ich mich immer mal wieder bewusst entkrampfen.

    Vielleicht habe ich ja auch Panik vor Euskera, weil ich nichts mehr kann. Vielleicht habe ich davor Panik, dass Daniel anfängt, mich zuzulabern, und ich so schnell keinen gescheiten Antwortsatz zusammenbekomme. Vielleicht aber auch nur davor, den Bus zu verpassen. Oder die restliche Syntax-Hausaufgabe im Hinterkopf, zusammen mit der Tatsache, dass ich noch aufräumen und saugen muss. Vielleicht der Gedanke daran, dass ich Löcher in die Wand bohren werde und gar nicht wirklich weiß, ob ich das hinkriege. Vielleicht die Tatsache, dass wir unsere Einweihungsparty am Samstag feiern und noch rein gar nichts dafür geplant oder vorbereitet haben, Trudi aber schonmal vorsichtshalber 30 Leute eingeladen hat und ich auch schon ein paar bescheidgesagt habe. Man weiß es nicht. Die Wege der Panik sind unergründlich.

    Müsste ich nicht in einer Viertelstunde aus dem Haus, würde ich mich glatt nochmal zum Schlafen hinhauen.

  • Keeping Up

    Alles geschafft! Ich bin zwar mit der Syntax-Hausaufgabe noch nicht ganz fertig, aber das mache ich morgen - in der Zeit kann ich Lisa wegen der Klammerverben fragen - warum ist Deutsch auch so bescheuert und nimmt alles Mögliche an Satzbausteinen mit seinen dämlichen zweigeteilten Verben in die Zange, wie soll man den da einen gescheiten Baum zusammenbekommen. Ich bin ja froh, dass ich es halbwegs fürs Englische hinbekomme.

    Aber immerhin war ich heute schon zwei Mal in der Uni. Wenn auch beide Male zu spät, aber was soll's, letzten Endes wird es doch eh jedes Mal wieder so werden, dass ich diejenige bin, die sich zehn Minuten nach Seminarbeginn schuldbewusst das Gesicht verziehend einen Platz zwischen den Kommilitonen sucht. Wenn ich nur alles so perfektioniert hätte wie dieses schuldbewusste Gesicht. Übung macht wirklich den Meister.

    Außerdem habe ich es zu der Haushaltsauflösung geschafft. Ausbeutentechnisch war es weniger sensationell als meine letzte, aber ich habe mich noch ein wenig mit dem Typen unterhalten, der die Aktion da gemanagt hat - er war einfach so unfassbar freundlich und sympathisch und hat mit jedem, der kam, einzeln geredet und ich habe einfach jetzt noch ein fröhliches Gefühl, wenn ich an die paar Minuten denke, so schön war das. Mir fällt jetzt erst auf, dass er perfekt zu Tobi und Phillip und Raphael und den anderen geldfreien Foodsavern passen würde; er brachte auch dieses Leuchten mit.

    Bei der Tafel gab es unendlich viel abzuholen, daher kam ich zu spät zu Türkisch. Aber da ich bereits drei Türkischkurse mit Hasan Bey hinter mir hatte, wusste ich genau, dass es auf 10 Minuten früher oder später bei ihm nicht ankommt. Und richtig - ich duckte mich herein, schuldbewusstes Gesicht und ein leises "Merhaba... Affedersiniz" inklusive (was so ziemlich alles zusammenfasst, was nach einem Jahr Pause von meinen nie sonderlich ausgeprägten Türkischkenntnissen noch übrig war) und wuselte nach hinten auf einen freien Platz und stellte fest, dass bislang genau drei Sachen an der Tafel standen. "Ne var ne yok?", "İyilik" und noch irgendein kleines Förmelchen. Da waren sie ja weit gekommen in der Viertelstunde Türkisch IV.

    Eine Reise durch vollstgestopfte Busse und ein neues 50€-Studi-Ticket für dieses Semester später war ich dann auch mal wieder zu Hause, machte mir was zu essen und mich selbst an die Syntaxaufgaben, dann rief mich Sarah an und auf einmal ist es elf Uhr - Hilfe, ich muss ins Bett, wie soll ich denn sonst morgen den Bus um 7.51 erwischen? Wie grausam das Leben doch sein kann.

  • Leben und Lernen - ein Wiederanfang

    Wichtige Erkenntnis: Die Verwirrung wird immer dann schlimmer, wenn ich nichts zu tun habe. Ich bin gar nicht verwirrter als sonst; ich habe einfach nur viel zu viel im Bett gehangen und ins Verwirrtsein Zeit investiert. Vermutlich erklärt das (unter Anderem) auch meinen suboptimalen Grundzustand in Vitoria.

    Noch eine wichtige Erkenntnis - und die ist wirklich wichtig - ich hatte für kurze Zeit vergessen zu arbeiten. Ich hatte die unsagbar elementare Tatsache aus den Augen verloren, dass ich für mein Wohlbefinden was tun muss. Und mich dann gewundert, wieso ich den dritten Abend in einer Woche mit einer Flasche Wein im Bett verbringe. (Wie übrigens ebenso den Großteil der restlichen Abende, die dann nur ohne Wein.) Diese Arbeit hört nie auf. Es ist ja durchaus angenehm, den Schwung auszunutzen und für eine Weile aufzuhören zu treten, aber irgendwann gerät man doch unweigerlich ins Wanken.

    Al diese Einsichten bescherte mir dieser Abend mit den Foodsharing-Leuten, die und noch einige mehr. Und nicht nur die Einsichten, sondern den therapeutischen Effekt einer einzigartigen Mischung aus Foodsharing-Treffen, anschließendem Kochen und Musik. Lorenz, einer unserer relativen Neuzugänge, ist ein wunderbarer Musiker und schnappt sich bei jeder sich bietenden Gelegenheit eine Gitarre. Wir haben schon auf Rajas und Katjas Abschiedsparty zusammen gesungen. Und Fabi, Thomas' Mitbewohner (Thomas ist der Foodsaver, bei dem wir nachher gekocht haben, und auch einer derjenigen, die ich durch meine ewige Abwesenheit heute erst persönlich kennengelernt habe), konnte Of Monsters and Men spielen und bereitete mir somit die erste Mitsinggelegenheit des Abends. Es war herrlich. Ich habe My Head is an Animal mit jemand Fähigem gesungen, ich kann es noch gar nicht glauben. Tragischerweise gingen uns beiden nach dem ersten Chorus die Textkenntnisse aus.

    Und so wurde mir klar, dass der Semesteranfang, beispielhaft eingeläutet durch diese Rückkehr ins Foodsharing-Umfeld nach langen, langen drei Monaten, für mich eine Chance ist, wieder in den alten Trott meines neuen Lebens zurückzufinden. Und drinzubleiben. Der Trott ist ja gar keiner im eigentlichen Sinne; er besteht ja nur aus Leben und Lernen, aus möglichst viel Leben und möglichst viel Lernen.

  • Genug des Gammelns...

    Jetzt fängt das Leben wieder an. Nach dieser Woche kann ich mich fast schon selbst davon überzeugen, dass das auch ganz gut so ist; ich habe ewig nicht mehr so hardcore gegammelt.

    Heute Abend gibt's ein Riesen-Foodsharing-Treffen, auf dem ich einen ganzen Haufen neue Leute kennenlernen werde - ich war ja über Monate nicht mehr bei Treffen und habe die ganzen neuen Mitglieder bisher völlig verpasst.

    Und morgen fängt die Uni wieder an. Stilvoll mit Syntax II, was gibt es Schöneres. Oh, richtig, so ziemlich alles auf der Welt. Mittags ist mein Tafel-Abholtermin und danach gehe ich arbeiten. Uääägh... Ich glaub', ich bin doch nicht wirklich überzeugt, dass das gesund ist.

    Und ich bin verwirrt. Aber wann bin ich das nicht.

  • Hunde und Katzen

    Dieser Kaffee um drei Uhr nachmittags war definitiv zu stark.

    Er war wirklich zu stark. Und überflüssig außerdem.

    Aber lecker. Und ich hatte den ganzen Tag blendende Laune, als die Panik erstmal wegwar.

    Und ich habe mir jetzt den Wecker auf 9.56 gestellt (und sag nichts, immerhin mache ich inzwischen Schritte auf der Rolltreppe; es darf applaudiert werden. Wirklich, das war Arbeit.) und gehe dann jetzt mal ins Bett.

    Und bin gut gelaunt. Leckerchen, ich liebe Leckerchen. (Die Chips waren übrigens auch grandios, auch wenn es ewig gedauert hat, sie zuzubereiten.) Wieso eigentlich liebe ich Katzen so, obwohl ich ziemlich eindeutig ein Hund bin. Oh, ich weiß - weil ich am liebsten eine Katze wäre.

  • Bananen mit Spots

    Eigentlich wollte ich schlafen, aber ich gehe doch lieber Chips in der Mikrowelle machen. Oder versuche es zumindest.

    Lena war hier bis vor einer halben Stunde; ich habe ihr meine stattliche Sammlung an perversen Videos gezeigt (nein, keine Pornos, es geht noch weitaus perverser - ich habe sie alle von Robert, der hat sie alle von seinem Kumpel Tim und das erklärt die Perversität der Videos) und sie hat mir Spider Dog und einen veganen Bodybuilder gezeigt, der sich für was ganz was Tolles hielt; es war schön.

    Meine linke Mandel macht Terror. Nicht auch das noch.

    Chips rufen.

  • Igeltum

    Ich habe den Vormittag mit Buch im Bett verbracht, faul und gammelig - wie es sich für die letzte Woche Ruhe vor dem neuen Semester gehört - Berri Txarrak hörend und süßes Brot essend, das ich Montag von der Tafel gerettet habe. War gerade kurz in der Stadt und kam zum ersten Mal durch meine heute Vormittag eingebaute neue Haustür rein. Und schon bin ich zurück im Bett. Draußen ist es so weiß heute, als wäre es schon Dezember, und für einen kurzen Moment bot mir der Anblick des reflektierten Lichts auf dem kahlen Birnbaum vor meinem Fenster einen Vorgeschmack auf die nahenden verschneiten Wintertage.

    Zum Glück ist es noch nicht ganz soweit; ich habe gerade vorgestern die allererste Tomate an einer meiner selbstgezogenen Pflänzchen erspäht und würde mich unsagbar freuen, wenn sie noch die Chance hat, dick und rot zu werden, bevor hier die Eiszeit eintritt. Meine erste selbstgemachte Tomate! Ich bin so glücklich darüber, das glaubt man gar nicht.

    Jetzt habe ich Panik, seit einer unendlich langen Zeit mal wieder, und natürlich keine Ahnung, wo sie herkommt. Hätte sie nicht schon angefangen, bevor ich begonnen habe zu schreiben, würde ich annehmen, ich fürchte mich vor dem Winter. Aber nein, den überlebe ich schon. Ich bestell mir Long-Life-Teelichter und mache mir meinen Raum warm und gemütlich und höre Musik und buddele mich ein und bekomme von der ganzen Kälte und dem Grau da draußen gar nichts mit. Winterschlaf wäre was Feines; ich hab' in letzter Zeit unfassbar Lust auf Winterschlaf, aber leider bin ich ja kein Igel. Ich mach' mir ein Feuerchen, dann wird das schon. Mampfe Cashews und backe Kekse. Das wird schon.

  • Einäugige Machenschaften

    Ach, ich glaub's ja gar nicht. Schon wieder ewig und drei Tage mit Becci geredet, und auf einmal ist es so irre spät und sie ist lieber mal ins Bett, um ihren Schlafrhythmus nicht gänzlich durcheinanderzubringen. (Ich muss immer an den Ukumensch denken, wen ich Rhythmus schreibe, weil er sich irgendwann mal vertippt hat und.. egal.) Ich hab ne Flasche Wein getrunken, weil ich nunmal latent alkoholikerisch angehaucht bin, aber was soll's. Trudi kam grad nach Hause. Und ich hab das erste Mal heute Oil Pulling ausprobiert. Ich muss mir dringend mein eigenes Kokosöl bestellen, nicht dass ich ihr alles wegpulle.

    Meine Finger sind etwas schwer, aber ansonsten klappt es super mit dem Tippen, was ich ja wieder beunruhigend finde. Oh je, oh je.

    Ich hab mit Becci so viel über Demenz geredet. Deprimierend wäre das, wenn ich nicht wüsste, dass ich es hoffentlich morgen wieder vergessen habe. Nein, das ist gar nicht ironisch, kein bisschen.

    Ich habe Sarah vorhin Erkältungstee gebracht, weil es sie jetzt auch erwischt hat. Jeder, dem ich im Laufe der letzten Woche begegnet bin, scheint jetzt erkältet zu sein. Ich fühle mich schuldig. (Gut, dass ich zumindest nach den Buchstaben suchen muss, bevor ich sie treffe.)

    Ich kann mich jetzt schon nicht mehr an die Unterhaltung mit Trudi erinnern. Oh je.
    Und Becci und ich haben über Bachelorarbeiten geredet. Vielleicht wird es nicht ganz so schlimm, wie ich befürchte. Ich muss nur Maialen fragen.

    Warte, vielleicht kann ich mich doch erinnern. Sie hat die Tür aufgemacht und etwas über Essen gesagt. Und dann hat sie gefragt, ob sie sie wieder zumachen soll. Uiuiui, was für ein Gedächtnis.

    Langsam schaffe ich den H-Dur-Griff. Den brauche ich für Haizea.

    Vielleicht muss ich morgen nicht zum Obdachlosenheim, wenn Ilmari geht. Dann kann ich einfach den ganzen Tag hier gammeln, das wäre auch nicht übel.

    Ich geh mal Zähne putzen.

    Am liebsten würde ich Kepa-Pedro schreiben, aber der ist am Hardcore-Curlen oder Sonstwas-Tun und kann mir selber schreiben, wenn er Zeit hat. Meine erbärmlichen Tage sind vorbei, möp.

    Um die Tippfehler rauszukorrigieren, hilft es, einfach ein Auge zuzumachen.

  • Silvester mit Menschen

    Wie schön! Ich habe gerade ewig mit Becci geredet. Zumindest war es für unsere Verhältnisse ewig, und ich bin glücklich, berichten zu können, dass sie wirklich mit dem Gedanken spielt, an Silvester auch zu mir zu kommen. Somit hätte ich Robert, Caro und Saskia mit einem eindeutigen Ja, Janine mit einem sehr zu Ja tendierenden Vielleicht, Becci mit einem von äußeren Umständen abhängigen Eventuell, prinzipiell aber Ja. Dazu noch Beccis Freund Chris, falls Becci kommt, und Caros Münchener Freundin Susi. Natürlich hoffe ich, dass auch Trudi hier ist zwischen den Jahren, und falls mir Peruaner-Pedro nicht einen Strich durch die Rechnung macht und mit Sarah irgendwo weit wegfliegt, auch die beiden. Lisa werde ich noch fragen, und Marie auch. Lena wird eh weg sein. Und JO muss ich noch fragen. Vielleicht Simone noch? Man kann ja nie wissen; vielleicht hat sie ja wirklich Lust und Zeit. Und Laura habe ich mit einem ganz eventuellen Ja verzeichnet, sofern sie nicht aus Russland Besuch bekommt - ich glaube, das würde den Rahmen hier sprengen.

    Das sind also im schlimmsten Fall bis jetzt zehn Personen, die ich über mehrere Tage hinweg bei mir im Haus unterbringen werde - das wird lustig. Vielleicht könnten Trudi und ich Zimmer tauschen für die Zeit, ihres ist doppelt so groß wie meins und kann mindestens 6 Leute mit Leichtigkeit beherbergen, und ein paar mehr immer noch ohne Probleme. Wohingegen es bei mir drin schon mit 4en eng wird.

    Wow. Wenn ich an letztes Jahr Silvester denke, wo ich am Rande der Vereinsamung in Vitoria festsaß mit der Aussicht, den Jahreswechsel entweder vollkommen allein oder aber bei Skype mit dem Ukumensch zu verbringen, was zugegebenermaßen nicht das Furchtbarste war, was ich mir vorstellen konnte, aber schon ein Unterschied zu jetzt. Kein Wunder, dass ich durchgedreht bin da unten. Daniel von EP (Wer? Uff, lange Geschichte. Aber kurz gefasst ist es ein Kanadier, den ich vor zweieinhalb Jahren bei Experience Project aufgetan und angeschrieben habe, woraufhin sich eine skurrile Unterhaltung im Halbjahrestakt entwickelt hat, bis ich auf die Idee kam, ihm meine E-Mail-Adresse dazulassen. Daraufhin bekam ich dann völlig unerwartet tatsächlich eine Mail von ihm, die ich einen Monat danach sogar bemerkte und dann zügig beantwortete; seitdem schreiben wir uns ungefähr jeden Tag Mails. Er ist interessant; mehr wie ich, weniger wie Andere) hat Recht, für mich sind meine Freunde auch die Welt und ich geh ein ohne sie, selbst wenn ich versuche, mein Glück nicht zu sehr von Personen abhängig zu machen.

    Oh Shit. Ich muss ins Bett, sonst komme ich nachher nicht rechtzeitig zur Post und Lauras Brief kommt zu spät an.

  • Lost in Digitalization

    Ich bekomme wieder Lust, Briefe zu schreiben. Nichts Tolles, einfach nur irgendwelche Dummheiten auf ein Papier schreiben, weil sie mir nunmal gerade so einfallen, und abschicken und damit jemandem zeigen, dass an ihn gedacht wird. Und sei es nur, dass ich lachen musste, mitten in der an sich unlustigen Tätigkeit des Zerschnibbelns zum Gefrorenwerden bestimmter grüner Paprika und deren Einfüllens in Tupperdosen, weil mir irgendein winziges Detailchen in den Sinn kam, irgendwas.

    Aber nö. Die Leute sind eh zu beschäftigt, um zurückzuschreiben. Oder tun es aus anderen Gründen nicht. Wie schön es wäre, wäre das nicht so. Ich hab' schon einige wunderbare Briefe bekommen in meinem Leben, aber so selten und nie wirklich random. Aber meinen Brief über die Paprika schreib' ich nicht. Dessen hypothetischer Empfänger meinte mal (wenn auch in anderem Zusammenhang), ich brauch ihm nichts schicken, höchstens nen Liebesbrief vielleicht. Was an sich ironisch genug ist - als würd' er den wirklich haben wollen, immerhin bin ich diejenige mit dem Crush auf ihn, nicht andersrum. In erster Linie aber bin ich müde und geh' schlafen und bin dankbar, dass ich meine Müllkippe hier habe, auf der ich meine Schreiblust zumindest in digitaler Form ausleben kann.

  • Horizonterweiterung

    Jetzt kann ich schon ganze 10 Devanagari-Buchstaben. Wenn das so weitergeht, habe ich bis zum Semesteranfang schon die halbe Sanskrit-Sprache gelernt, haha.
    Maybe not. Marie, mit der ich eben ein köstliches Mahl aus unseren gestern containerten Schätzen verzehrt habe, fragte mich, ob es nicht eine unkomplizierte Sprache sei, das Sanskrit. Ich habe ihr ungefähr entgegnet, dass man es so sagen könnte, wenn ihr 92 Verbformen allein fürs Präsens, ein fremdes Alphabet und Tausende Ligaturen und Spezialgeschichten in der Schrift unkompliziert erscheinen.

    Aber Marie ist super. Ich war ja auch gestern Abend bei ihr in der WG, zusammen mit Peruaner-Pedro und Lena, wo wir einen Spieleabend mit ihren Mitbewohnern veranstaltet haben und ich mir gleich zwei potenzielle neue Bandmitglieder an Land gezogen habe, wie ich Sarah eben schon voller Begeisterung mitgeteilt habe. Mal gucken, was sie sagt, wenn sie die Nachricht liest.

    Langsam ist auch meine Erkältung wieder am Abklingen und ich hoffe, demnächst meine Stimme wiederzuerlangen, um auch mal wieder ordentlich Musik machen zu können. Ich stümpere hier ab und an frustriert mit der Gitarre herum und verfluche mich für meine Unfähigkeit, ansonsten bleibt mir momentan nicht viel.

    Wie mir vorhin auffiel, werde ich die ganze nächste Woche nicht arbeiten. Was für ein herrliches Leben ist das bitte, ich habe eine ganze Woche frei!

    Sarah und Peruaner-Pedro und ich gehen demnächst zum Auftritt eines unfassbar berühmten peruanischen Tenors nach Bregenz. Ich kann nicht glauben, dass ich 65 Euro für diese Unternehmung bezahlen werde, aber nichtsdestotrotz bin ich gespannt darauf und wie immer froh über eine solche Gelegenheit zur Horizonterweiterung.

    Unsere Weihnachtsmarkt-Tour sind wir auch schon am Planen.

    Und, was ziemlich unglaublich ist: Innerhalb sehr kurzer Zeit habe ich von drei verschiedenen Menschen positive Reaktionen auf Ken Zazpi geerntet. Continuous exposure scheint sich wirklich auszuzahlen. Und weil ich in den letzten paar Wochen gefühlt so viel Euskera vergessen wie davor in einem halben Jahr gelernt habe, gehe ich jetzt einfach mal wieder diszipliniert sein und übersetze mir Argiak weiter.

  • Hey There (Gravity's Overrated)

    Es ist da. Ich hab' jetzt wirklich alles an zusätzlichem Zeug, das ich noch hätte reinmachen sollen oder können, einfach weggelassen. Der Upload hat die Qualität verhunzt. Es ist von vorne bis hinten lückenhaft und qualitativ schrecklich. Aber es ist da. Ganze zwei Jahre und einen Tag nach der Entstehung seines Grundgerüstes.

    Zufall.

  • Ich kann es. ICH KANN VERGESSEN!

    Niemals, nicht in dreitausend Jahren hätte ich das für möglich gehalten.
    Es tut mir saumäßig leid, aber ich muss schon wieder spammen, mit einer noch umwerfenderen Festsstellung als der ganze Rest.

    Dieses Jahr bin ich geheilt.

    Es waren da Zahlen und Tage. Achter Oktober, Neunter Oktober. Alles, woran ich gedacht habe, waren - allerhöchstens - meine beiden ersten Green Day-Konzerte, damals vor fünf Jahren in einer anderen Welt.

    Nur das. Kein Şahin, kein Drama, kein Garnichts.

    Ich kann es nicht glauben.

    Ich habe es vergessen.

    Ich musste erst meinen eigenen Blog lesen, in meiner eigenen gestörten Vergangenheit wühlen, mich von meinem eigenen vergangenen gestörten Ich selbst dran erinnern lassen.

    Ich habe es einfach vergessen.

    Nichtmal heute, wo ich seit vor acht Uhr wirklich ununterbrochen Zeit hatte zu denken, habe ich dran gedacht.

    Es geht mir gut. Meine Welt ist in Ordnung. Sie ist buchstäblich in Ordnung.

  • Next Stop: Namibia.

    Und noch eine Verkündung an die Welt: HABE NAMIBIA-FLUGTICKETS GEBUCHT! Es ist offiziell, I'm SO going to Namibia. Malariamücken des Etosha-Nationalparks, nehmt euch in Acht, ich komme, um euch alle abzuschlachten!

    Dafür habe ich sogar meinem Ausbildungskonto Geld abgezapft, aber das bekomme ich bald zurück, wenn Trudi mir ihre Schulden wieder überweist. Ich konnte es jetzt einfach nicht mehr abwarten. Und das Wunderbare ist, ich arbeite zwei Monate und habe es alles wieder drin! WHEY, WHEY, WHEYHEYHEY, das wird was, ich sag's dir. Oooh, ich will, dass das Semester um ist und ich gleich schon losfliege.

    NAMIBIA!

    Und noch kurz ein paar skurrile Nachrichten aus Vitoria: Als Saskia am Wochenende hierwar, hat sie mir erzählt, dass William (mein Ex-Mitbewohner) mit Dani (meinem Ex-Mitbewohner 2) zusammen ist. OH MY GOWE, das ist doch gar nicht möglich, seit wann ist Dani schwul? Richtig, sagte Saskia dazu, er war's auch vorher nicht.

    Jetzt war ich eben schnell in der Stadt und habe mir Brot und zwei kleine, längliche gelbe Kürbisse aus dem FairTeiler geholt und dabei beschlossen, nie, nie, nie wieder Fahrrad zu fahren, wenn ich krank bin. So eine Hölle; ich hab' es kaum den Berg raufgeschafft, beim Ausatmen haben sich Feuer in meiner Luftröhre entzündet und als ich oben war, schmeckte es in meinem ganzen Mund super widerlich nach Lunge. Ich kam zurück und habe erstmal kalt geduscht - nicht weil ich wollte, sondern weil wir momentan aus irgendeinem Grund kein warmes Wasser haben.

    Ab jetzt wird einfach wieder schön gegammelt und weiter Sanskrit-Buchstaben gelernt; die ersten 5 kann ich schon. Aber wenn man bedenkt, dass das, was ich hier tippe, letzten Endes genauso vom Sanskrit abstammt wie die Hunderte andere indogermanische Sprachen, finde ich, es ist den Aufwand schon wert.

    WUHU, NAMIBIA!

  • Tee in der Matrix

    Ich bin gerade zu der erhebenden Einsicht gekommen, dass einige Schritte weg vom geldverbundenen Konsum mit einem hochgradig geringen Aufwand zu erreichen sind, so gering, wie es nicht einmal mir je bewusst war. Ich bin dahintergekommen, dass uns allein das Wort "Verzicht" die riesigsten Steine in den Weg legt, und dass dieses Wort eine Lüge ist und bei uns im Hirn so felsenfest manifestiert, dass es Jahrzehnte dauern kann, bis wir das üble Konstrukt aktiv abgebaut haben. Dass die Gesellschaft mit absurden Standards lebt, und dass so oft hinter dem "ja, aber ich müsste auf so Vieles verzichten" eigentlich steckt, "ich würde mir so Vieles nicht mehr zuführen, was mir schadet".

    Das sind jetzt wirre Worte, das ist mir bewusst; das ist kein fertig ausformulierter Gedanke, sondern einfach das schnelle Dokumentieren meiner (späten) Erkenntnis dessen, was sich die Menschen heutzutage vorleben. Manchmal habe ich so lichte Momente, in denen mir auf einmal klar wird, wie allumfassend auf der einen und zerbrechlich auf der anderen Seite das Gespinst eigentlich ist, in dem wir alle leben. Es ist eine Matrix. Wir sind die Matrix. Es erfordert nur einen einzigen Klick, ein Umschalten der Gedanken, um sich das vor Augen zu führen.

    Es kam eigentlich dadurch, dass ich im Garten war und wieder darüber nachdachte, den Salbei und die Zitronenmelisse vor dem Winter zurückzuschneiden. Darüber kam ich dann auf unsere Teevorräte und darauf, dass ich mir eigentlich mit den Kräutern aus unserem Garten genug Tee für den Rest meines Lebens machen könnte. Dann dachte ich, naja, aber dann hätte man eben nur noch Kräutertee im Haus. Und dann dachte ich, aber was gibt es auch Gesünderes. Selbstgemachter Tee und nix industriell Gefertigtes. Und meine getrockneten Apfel-Grapefruit-Stückchen habe ich ja auch noch.

    Also, liebe Welt, höre meine Verkündung: Ich kauf' mir nie wieder Tee, solange ich meine Kräuter habe.

  • Im Notfall ein Härteanfall

    So war ich allso eben mit Sarah und Peruaner-Pedro Sarahs Geburtstag feiern, was sehr schön und sehr lustig war, kam dann nach Hause und sagte zu Trudi, wir könnten uns in jedem Fall morgen betrinken. Entweder trinken wir auf ihre Prüfung, die sie ganz bestimmt gut machen wird, oder aber auf ihren Härteanfall. Oh je.

    Ich glaube, ich mache jetzt ein Video für Hey There und lade es zu Youtube; mit gefällt es auch ohne Sologedöns und mit meinen Kenntnissen wird das eh nur katastrophal und ich kann es gleich lassen.

    Ich gehe mit Sarah bei Mamas Vernissage Musik machen. Und ich werde meine Flugtickets für Namibia buchen, vom 19.2. bis zum 13.3. voraussichtlich, wenn es nicht günstiger ist, am 12. zurückzufliegen. Das wird wunderbar. Und mein Gewissen ist auch bereinigt. Sie war wirklich am Boden zerstört, als ich ihr gesagt habe, dass ich nicht kann, weil ich im Urlaub sein werde. Aber drei Wochen müssen reichen. Kepa-Pedro wollte ja eh nur zwei Wochen mitkommen. Peruaner-Pedro und Sarah sind entsetzt von meinem Couchsurfing-Plänen - wer hätte es gedacht - und ich glaube, ich habe ihn erfolgreich davon abgeschreckt, überhaupt mitkommen zu wollen, was aber überhaupt nichts ausmacht, weil er seine Urlaubstage bestimmt auch irgendwie anders wunderbar loswird und dann sich nicht den Strapazen des Couchsurfuing und (Hitch-) Hiking in Namibia hingeben muss, einem Land, wo er sowieso ja eigentlich gar nicht hinwollte. Ich bin froh drum. Solange ich mit Kepa-Pedro rechnen kann, ist alles gut. So ganz alleine würde es mir wohl doch langweilig werden. Und er bringt die nötige Spontaneität mit und wird mir beibringen, wie man vernünftig reist. Ich freue mich jetzt schon drauf. Ich habe ihm auch geschrieben, ob er welche von Trudis Pilzen abhaben will, aber er hat bis jetzt nicht drauf reagiert. Vielleicht hätte ich eh Trudi erstmal fragen sollen. Andererseits, würde sie ihm keine so abgeben wollen, könnte sie sie ihm immer noch verkaufen. Ich hätte es eigentlich am liebsten, wen ich sie nehme und alle Anderen auf mich aufpassen, aber das ist natürlich nur mal wieder mein egozentrischstes aller Weltbilder.

    Hach doch, das war toll gerade. Bifty-two im Ocean's, das nicht mehr so heißt, und vorher im Pastante, Bierdeckelcompetition mit irgendwelchen österreichisch-schweizerisch-deutschen Holländern. Sarah hat gewonnen; ihr neuer Rekord ist 43. Ihre Geburtstage sind immer ihre Rekordbrechtage.

    Ich geh mal lieber das Video machen.

  • Aber nicht zu früh..

    Ezin dut jasan, ezin dut ulertu...

    Ich hab' mich gestern hingesetzt und Haizea spielen gelernt. Oder zumindest die Akkorde von Haizea gelernt, eine Terz nach oben transponiert (um es auch singen zu können) und damit etwas produziert, das zumindest annähernd so klang. Heute kann ich's auswendig, das war gestern noch nicht so. Gestern saß ich eine Ewigkeit an der Bushaltestelle in Richtung Allmannsdorf und habe versucht, mir so viele Fetzen wie möglich in Erinnerung zu bringen. Dann kam irgendwann der Bus, brachte mich zum Edeka und verhalf mir so indirekt zu einer beachtlichen Menge an Gemüse, Bananen und Salat.

    Natürlich bin ich krank geworden. Wie auch nicht. Und wie hätte ich es auch nicht schaffen sollen, mein Gesicht auf entsetzlichste Weise zu verunstalten, als ich heute Früh die mir momentan direkt in der Stirn wachsende Zyste nicht mehr ertragen zu können glaubte und mich vergebens bemühte, sie mir mit unserem riesigen Küchenmesser geradewegs aus der Haut zu schneiden. Mehr Skalpelle braucht dieser Haushalt, es ist doch ganz eindeutig.

    Sarah ist wieder da und vereitelt Peruaner-Pedros und meine Überraschungs-Kuchenessen-in-ihren-Geburtstag-reinfeier-Pläne dadurch, dass sie sich einfach ganz dreist für morgen etwas vorgenommen hat (und außerdem eh niemals bis zwölf Uhr bei mir bleiben würde, selbst wenn wir es doch noch schaffen, sie hierher zu locken). Ich habe mir alle erdenkliche Mühe gegeben, Pedro begreiflich zu machen, dass wir unmöglich vor 12 dem armen Menschen zum Geburtstag gratulieren können; ich glaube, um die Abstrusität dieser Vorstellung zu begreifen, muss man einfach deutsch sein. Außer natürlich, es liegt eigentlich an mir und euch Rest des Landes würde es kein Stück gegen den Strich gehen, euch einfach mal um 22 Uhr des Tages vor eurem Geburtstag einer gesangs- und kerzen- und kuchenerfüllten Gratulationszeremonie hingeben zu müssen.

    Nichtsdestotrotz habe ich heute zwei Kuchen gebacken und gedenke, Sarah einen davon zum Geburtstag zukommen zu lassen. Es wird sich schon noch irgendeine Gelegenheit ergeben, ihn ihr auch tatsächlich zu überreichen. Donnerstag Abend möchte sie ins Shamrock gehen und dort ein bisschen feiern; da werde ich dabeisein und Peruaner-Pedro auch. Immerhin.

  • Entlaufene Hyänen und andere Allnächtlichkeiten

    Bevor ich gleich trotz Erkältung und daraus resultierender latenter Matschigkeit in die Arbeit fahre (mainly weil ich keine Lust habe, es morgen nachzuarbeiten), muss ich noch schnell ein paar gestörte Träume von vor ein paar Nächten konservieren.

    Also, Nummer 1.
    Mit einigen Menschen auf einer Anhöhe in einer Stadt versammelt. Polizei ruft Warnungen aus, die Löwen hätten sich jetzt über die gesamte Stadt ausgebreitet. Einer stromert nur wenige Meter von uns entfernt durch die Büsche. Ich verstehe langsam, dass sie aus dem städtischen Tierpark ausgebrochen sind; es herrscht Ausnahmezustand.
    Von hinten nähert sich eine Hyäne. Ein Mädchen missachtet alle Warnungen und geht runter, um mit ihr den Kampf aufzunehmen. Die Hyäne reißt ein riesiges Loch in ihren Bauch. (Und ich meine riesig.) Sie schleudert das Tier in einem Versuch, sich zu befreien, direkt zu uns auf die Anhöhe.

    Und Nummer 2.
    Ausflug in eine fremde Stadt mit einer merkwürdig zusammengesetzten Gruppe von Leuten aus meiner alten Stufe und welchen aus der Uni. Wir kommen in der Jugendherberge an; die Schlafräume sind riesig, mit bestimmt 30 Betten pro Zimmer. Wir stellen fest, dass wir uns auf mehrere Räume verteilen müssen, weil große Teile schon besetzt sind. Sarah D. eröffnet mir, dass wir nicht nur für ein Wochenende dasind, wie ich gedacht hatte, sondern für 6 bis 7 Tage. Ich bin überfordert, weil ich nicht genug Sachen eingepackt habe.
    Am nächsten Morgen sollen wir uns mit der ganzen Gruppe in einer Taverne treffen. Es ist ziemlich weit weg, eine halbe Stunde zu Fuß in etwa. Gegen Ende des Weges bemerke ich, dass ich noch mein Schlafzeug anhabe. Ich bin entsetzt und sage zu Sarah, mit der ich wieder unterwegs war, wieso sie mir die ganze Zeit nichts gesagt hat. Die ganzen neureichen Bonzenkinder aus meiner Stufe werden mich in der Luft zerreißen, wenn ich in meiner gammeligsten Schlafhose und einem quietschroten XXXL-Euskal-Herria-T-Shirt dort aufkreuze.
    Wir kommen an und ich verkrieche mich erstmal im Bad, von wo aus ich Sarah beteuere, dass ich nicht da hineingehen kann. Sie überredet mich, es doch zu tun, und wir gehen in den Raum und setzen uns an die letzten freien Plätze. Natürlich fangen sie alle an, mich anzustarren und Bemerkungen abzugeben. Mir gegenüber sitzt Kepa-Pedro, der mich über den Tisch hinweg tätschelt und sagt, "ich weiß nich, was die alle haben; du hast 'n Baskenland-T-Shirt an, is doch alles okay", und mir, damit ich mich besser fühle, ein Video von sich auf seinem Handy zeigt, wie er völlig dicht auf einem Tisch steht und ziemlich laut und falsch irgendwas singt. (Selten so realistisch geträumt; das ist doch alles absolut im Bereich des Möglichen.)

    Und jetzt geh' ich arbeiten.

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Hier übrigens mein anderer Blog, "Save the lettuce" - für Verwendung und gegen Verschwendung: http://aspestie.blog.de/

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