szmmctag

  • Radioactive, radioactive..

    Ich hab' einen Brief von Saskia bekommen und mich wie eine Schneekönigin darüber gefreut.

    In zwanzig Minuten sind Sarah und Peruaner-Pedro hier und holen mich ab, um nach Darmstadt zu fahren. Ich geh' mit, obwohl gestern Abend eine Erkältung erster Klasse bei mir ausgebrochen ist. Aktuell hänge ich im Schlafzeug im Bett und sollte eventuell demnächst damit anfangen, mich fertigzumachen und Sachen für den Ausflug zu packen. Frühstücken könnte man auch mal.

    Ansonsten war Kepatto hier, gestern und vorgestern, und siehe da, ich hab' es geschafft, ein bisschen was über die Gesamtsituation herauszufinden. Nicht viel, weil er selbst verwirrt ist, aber immerhin genug, um alle möglichen von den absurden Ängsten aus dem Weg zu räumen. Er mag mich. Ich ihn auch. Der Rest wird sich zeigen. Generell bin ich am Strahlen. Der reinste Atommüll.
    Es gibt so viel zu lernen.

  • Anfangen wollen wollen (aber es einfach nicht können) und merkwürdige Einflüsse auf anderer Leute Leben.

    Oh je. Ich weiß mal wieder nicht, wo ich anfangen soll, und fange demzufolge mal wieder einfach gar nicht an.

    Es gibt eigentlich genau drei Dinge zur Auswahl, mit denen ich demnächst anfangen sollte: 1) Mir Anziehsachen raussuchen und mich im Bad fertig machen, 2) Gians Website übersetzen und 3) Syntax-Hausaufgaben machen. Mir bleibt momentan noch eine Stunde und ein paar Zerquetschte, bis ich zu Sofie losmuss. Nachher in die Uni zu Maialens Kurs und danach wieder nach Hause. Zeit. Wenn auch zu wenig.

    Ich habe eben nochmal mit Sebastiaan geskypet, über den genauer zu berichten mir bisher irgendwie immer durch die Lappen gegangen ist - mein Luxemburger Bahnhofsbekannter (sogar vom hellichten Tage), der mir seinerzeit einen Gig in Luxemburg besorgen wollte und vor Kurzem spontan überlegt hat, hierherzuziehen. Er wurde aus wirtschaftlichen Gründen von seinem Betrieb gedownsized und will sich hier ein besseres Leben aufbauen - und das Ganze hat sich allein daraus entwickelt, dass ich spaßeshalber sagte, er könnte herkommen und meine nicht mehr vorhandene Band managen. Nun hat er gestern seiner Freundin erzählt, dass er wegzieht, woraufhin sie postwendend Schluss gemacht hat - lieb, oder? - und mich gefragt, ob ich irgendwie herausfinden könnte, ob man sich überhaupt ohne Arbeit hier in der Stadt anmelden kann. Das ist natürlich eine gute Frage und ich muss mich demnächst mal drum kümmern, das herauszufinden.

    Er ist ein lustiger Mensch. Nicht wirklich im Sinne von "amüsant", sondern einfach interessant. Er interessiert sich für Sprachen, Musik und alles mögliche Andere, ist einer dysfunktionalen Familie entflohen, legt als zur Zeit einzige Geldeinnahmequelle ab und an mit einem DJ in Clubs auf, hat mein Facebook-Profil so gründlich gestalkt, dass er sich vorhin flüssig mit mir über Foodsharing unterhalten konnte (und hat sogar, upon learning about the concept, mit dem stellvertretenden Geschäftsführer eines Luxemburger Supermarktes gesprochen, natürlich ohne Erfolg, aber oh mein Gowai, welch ein Engagement!) und freut sich unheimlich, dass ich ihm beim Umsiedeln zu helfen versuche. Es ist doch unfassbar eigentlich, wie er einfach mal herzieht, einfach weil er mich hier kennt. Ohne mich überhaupt wirklich zu kennen - ist ja nicht so, als hätten wir damals länger als eine Stunde zusammen verbracht. Er verlässt sich trotzdem aus irgendeinem Grund auf mich. Ich fühle mich höchstgradig geehrt und versuche natürlich, ihm zu helfen, so gut es geht. Er meint, in Luxemburg seien die Menschen nicht so - dass dort jeder jedem am Arsch vorbeigeht und sie alle nur mit sich selbst beschäftigt sind, dass man kein bisschen anders sein darf als sie alle, um als vollwertiger Teil der Gesellschaft anerkannt zu werden. Und dass die meisten Menschen ihm dort auch merkwürdig finden. Wahrscheinlich, tippe ich einfach mal, weil er auch überhaupt nicht so ist, wie er sie beschreibt.

    Nunja, so viel dazu. Ich hab' ihm angeboten, fürs Erste auch bei mir unterzukommen, wenn er keine Wohnung findet. Ab Februar bin ich ja eh erstmal weg, dann kann er sich hier für den Monat ruhig einquartieren. Ich seh' nicht ein, warum man Leuten, die einem wie gute Menschen vorkommen, nicht einfach mal helfen soll.

    Siehst du, jetzt hab' ich immer noch nicht angefangen. Mit gar nichts. Das ist doch nicht zu fassen.
    Ich hätte so gern Schokolade. Oder Chips. Oder Zeit, einfach gemütlich einen Film zu gucken. Oder was Tolles zu Essen zu machen. Ach du Scheiße, ich muss ja heute Abend auch noch containern gehen, irgendwas muss ich den Euskera-Menschen morgen doch vorsetzen.

    Borondate, borondate, azal zaitez.

  • How..?

    Okay, ich kann wirklich nicht glauben, wie in manchen Situationen mein Hirn aussetzt. So wie gestern zum Beispiel, siehe da unten. (Kepa: Siehe nicht da unten.)

    Ich muss mir wirklich keine Sorgen machen, dass Kepa sich an das Blögchen hier noch erinnert. Sonst würde er mich so gut kennen wie ich mich selbst und käme kaum auf die Schnapsidee, ich hätte ihm Dinge voraus. Das behauptete er eben: Dass er Berri Txarrak und Tim McIlrath zusammen Denak ez du balio hat spielen hören, sei das Einzige, was er in dieser Hinsicht mir voraushätte (so weit, so akzeptabel). Und überhaupt eine der wenigen Sachen.

    Sehr abstrus. Jetzt bin ich ja nur mal gespannt, ob er mir wirklich bis Donnerstag eine Liste macht.

    Ich habe ihm gesagt, er bekommt dann aber auch eine, die sich gewaschen hat. Ich habe große Lust, ihm wirklich eine zu machen; das Problem ist eher, dass ich nur eine begrenzte Menge Papier im Haus habe und dazu momentan über ziemlich wenig Zeit verfüge, sodass das kilometerlange Etwas, das mir vorschwebt, niemals bis Donnerstag fertig werden würde.

    Das hat mich jedenfalls gerade völlig plattgemacht.

    Jetzt muss ich mich erstmal wieder sortieren (wirklich, ich war so zerstört von dieser Behauptung - sofern man irgendwie im positiven Sinne zerstört sein kann - dass mir für ein paar Sekunden nichtmal mehr einfiel, was ich ihm für einen Rise-Against-Song zeigen wollte), dann ein bisschen übersetzen - Gians Weinwebseite ruft - und dann schlafen. Möglichst bald, um morgen zügig weiterübersetzen zu können. Irgendwann muss ich damit doch mal in die Pötte kommen.

    Und ich muss mir den verdammten Weisheitszahn rausnehmen lassen. Rate was: Ich will nicht.

  • Feuerwerk (aber irgendwie mehr Autounfall).

    [Fast hätte ich es vergessen. Trotz der relativen Sicherheit, dass dieser Absatz überflüssig ist wie ein Kropf, besser Vorsicht als Nachsicht - Kepatto, ich würd' dich bitten, diesen Eintrag zu überspringen. Ich bin zu übermüdet für die Welt und werde jetzt von dem mir deinerseits eingeräumten Recht Gebrauch machen, über dich zu lästern. Oder so.]

    Ich hab' vorhin also Folgendes erfahren: Ich bin ein Feuerwerk. Und ein Autounfall. Und irgendwann in einer fernen Vergangenheit ist jemand regelmäßig im Angesicht meiner Art zu sein und zu leben erstarrt. Und er hat aber akzeptiert, dass ich ihn "wegwerfe". Die Person, von der verlassen zu werden er nicht einfach akzeptiert, die wird er lieben.

    Wie genau Caro auf einmal dazu kam, den Blog des Ukumenschen zu stalken, habe ich schon jetzt wieder verdrängt. Aber dass sie es getan hat, hat mir zu Wissen verholfen, das ich vermutlich sonst im Leben nicht bekommen hätte.

    Ich bin wirklich sehr anders als sie. Ich hätte es nicht in dreitausend Jahren ausgehalten, seinen Blog weiterzulesen. Ich hab' nach dem 15. Dezember nicht ein Mal mehr draufgeguckt, nicht ein Mal. Doch, ein Mal. Irgendwann später, zufällig. Es ging, soweit ich mich erinnere, um jemanden, von der verlassen zu werden er augenscheinlich schon ohne das tatsächliche Eintreten besagten Szenarios weniger kampflos akzeptiert hätte.

    Es ist eigentlich ganz lustig, weil es genau das war, was ich unbewusst wohl verstanden habe damals. Weshalb es so furchtbar war, dass er es einfach akzeptiert hat. "Mit fallengelassenen Waffen", und irgendwas von einer roten Linie labernd, die ich überschritten hätte. Ich hätte so gern gehabt, dass er es nicht einfach akzeptiert. Ich scheine aber eben wohl doch mehr Autounfall gewesen zu sein als Feuerwerk. Was wohl nicht gereicht hat - ich bin bis heute ratlos. Und ich war es immer, immer, wenn ich anfing, darüber nachzudenken, wie man jemanden so faszinieren und ihm gleichzeitig nicht den leisesten Anflug von Gegenwehr wertsein kann, wenn man ihn wegwirft. Oder in meinem Fall, mit einem Hechtsprung der verzweifelten Sorte sich selbst aus der Schusslinie wirft, aus seiner nämlich.

    Gut gemacht, wirklich. Weil es noch nicht reicht, dass mir jemand, der sich selbst nichtmal ein Zehntel des ukumenschlichen Zerstörungspotenzials auch nur zutraut (und mir einst sagte, er sei ukulelisch gesehen ein Vollspaten), die widersprüchlichsten aller Signale gibt und sich dabei als so vollkommen unerwartet fähig erweist, einen im Saft der eigenen Spekulationen schmoren zu lassen.. muss sich natürlich auch noch die sorgfältig verdrängte Enttäuschung über das kampflose Aufgeben dieses unergründlichen Menschen wieder melden. Warum hätte er nicht vorschlagen können, dran zu arbeiten. Warum war ich das schon wieder nicht wert. So viel Arbeit, wie ich jede Sekunde meines wachen Lebens aufbringe, so wenig davon scheine ich dem Rest der Welt wert zu sein. So ein Feuerwerk bin ich dann nämlich doch nicht. Vielleicht bin ich einfach zu unspektakulär. An ein Feuerwerk stellt man ja schon wieder ganz andere Ansprüche als an so ein kleines Leuchtchen. Ich wäre zufriedener damit gewesen, ein kleines Leuchtchen zu sein, so wie ich es annahm. So versage ich schon wieder dabei, irgendwelchen unrealistischen Erwartungen und Ansprüchen nachzukommen, von denen ich nicht einmal eine Idee habe, wie sie überhaupt entstanden sind.

    Das ist nun bei Weitem das Nächste, das ich an übermäßig selbstmitleidige Attacken bzw. dementsprechende Einträge seit gefühlten Ewigkeiten herankomme - wen wundert's, es ist der Ukumensch involviert; offenbar hat er seine so charakteristische Wirkung bis heute nicht verloren.

    Ukumensch, was hätte ich denn anders machen können.

    Kepa, willst du mir nicht vielleicht einfach mal mitteilen, ob ich mit dir auf das nächste Disaster der gleichen Art zusteuere, ob sich am Ende rausstellt, ja nee, du bist schon ganz in Ordnung, aber so in Ordnung dann doch wieder nicht - ich brauch' deine Zuneigung nicht, auch wenn ich ab und an so tue, als brächte ich dir selbst welche entgegen. Um alles in der Welt, dann lass es doch einfach gut sein. Was ist daran denn besser als vorher, als wenigstens niemandes Seelenheil auf dem Spiel stand. Ich hab' so eine Angst. Wenn er kein Problem damit hatte, es mit Sarah abzuziehen, wird es.. Hör auf. Was ist denn in dich gefahren. Jammern kannst du, wenn es soweit ist. Himmels Willen.

    Meine Güte, ist das furchtbar.

  • Muss ich mit der Hand durch den Horizont?

    ..sagte ich heute Vormittag im Schlaf, während ich mich im Gemeinschaftsraum der Linguistik noch für ein paar Minuten auf dem Sofa langstreckte und Schlaf tankte, um in Syntax nicht das Bewusstsein zu verlieren.

    Ich bin nämlich wieder da. Das war schön. Anstrengend und schön und das beste Rise Against-Konzert, das ich bisher das Vergnügen hatte zu erleben. Unfassbar grandiose Setlist. Meine Güte, was sie alles gespielt haben, ich komm' kaum darauf klar. Alive and Well. Last Chance Blueprint. Behind Closed Doors. Hero of War, Swing Life Away und das neue Akustische, People Live Here. Hintereinander.

    Und es war toll, mit den Anderen dazusein. Janine, Becci und Robert, und dazu Beccis Schwester Cornelia und Roberts Kumpel Jan, der irgendwie kaum ein Wort mit uns geredet hat, was schade war, denn er wirkte eigentlich ziemlich sympathisch. Aber allein von Robert glückselig angestarrt zu werden, als Give It All kam - und ihn glückselig zurück anzustarren - war diese ganze Reise wert. Inklusive das nächtliche Herumlungern in diversen McDonald's von Süddeutschland, wo ich, wie nicht anders zu erwarten, einige interessante Bekanntschaften machte. So geht das nämlich. Andere haben vielleicht ausgeklügeltere Methoden entwickelt, Kontakt zu neuen Menschen zu knüpfen; ich hocke mich einfach um zwei bzw. 6 Uhr morgens todesfertig zu McDonald's und lasse den Dingen ihren natürlichen Lauf. Der da wäre, dass ich im Laufe der Nacht mit einem Besoffenen, einem schwarzen Dreadhead (Jeli - der wollte, dass ich meine Busfahrt verschiebe und den Tag über in Freiburg bleibe, um mit ihm wer weiß was zu machen - er hat es nicht weiter spezifiziert, aber ich kann es mir denken) und einem obdachlosen Juristen (Bernhard - der mich durch das Fenster hindurch so lieb angrinste, dass ich nicht anders konnte, als zurückzugrinsen, woraufhin er reinkam und sich mit den Worten "Ich hab' dir nen Kalender mitgebracht - und hier, noch mehr, für deine Freundinnen, damit ihr euch nicht streitet" zu mir setzte) geredet habe - auf so eine Quote komme ich tagsüber selten. Ich passe einfach furchterregend gut in diese Szene. Bahnhofs-McDonald's bei Nacht, da bist du umgeben von den skurrilsten und faszinierendsten, heruntergekommensten Gestalten, bei denen du dich einfach nicht verstellen musst. Das ist endlich mal eine Welt, in der ich normaler bin als der Durchschnitt und trotzdem akzeptiert werde.

    Ich übrigens weiß ziemlich genau, was Donnerstag gegen halb acht Uhr passieren wird. Da kommen Leute zu mir und - oh, gute Idee; ich sollte grad mal die Rundmail schreiben, damit auch wirklich außer Lisa und Kepatto noch jemand kommt.

    So, dann wäre das geschafft. Marc, Elke, Gloria und Simón sind also auch über die Euskal Afaria informiert - allerspätestens, wenn sie meine Einladungsmail aufmachen. Ich bin gespannt, ob sie sich alle blicken lassen. Irgendwie habe ich ein komisches Gefühl dabei, Simón einzuladen, weil ich außerhalb von Morfología kaum je einen Satz mit ihm gewechselt habe, andererseits kann es schlecht angehen, ihn außenvorzulassen, wenn der Rest von Enaras in der Stadt anwesenden ehemaligen Original-Vacas sich hier zusammentut. Immerhin kennen sie sich ja untereinander, und wir "möchtegern-euskaldun berriak" kennen uns. Und ein bisschen haben sich die Gruppen ja auch schon vermischt, in Form von Kepas und meiner, äh, Freundschaft und seiner und Lisas Bekanntschaft, und Rini ist ja auch sowohl Lisa als auch mir nicht gerade die fremdeste Person aller Zeiten.

    Ich sollte irgendwie doch wirklich mal mit ihm reden. Ich weiß zwar auch nicht konkret, wie, und über was überhaupt, aber wenn ich es nicht mache, bleibt mir nur die herrliche Aussicht, zu einer Mischung aus Sarah und Trudi zu mutieren. Zwei Formen der Akzeptanz entsetzlichster Ohnmacht und Hilflosigkeit, die ich mir beim besten Willen eigentlich nicht erlauben kann. Das Problem ist, wenn ich erstmal rausfinde, was das nun eigentlich sein soll hier, habe ich nicht mehr die Ausrede, es einfach nicht zu wissen, und kann eigentlich nur vom Regen in die Traufe kommen, sprich, ich bin jetzt Sarah (die sich einfach die ganze Zeit Hoffnungen macht und wartet, dass es irgendwann doch noch was wird) und werde dann zu Trudi (die einfach wie Dreck behandelt wird, das ganz genau weiß und trotzdem nicht aufhören kann, sich dran zu klammern).

    Mein Nacken. Wie weh er tut. Wie weh überhaupt meine Oberkörpermuskulatur tut. Es war wirklich ein gutes Konzert.

  • Leben üben / The Vulnerability Problem

    Irgendwie habe ich die abstruse Angst, dass.. Ich kann mich gar nicht entscheiden, was ich schreiben soll; ich habe so viele abstruse Ängste. So abstrus sogar, dass ich ein paar Sekunden, nachdem ich hier anfing zu schreiben, schon wieder beschlossen habe, dass man das gar nicht erst laut ausschreiben darf. Ich könnte mich glatt selbst hauen, so fürchterlich bin ich.

    Das ist ein guter Satz, den schreibe ich nochmal. Ich könnte mich glatt selbst hauen, so fürchterlich bin ich. In erster Linie genau deswegen. Ich würde wirklich gern einfach mal chillen und mich nicht selbst immer so fürchterlich finden. Aber allein schon die Tatsache, dass ich mich fürchterlich finde und einfach nicht in der Lage bin, mich nicht um Kopf und Kragen zu denken, macht mich umso fürchterlicher. Es hat einfach kein Ende. Ich weiß nichtmal, ob es überhaupt einen Anfang hat. Vermutlich hat es keins von beiden.

    Natürlich. Ich bin noch nicht so geübt im Leben. Leben ist ein Konzept, das sich mir während meiner ersten um die zwanzig Existenzjahre zu großen Teilen einfach nicht erschlossen hat. Ich darf nicht zu hart mit mir sein; zwanzig Jahre Vorsprung lassen sich nicht in einem Augenblick überbrücken.

    Aber das kann ich eben auch nur mir selbst sagen. Ich kann mir ja kein Schild auf den Kopf kleben, auf dem steht, "bitte Rücksicht; du redest hier mit einer knapp unter Zweijährigen". Wie ich durchdrehe manchmal, weil das keiner wissen kann und ich mir vorkomme, als müsste ich alles so souverän erledigen, als wäre es die reinste Routinearbeit. Das Zeug, das ich seit fast zwei Jahren nehme, verschafft mir die Lebensfähigkeit, nicht aber die dazugehörige Erfahrung. Die muss ich erst noch machen. Ich fühle mich, als hätte ich kein Recht darauf, orientierungslos und verwirrt zu sein, schließlich ist man orientierungslos und verwirrt mit vielleicht dreizehn Jahren, dreizehn, nicht dreiundzwanzig. Ich bilde mir ein, man müsse auf mich herabsehen, weil ich so ahnungslos bin. Weil mir so viele Erfahrungen fehlen, die einer normalen Dreizehnjährigen, die sich erlaubt, orientierungslos und verwirrt zu sein und langsam, aber sicher das Leben zu lernen. Meine Erfahrungen waren die einer orientierungslosen und verwirrten Dreizehnjährigen, die schon damals dachte, sie dürfe niemals ahnungslos wirken, nie verletzlich sein, und nichts gelernt hat, weil man zum Lernen nunmal erst zugeben muss, dass man etwas nicht weiß. Jetzt habe ich den Salat.

    Wie mache ich jemandem begreiflich, dass ich verwirrt bin und keine Ahnung von nichts habe, ohne mich bloßzustellen? Irgendwie muss ich es doch schaffen, sonst vergehen noch weitere zwanzig Jahre, in denen ich aus Angst, mich zu blamieren, nichts dazulerne. Ich bin geringfügig überfordert.

  • Mirakuluak

    Also. Ich habe soeben versucht, einer leeren Sagarnoa-Flasche den Kopf abzubrennen, was irgendwie schwieriger war, als es in der Videoanleitung aussah (wie so oft...) und zu einer erstaunlichen Ansammlung bunter Stofffadenreste in meiner Küche, einer zerklüfteten Montserrat-Flasche und einer neuen Blessur an meiner linken Hand geführt hat. Na, wieso auch nicht. Ich hatte immerhin noch genau eins von WG-Sarahs Kinderpflastern in meiner Küchenschublade, und der Brandfleck von meinem Küchenlampendebakel am Abend unserer Einweihungsparty ist schließlich auch schon fast weg. Es wurde höchste Zeit für eine frische Wunde.

    Davon abgesehen habe ich unerwartet einen freien Samstag geschenkt bekommen. Stellt sich heraus, nicht nur hatte Becci keine Ahnung mehr, dass wir Samstag zu ihr wollten, sondern auch niemand der restlichen Verdächtigen. Entweder war das eine Wahnvorstellung von mir oder aber ich bin von Dementen umgeben. (Übrigens Beccis angedachtes Bachelorarbeitsthema, Demenz. Wie passend.)

    Also habe ich eben mit entsetzlich schlechtem Gewissen meiner Mitfahrgelegenheit abgesagt und mir gleich für Sonntag eine neue gesucht. Bzw es versucht; meine einzige Hoffnung war jemand, der mir gerade eben mitteilte, dass sein Auto kaputtgegangen ist und er daher doch nicht fährt. Herrlich. Das heißt, mir stehen sechs Stunden Busfahrt bevor. Wie gut, dass ich zumindest noch Zeit habe, mir das letzte Rise Against-Album auf den iPod zu ziehen, dann kann ich die Fahrt sinnvoll zur Konzertvorbereitung nutzen.

    Hach. Wäre Pedros Absturzparty nun morgen und nicht heute, hätte ich doch noch bei ihm vorbeischauen können. Wobei, das hatten wir doch schon alles, dann würd' ich mich bei RA am Ende noch vor Energielosigkeit kaputtmoshen lassen. Außerdem kommt er nächste Woche her und wir veranstalten unsere euskal afaria. Mit Rini. Einer der Beiden könnte Simón noch dazuzitieren. Und Lisa kommt auch. Marc muss ich auch fragen. Und ich hoffe, ich bekomme Elke und Gloria überzeugt. Daniel sollte ich eigentlich auch dazuholen. Falls es spät wird (was zu hoffen wäre), sitzen wir dann am nächsten Tag zumindest alle vier zermatscht im Euskera-Training.

    Wieso auch immer, aber mir fällt auf einmal wieder ein, was Mama vor drei Jahren und ein paar Zerquetschten zu mir sagte. "Du hast in einer Scheinwelt gelebt."
    Natürlich fing ich damals an zu heulen.
    Meine Güte, was ist das lang her.

    Ich bin dafür, dass alles, was ich heute bin und habe, ein Wunder ist. Ich bin mal wieder für jeden letzten Fetzen meines Lebens dankbar.

  • Spülmaschine. Wochenende. Hika.

    Irgendwie finde ich es schön, wie unsere Spülmaschine manchmal fast eine Minute (Knopf-)Druck braucht, bis sie sich endlich geruht anzuspringen. Es ist jedes Mal so ein Erfolgserlebnis, wenn sie es dann irgendwann doch tut.

    Ich sitze mit Panik im Bett und höre Rise Against. Langsam sollte man sich doch mal auf das Konzert am Sonntag einstimmen. Robert hat mir schon ganz panische Skypenachrichten geschrieben, wann ich denn jetzt überhaupt komme. Und ich hoffe einfach, dass die Anderen noch auf dem Schirm haben, dass wir uns Samstag auf Sonntag bei Becci versammeln wollten. (Sonst hätte ich ja doch noch die Nacht in Kempten bleiben können. Wobei sich Pennywise und Rise Against am einen Tag mit Absturzparty und einem tiefen Fall am vorherigen so oder so nicht sehr gut vertragen hätten.)

    Ach herrje, jetzt muss ich gleich schon wieder los. Knappe halbe Stunde bleibt mir, dann geht's in die Uni. Ich muss auch den Text noch ausdrucken, den Daniel uns gestern geschickt hat. Yin von Xabier Montoia. Ich lerne das Hika - oder zumindest lerne ich es ein bisschen besser kennen. Und freue mich jetzt schon drauf. Das Hika ist faszinierend. Fast schon magisch. Ich weiß nicht, wieso, aber wenn ich eine Hika-Form höre, fühle ich mich auf der Stelle wohl. Es funktioniert immer. Wie ein Schluck Wein oder ein warmer Raum. Ich hab' doch nen Schaden.

  • Funny-Chips bei Rewe für 1,22. Zwick mich mal bitte.

    Und hast du eine Ahnung, wie ich mich freue? Nein, wahrscheinlich nicht.

    "Er hat dich so angeguckt", sagte Marie vorhin zu mir, und ich konnte fast nicht glauben, dass sie nicht ihn und mich verwechselt hat, weil ich mich so genau an den Abend erinnere und wie ich einfach kaum aufhören konnte, ihn anzugucken. Ich habe sie noch ein paarmal gefragt, aber sie war sich unendlich sicher. Sie hatte nämlich einfach aus heiterem Himmel damit angefangen, ohne irgendeine Ahnung zu haben, gar nichts. Und sie war so überzeugend, dass ich es ihr fast schon geglaubt habe und jetzt erstmal glücklich bin, bis mir die Illusion irgendjemand nimmt.

    Oder bis ich einschlafe. Ich bin tot.

    Wie verwirrt ich aber war an dem Abend, das war schon nicht mehr normal. Das war der Abend, als wir Billard spielen waren und vorher hier bei mir noch was zu essen gekocht haben, als Lena Marie mitgebracht hatte und mich ständig der Peruaner-Pedro anrief, erst, weil er El Canto del Loco mit mir singen wollte, und dann, weil er wollte, dass ich ihn um drei Uhr nachts mit dem Auto aus Singen abhole. Kepa-Pedro fand das dreist und ich war überfordert, weil ich eigentlich 1) Bier trinken wollte und 2) noch nie im Leben im Dunkeln Auto gefahren bin. Am Ende hat es sich ja auch erledigt und Pedro hat einfach bei seinem Kollegen geschlafen.

    Und Kepa und ich haben am Ende herausgefunden, dass man Nudeln tatsächlich als Streichhölzer verwenden kann, und am nächsten Tag habe ich festgestellt, das ich Fensterläden habe. Dann war Peruaner-Pedro hier, hat mich über den sich inzwischen wieder aus dem Staub gemacht habenden Kepa-Pedro ausgequetscht und wollte nicht alleine das leckere übriggebliebene Essen vom Vorabend essen, das ich ihm extra warmgemacht hatte, ist nach fünf Minuten Life of Pi eingeschlafen und hat bis sechs Uhr abends mit mir hinter den zugezogenen Fensterläden gegammelt, durch die es grünlich schimmerte und die das Sonnenlicht so effektiv heraushielten aus meinem Zimmer, dass mir mein ganzes Zeitgefühl abhandenkam.

    So war das nämlich.

    Mehr später. Ich bin jetzt zu tot.

  • Entonces ¿dónde durmiste?

    Zumindest meine Schoki habe ich wieder. Beziehungsweise eine Tafel, die Trudi und Hannes mir besorgt haben und die eben zusammen mit einem Zettel in meinem Zimmer lag, der besagte, die beiden hätten sich meine schon vor Wochen im bekifften Zustand einverleibt. Was für ein Glück für die beiden, dass ich eben erst betrunken nach Hause kam und wunderbare Laune habe. Lena hatte bis vorhin noch Geburtstag und wir haben mit Sarah und ihrer WG Pizza gemacht und es war wunderbar.

    Jetzt rede ich gleich mit Caro, die ich auf einer Kombination aus Skype und Facebook dazu zitiert habe, sich für diesen Zweck zur Verfügung zu stellen.

    Jetzt bin ich damit fertig und gehe schlafen. Höre vorher schnell noch ein bisschen Laboa, dann aber geh' ich schlafen.

    Irgendwie unglaublich, dass bis vor ein paar Wochen das Lied nichtmal vollständig in meinem Bewusstsein integriert war.

    Ich habe vorgestern erst erfahren, dass Laboa tatsächlich euskaldun berria war. Und nicht aus Iparralde kam, sondern aus Donosti, wer hätte es gedacht - ich jedenfalls nicht. Das erklärt allerdings auch, warum er so komisch redete.

    Im Grunde kann ich eigentlich froh sein, dass ich das Wochenende in Frankfurt verbringe, sonst würde ich bei Kepa-Pedros Absturzparty herumlungern und vermutlich einen perfekten Absturz hinlegen und vom jetztigen Moment an bis zum Zeitpunkt des besagten Absturzes wahrscheinlich mit Panik in der Weltgeschichte herumhängen. Nicht dass ich nicht wirklich erfreut wäre, dass er mir vorgeschlagen hat zu kommen. Aber es tatsächlich zu machen hätte mir doch nur wieder Panik verursacht, ich kenn' mich doch.

    Der Weisheitszahn wächst weiter heraus.Schlimm sowas.

    Daniel hat heute für Maialen Vertretung gemacht und dabei insofern zu unserer Belustigung beigetragen, als er sich einen Beispielsatz ausdachte, der zum Inhalt hatte, er sei um 8.00 Uhr aufgestanden und wäre danach nach Hause gegangen, was mich zu der Frage veranlasste, wo er denn dann geschlafen hätte, was wiederum den Rest des Kurses sehr amüsierte. Ihn aber auch, weil er sich über den Satz nicht wirklich Gedanken gemacht hatte. Er hat aber allgemein eine unglaublich gute Unterrichtsstunde gemacht; ich bin stolz auf ihn, sehr sogar.

    Schlafen. Jetzt.

  • Txokolate, txokolate, azal zaitez.

    Es ist ein unglaubliches Privileg, zwei Fahrradminuten vom KULA entfernt zu wohnen. Eins, das ich bei Weitem nicht oft genug ausnutze.

    Heute aber: Sarah und ich kamen in den (für mich vollkommen unerwarteten) Genuss eines grandiosen Konzertes einer Schweizer Band, Anna Aaron, und eines (mir vollkommen unerwarteter- und immer noch unerklärlicherweise bekannten) Warm-Up-Acts, Alex Behning. Woher kannte ich diesen Menschen und die Hälfte seines heutigen Sets? Ich verstehe es immer noch nicht und werde es vermutlich auch niemals mehr rekonstruieren können. Er kommt jedenfalls aus der Nähe von Hamburg, was ein Clue sein könnte - immerhin haben wir unseren Herkunftsort gemeinsam. Alles Weitere ist und bleibt mir schleierhaft.

    Oder läuft er auf Delta und ich habe ihn jahrelang unbewusst über mich herplätschern lassen? Nein, ich glaube nicht. Whatever.

    Aber ich habe gute Laune und bin auch bezüglich Kepa-Pedro für den Moment mal wieder runtergekommen. Meine Güte, man wird schon sehen. Irgendeinen menschlichen Wert hab' ich ja auch, so ist es ja nicht, das sollte ich nicht vergessen. Wert und Würde. Letzteres mal mehr, mal weniger. Momentan zugegebenermaßen mal wieder weniger.

    Ich drehe schon wieder am Rad, weil meine geliebte Schokolade unauffindbar ist. Irgendwie fürchte ich, dass Hannes sie irgendwann gegessen hat, während er bekifft war. Sollte ich ihm das jemals nachweisen, sind seine Tage als Lebewesen auf dieser Erde gezählt. (Ist ja nicht so, als würde ich ohne Weiteres an neue Schokolade kommen, geschweige denn meine belgische Import-Chocolat aux Amandes Caramelisées. Aaaaaaargh, allein der Gedanke daran. Wie kann ein einzelner Mensch so durchdrehen.)

    Müde.

  • Whatever happened to the "right to know".

    Was für ein Chaos. Ich habe eine Stunde lang vergeblich nach meiner allerletzten Notration belgischer Gebrannte Mandeln-Schokolade gesucht, dabei die gesamte Küche von oben bis unten umgekrempelt und saß am Ende geschlaucht und resigniert mit einer zweiten Schüssel Suppe und Keyboard-Alex am Tisch (der auch eine Schüssel Suppe hatte; so viel zum Thema, ich hätte heute genug gemacht, um mich eine Woche lang davon zu ernähren). Ich kann es einfach nicht glauben. Wo ist meine Schokolade hin, ich habe sie so lange so diszipliniert aufbewahrt.

    Ich würde gern dem Kepa-Pedro schreiben, wie seine Klausur heute war. Er hat fünf Stück diese Woche, eine an jedem Tag. Was es überhaupt für eine war. Ob es eine von den beiden war, für die zu lernen er sich noch vorgenommen hatte, wenn schon die anderen drei aus dem nie existenten Lernplan gestrichen wurden. Machen allerdings kann ich das nicht, der heiligen Anti-Spam-Regel sei Dank. Was dazu führt, dass ich rumhänge und komplett durchdrehe, weil alles unkommentiert ist und unverbindlich und ungeklärt und mein Kopf mir die schrecklichsten aller Dinge sagt. Ich schlage mich eigentlich noch ganz wacker bisher, werde weder von Komplexen noch random Heulkrämpfen geplagt, noch bilde ich mir ein, der ganzen Welt egal zu sein. Das muss auch mal lobend erwähnt werden und stellt definitiv einen Fortschritt dar (oder beweist mir einfach ein Mal mehr, dass die Medis Wunder wirken). Andererseits frage ich mich, ob Kepa-Pedro entgegen allem, was ich in dieser Welt je für möglich gehalten hätte, ein Player allererster Klasse ist und mich so grund- wie ahnungslos in furchtbare Verwirrung gestürzt hat. Irgendwie sträubt sich mir bald schon die Wirbelsäule ob dieser Unterstellung, aber ich habe keine Ahnung, was ich sonst annehmen soll. Das stellt dieses gewaltige Nichtvorhandensein von Kommunikation mit mir an. Warum kann nicht ein Mal irgendwas einfach einfach sein, warum. ARGH.

    Und was ist überhaupt los, ich hatte so wunderbare Laune vorhin. Heute gab's Campus-Tüten an der Uni, ich hab' mir gleich zwei Stück ergattert und bin hocherfreut über die wunderbare Ausbeute. Dazu kommt, dass mich Gian, mein einer Chef, heute Mittag anrief und wissen wollte, ob ich Kapazität für einen Übersetzerjob außerhalb der Arbeit hätte. Ich habe meinen ersten fucking eigenen Auftrag! Wenn du ahnen könntest, wie hyper ich heute an der Bushaltestelle vor mich hingejubelt habe.

    Nach dem Gespräch mit Gian war ich kurz zu Hause, dann schnell bei der Tafel, dann wieder zu Hause, dann wieder in der Uni - Hasan Bey hat uns wieder Kürbis aus seinem Garten mitgebracht; diesmal habe ich auch etwas genommen und die Hälfte davon gleich im Anschluss mit Kartoffeln, Chili, Zwiebel und Ingwer zu Suppe verarbeitet. Sowohl Trudi als auch Hannes, Alex und ich mochten sie, dementsprechend ist sie jetzt weg (statt, wie eigentlich vorgesehen, portionsweise abgefüllt und eingefroren). Macht aber auch nichts; mit den Vorräten von Trudis Eltern herrscht hier wirklich momentan nicht gerade Nahrungsmangel.

    Und, noch ein Grund für gute Laune (auch wenn es mich fast schon wieder dazu bringt, Kepa zuspammen zu wollen) - Sarah hat mir Samstag nach unserer Tortenproduktion einen Becher Schlagsahne dagelassen, somit kann ich mir Irish Coffee machen. Darauf warte ich, seitdem ich irgendwann vor bestimmt einem halben Jahr diese vier Stück Irish-Coffee-Mischungen von der Tafel gerettet habe (ja, wirklich. Sie dürfen keinen Alkohol verkaufen, deshalb kamen die geradewegs zu Foodsharing). Endlich!

    Ich fasse es nicht; ich glaub', mein links-unterer Weisheitszahn kommt raus. Scheiße, vielleicht sollte ich doch mal wieder zum Zahnarzt?

    Wie schlimm das ist. Wieso bin ich eigentlich immer diejenige, die dahockt und zu viel denkt - Patiens - und der Agens tummelt sich quietschvergnügt in der Weltgeschichte, tut und lässt, was er will, und haut Klausuren aus dem Ärmel. Er wird sich wunderbar dabei konzentrieren können, was ich verstörend finde, aber beneidenswert. Irgendwann bin ich auch mal so, vielleicht. Ob es erstrebenswert ist oder nicht, ich will auch.

  • Titel sind was für Leute ohne Panik.

    Höre dir einfach nur diese Perfektion an.

    Ich zumindest tue seit geraumer Zeit nichts Anderes und bin außerdem dabei, es selber spielen zu lernen, was momentan noch davon erschwert wird, dass ich zu faul bin, mir den Text auszudrucken, um die Akkorde rauszuschreiben. Das heißt, ich muss sie einfach direkt auswendig lernen. Was aber auch nichts macht, so schwierig ist es gar nicht. Dank Haizea habe ich mich ja sogar mit dem ekligen H- und B-Dur arrangiert und fürchte mich davor nicht mehr so sehr.

    Jetzt hab' ich wieder Panik. Gowaiverdammich, ist das ätzend. Aber längst nicht so schlimm wie Donnerstag in der Arbeit, das war wirklich ein neuer Panikrekord. (Und keiner, den ich vorhabe je zu brechen, wenn es sich irgendwie vermeiden lässt.)

    Wie herrlich es gestern auf Maries WG-Party war. In erster Linie, weil Lena dawar und später noch Sarah und Pedro, über deren unerwartetes Doch-noch-auftauchen ich in meinem segensvoll betrunkenenen Zustand (Bo wird sich wieder freuen - aber hey, carpe noctem) so unermesslich glücklich war, dass ich sie die ganze Zeit nur angegrinst habe. Und wir haben uns diese widerlichen Käse-Cheetos in den Mund geworfen. (Oder eher nicht in den Mund, more often than not.)

    Ich muss die Musik wieder anmachen, dann werde ich wieder wach und weniger panisch.

    Edit: Hilft nicht. Eher habe ich jetzt mehr Panik, weil es so schön ist und mich überfordert. Ich bin am Verzweifeln, weil es so sehr an mir zerrt, dass ich bald auseinanderfalle.

    Beti itxarongo zaitut azken geltokiko iluntasunean, amets ezkutuen isiltasunean.

    Wie kann etwas so schön sein.

  • Unblocking stuff

    Ich hab' auf einmal das Gefühl, dass es alles..

    Schrieb's und hatte keine Ahnung mehr. Gut wird? Unkomplizierter ist, als ich denke? Mich überfordert? (Das eh.) Sich irgendwie entwirren wird? (Vermutlich auch das.) Abstrus ist? (Ein wenig.)

    Da ich in den vergangenen Tagen ein bisschen zu viel darüber nachgedacht habe, dass ich mich irgendwie fürchte, aber dank großartigster Verdrängungsleistungen mal wieder nicht wirklich einen Plan habe, wovor, gehe ich jetzt alles, das als Grund in Frage kommt, auf einem Blatt Papier sammeln. Ich versuche selten genug, mir irgendwas Verdrängtes bewusst zu machen; das wird reinhauen. Und helfen.

    Wahnsinn. Wenn ich gleich schlafen gehe, kann ich um kurz nach acht aufwachen und Sachen machen. Vielleicht schaffe ich es ja wirklich schon um 10 in die Arbeit.

  • Komm, fahr die Wände um...

    Was für ein Ohrwurm to wake up to.

    Und ich bin immer noch begeistert, wie geschickt sie ihre wandzerstörerischen Nachrichten in Meditationsmusik verkleiden. Genau wie von der Tatsache, dass die Europäer ihre Weihnachtslieder - Siiilent night... - offenbar von jahrtausendealten indischen Melodien gecovert haben.

  • Halb wach, halb tot

    Okay, ich muss heute Abend Essen suchen gehen oder aber meine letzten Gemüsevorräte aufbrauchen. Vorzugsweise doch neues Essen besorgen.

    Ich bin zu lange wach und versaue mir meinen Schlafrhythmus. Das ist doch bescheuert. Aber lass dir gesagt sein, dass Guaraná wunderbar wirkt, vor allem wenn du es shotmäßig zu dir nimmst statt auf 300ml Wasser verteilt. (Wie sollte man das denn auch bitte trinken, das Zeug ist doch widerlich.) Ich habe Sanskrit praktisch verschlafen und bin dann zu Euskera wieder in die Uni, frisch geweckt von besagter Überdosis fünffacher Koffeeinmenge von Kaffee, habe Elke und Gloria mit meiner Überdrehtheit belustigt und mich selbst wunderbar gefühlt. Zu Hause erstmal Ivo abgesagt, weil ich zu müde war, um ein Biersche mit ihm zu trinken, wie wir das eigentlich vorhatten. Dann ewig und drei Tage mit Caro geredet und mich weiter halb tot durch die Nacht geschleppt, bis hierher. Videos vom Sommer angeschaut, als mich Laura und JO besucht haben, und Videos von letztens angeschaut, als Caro und ich unsere vollkommene Rum-Zerstörung veranstaltet haben. Musik gehört und noch mehr Musik gehört und überlegt, mal wieder was aufzunehmen - so many songs, so little time - und mich im Angesicht meiner bereits bestehenden Grottendemos schmerzvoll gekringelt, weil ich mich so gern mal wieder ein Stückchen entwickeln würde.

    Jetzt sind Trudi und Hannes nach Hause gekommen. Und ich geh' Zähne putzen und dann endlich schlafen.

  • Bottom line

    "Aber warum geht er ausgerechnet zu dir? Von allen Leuten ausgerechnet zu dir?", sagte Sarah ungläubig und schaffte es damit, mich zu guter Letzt doch noch an den Rand der Tränen zu treiben. Ich meine, Leute sagen fiese Sachen, wenn sie verletzt sind, aber sowas hätte ich nicht erwartet.

    "Warum ausgerechnet zu mir? Ja, warum eigentlich, wieso gerade zu mir? Ich sag' dir was, ich hab' keine Ahnung. Warum ausgerechnet zu mir?", wiederholte ich nachdenklich und latent selbstmitleidig.

    "Nicht falsch verstehen!", unterbrach sie meine düsteren Überlegungen. "Ich mein', weil wir befreundet sind.. warum er sich gerade uns beide vorgenommen hat. Um Himmels Willen, nicht falsch verstehen!"

    "Oh." Pause. "Ich hab's volle Kanne falsch verstanden."
    Im nächsten Augenblick stand sie neben mir und hatte ihre Arme um mich gestülpt und sagte, "wie kannst du nur denken, ich hätte es so gemeint?" Und ich sag', "ich denk' das selber die ganze Zeit, deshalb vielleicht."

    Und dann hat sie geredet und ich hab' zugehört und mich bemüht, die richtige Perspektive zu finden, und dann sagte sie, ob ich mich nicht auch ein wenig würde beklagen wollen, einfach weil sie es so unausbalanciert fand, unser Klage- und Zuhörverhältnis. Aber daran muss man sich auch erstmal gewöhnen; ich hab' ihr ja heute nicht das erste Mal zugehört und konnte bisher ja auch nie etwas erwidern. Wie wunderbar, Sachen an der Luft zu haben. Wie glücklich (und irgendwie niedergeschlagen gleichermaßen) mich diese Unterhaltung gemacht hat.

    Und am Ende des Abends lagen wir da so wort- und regungslos nebeneinander und ich hab' mich gefragt, wie man an einem Tag mit zwei komplett verschiedenen Menschen zwei Mal genau so daliegen kann und sich dabei auf so völlig unterschiedliche Arten geborgen fühlen.

    Und ich habe beschlossen, dass unsere Freundschaft was ganz unsagbar Wertvolles ist.

  • Realität kann warten

    Mir ist schlecht. Ich habe eben ein Video einer Narkoleptikerin gesehen und fühle mich unglaublich... ich weiß nichtmal wie. Narkoleptisch vielleicht. Ich habe letztens erst mit meiner Mutter über Mitgefühl und Mitleid geredet und dachte wirklich, nur weil ich im Gegegsatz zu ihr problemlos Nachrichten schauen kann und dabei abgestumpft bin, hätte ich mehr vom Einen, Guten, und weniger von dem Anderen, Sinnlosen. Mein betrunkenes und mein phantomnarkoleptisches Ich belehren mich eines Besseren.

    Ansonsten bin ich... ich weiß nichtmal was. Müde. Nachdem Kepa-Pedro wegwar vorhin, war ich erstmal hysterisch. Weil manche Sachen (eigentlich sogar ziemlich viele, aber einige wenige besonders) meinen Verstand übersteigen. Ich hatte öfter mal das Bedürfnis gestern, ihn aus meiner Schockstarre heraus zu fragen, ob ich mir das grad einbilde oder was sonst mit meinem Kopf verkehrt sein könnte, dass die realitätsfremde Wahrnehmung dabei rauskam, die es doch eigentlich gewesen sein muss. Like.. wo bin ich. This is not reality as I know it.

    Wie müde.
    Mit Laura reden, das war auch mal wieder überfällig.

    Gleich mit Sarah treffen. Irgendwie hab' ich Angst. Gewissen sind was Dummes. Und in diesem Fall unberechtigt.

  • Wenn er wenigstens Haare hätte.

    Für heute habe ich mir viel vorgenommen. Eigentlich zu viel; die Liste ist fast eine Seite lang und es sind Tausende Sachen drauf, die wirklich Zeit und ein bisschen Faulheitsüberwindung in Anspruch nehmen, sodass ich momentan geringfügig demotiviert im Bett sitze und einfach schonmal froh bin, dass ich wenigstens schon gefrühstückt habe. Da Kepa-Pedro nichts mehr hat hören lassen, nehme ich an, dass ich zumindest nicht durch ein Auftauchen seiner in meiner Produktivität eingeschränkt werden werde. Mongo. Das macht man doch nicht. Erst sagen, dass er hier ist am Wochenende, und ob wir uns sehen, und dann nichts mehr verlauten lassen. Aber so habe ich immerhin eine Chance, ein paar Sachen heute erledigt zu bekommen. Und ich kann zum Foodsharing-Treffen gehen. Und mit Sarah treffe ich mich dann um acht.

    Gawd, der Kanadier ist merkwürdig.
    Und eben gerade kam es mir zum ersten Mal in den Sinn, ihn bei Facebook zu stalken. Und siehe da, ich habe ihn - und es wird einfach nicht besser. Wie kann ein Mensch so ..argh. Sein ganzes Denken macht mich halb wahnsinnig. Unsere perfekte, vollkommene menschliche Inkompatibilität macht mich wahnsinnig. Es ist, als hätte jeder von uns einen komplett anderen Teil der Welt zu seinem Wirkungskreis gewählt, und jetzt reiben sich unsere Kreise nervenzermürbend aneinander und schaffen es einfach nicht, sich zu überlappen. Warum tun wir das?

    Und er hat keine Haare.

    Oha, ich hab' geträumt, Hannes wäre gekommen. Haha, oh ja... Trudi war auf dem besten Wege, ihm zu verzeihen - ich war schon am Durchdrehen - und dann hat er so eine Taktlosigkeit von sich gegeben, dass sogar Trudi es geschafft hat, ihn einfach nur angeekelt rauszuwerfen. Das jetzt bitte in der Realität und die Welt ist ein Stück besser.

    Ich geh' aufräumen.

    Edit: Doch kein Mongo. There goes my productive Sunday.

  • Öl. Geber. Öl. Geber.

    Oh nein, Trudi ist schon wieder nebenan am Heulen. Falls sie ihren Plan durchzieht (ich glaub's ja nicht, aber zu hoffen wäre es) und ansatzweise so gelagert ist wie ich, sollte ich mich besser schonmal daran gewöhnen und mir irgendwie beibringen, dass ich nicht jedes Mal rüberrennen kann, wenn ich traurige Geräusche von ihr höre. Bloody Helfersyndrom, ich halt' es kaum aus.
    Ich werd gleich mal nach ihr sehen. Zwei Tage nach Drama ist ein bisschen Anteilnahme doch hoffentlich noch im Rahmen des Akzeptablen. Zuerst aber wird mein Öl ausgespuckt und meine Paprika eingelegt (NICHT in dem gleichen Öl). Und mit Caro wollte ich reden. Und Kepa-Pedro kommt irgendwann dieses Wochenende, aber keine Ahnung wann. Und zur Give-Box muss ich, endlich die verdammten Babysachen wegbringen.

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Hier übrigens mein anderer Blog, "Save the lettuce" - für Verwendung und gegen Verschwendung: http://aspestie.blog.de/

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