szmmctag

  • Marie, du kannst zur Tafel gehn... oder Der Februar und andere wirre Träume

    So, ich lebe dann auch mal wieder.

    Oh, ich habe meine Zahnpasta gefunden. Das ist gut. Daneben liegt das Messer, das ich Sonntag containert habe. Auch gut. Scharfe Messer können nie schaden. Wobei, sie können schon schaden, das ist ja das Gute. Wer will schon mit einem Messer sein Gemüse schnibbeln, mit dem man nicht mal schnell einem Lebewesen die Kehle aufschlitzen könnte.

    Ich bin paranoid und bilde mir ein, dass mein Freund mich vergisst. Das ungeachtet der Tatsache, dass er mir vorhin vorschlug, diesen Monat noch mit ihm zu seiner Familie hochzufahren, wenn er für seinen Vater dessen Bürgermeister-Wahlprogramm schreiben geht, um zumindest eine völlige Katastrophe zu verhindern. (Also, er will verhindern, dass sein Vater eine Katastrophe anrichtet. Nicht dass du denkst, er würde verhindern wollen, dass ich eine Katastrophe anrichte; so erbärmlich bin ich dann doch nicht, ihm mitteilen zu müssen, dass ich damit rechne, von ihm ratzfatz vergessen zu werden.)

    Mir ist unfassbar merkwürdig zumute. Als wäre der ganze letzte Monat einer meiner abstrusen Träume gewesen. Meine Träume sind selten wirklich schrecklich oder wirklich schön, sondern einfach völlig konfus und ohne Sinn. Stell dir vor, was ich mir letzte Nacht schon wieder zusammengesponnen habe. Der Typ, dem ich seit Oktober ständig im Bus begegnet bin, hat mich zum Lasagneessen eingeladen. Dann hat er mir eröffnet, dass er nichts von Monogamie hält. Dann waren wir drei Tage später irgendwie zusammen. Dann habe ich mein komplettes Leben auf Pause gestellt und angefangen, jede meiner freien Minuten mit ihm zu verbringen. Dann habe ich nach und nach gemerkt, wie wunderbar er eigentlich ist. Dann habe ich mich in ihn verliebt. Dazwischen waren irgendwie noch Klausuren, für die ich einfach mal kein bisschen gelernt habe. Ich hab' sie trotzdem alle geschafft - sowas funktioniert auch nur im Traum. Dann ist Basti zu mir gezogen. Dann sollte ich eigentlich noch nach Namibia fliegen, weil ich irgendwann mal mit dem Finger auf einem Kaff namens Khorixas gelandet bin. Davor war ich bei Caro, um mit ihr Geburtstag zu feiern, habe sie den halben Abend nur zugejammert und schließlich meinen Flieger verpasst, bin schnurstracks zurück nach Hause und mit dem ersten Bus zu Ryk, nahtlos zurück in mein pausiertes Leben. Dann hat Basti seine Wohnung bekommen und wir haben ein paar Tage lang in der wunderbarsten Eintracht aller Zeiten zu dritt renoviert. Dann bin ich mit nach München gefahren, hab ihm beim Einräumen geholfen und dann ein paar Stunden lang geheult, weil er wieder mal einen Anflug von "du bist so toll, dass mir keine andere Wahl bleibt als meine vorletzte Bastion auch noch abzureißen" hatte (wobei sich die vorletzte Bastion auf die Polyamorie bezieht, die letzte auf den Veganismus) und es so unfassbar glaubwürdig klang diesmal, dass ich schon fast Hoffnung hatte, er würde meinem Einwurf, das würde er eh wieder zurücknehmen, diesmal tatsächlich etwas entgegensetzen. Hach ja. Drama. Dann waren irgendwie meine Sachen verschwunden und ich musste mir Jeans und einen Pulli von Ryk anziehen, um meinen Bus nach Hause noch zu erwischen. Dann war ich wieder zu Hause und irgendwie war alles total komisch.

    Es ist jetzt immer noch komisch. Ich konnte bisher noch mit niemandem so wirklich darüber reden, weil ich Basti (mit dem ich die letzten beiden Tage praktisch durchgehend rumgehangen habe) davon weitestgehend verschonen möchte und ansonsten noch keinen Kontakt zu Vertrauten hatte. Zumindest nicht in Situationen, in denen es angebracht gewesen wäre, ihnen die Problematik meiner Situation darzulegen. (Sarah und Peruaner-Pedro waren zwar vorhin da, aber die beiden zählen nicht. Zumindest in der Konstellation. Ich hätte nie gedacht, dass ich das mal sage, aber diese Menschen haben die Fähigkeit, voneinander das Beste herauszuholen, nicht gerade mit Löffeln gefressen.)

    Jetzt wäre also zumindest schonmal im Groben umrissen, wie es mir so ergangen ist in letzter Zeit. Und ich muss sehr dringend jetzt schlafen. Ryk schrieb mir zwar vor einer Ewigkeit, dass ich im Funkloch sitze (wir hatten ausgemacht, dass wir vielleicht nochmal telefonieren, wenn Sarah, Pedro und Basti wegsind, und dann hatte ich ihm bescheidgeschrieben und offenbar hat er versucht, mich zu erreichen), aber ich bin zu müde, um noch mit ihm zu reden. Und warum auch, wenn es eh alles ein Traum war. Weird. Surreal. Wie überhaupt alles. Nichtmal der universellen Gültigkeit der Monoamorie ist also zu trauen. Was für eine gigantische Matrix, in der ich da stecke. Ich und die ganze restliche Welt bis auf wenige Ausnahmen. Ich bin so müde, dass ich kaum mehr wahrnehme, was ich eigentlich tippe. Ich bin dann mal weg. Das sagte ich zu ihm auch immer, wenn er arbeiten musste und ich in der Zeit mich aus der Wohnung verflüchtigt habe. Wie wunderschön und warm die Wohnung jetzt ist, wo Basti drin wohnt. Gar kein Vergleich. Ich hatte letzte Nacht keinen Nerv mehr darauf, von Basti nach Hause zu wandern, und habe bei ihm auf dem Sofa gepennt. Zu Ryks Zeiten hätte ich mich unter der Kuscheldecke zu Tode gefroren. So konnte ich einfach die Füße außen drunterherschauen lassen. Welch ein Luxus. Der arme Basti. Ich habe so ein verdammt schlechtes Gewissen.

  • Darf ich dich behalten?

    Ich hab' dann heute einfach mal mit einem Nicken geantwortet, statt wie zuvor mit verbalen Ausflüchten à la "ich würd' gerne behalten werden". Nachdem ich offenbar nach wie vor unfähig bin, eine Verbindung zwischen meiner Innenwelt und hörbar geäußerten Worten herzustellen - danke auch, zu gut funktionierende unfreiwillige Selbstschutzfunktion - gebe ich mir umso mehr Mühe, das, was ich nicht sagen kann, auf jede erdenkliche andere Art zu demonstrieren. Vielleicht haben diese Aussagen von ihm - "wie bin ich nochmal an den liebsten Mensch der Welt gekommen?" - auch darin ihren Ursprung. Er kann reden. Wenigstens einer von uns. Wie sagt er so schön (und ich will nicht wissen, seit wie vielen Jahrzehnten zu wie vielen Menschen, aber am Ende waren es vermutlich doch weniger, als ich mir denke) - kennst du das, wenn du dein Glück berühren, aber nicht fassen kannst?

    Er wäre nicht unsicher, würde er den Unterschied feststellen zwischen dem, was ich tue, und dem, was ich normalerweise inclined wäre zu tun. Er hat nicht die Spur einer Ahnung, was für eine riesige Diskrepanz besteht zwischen dem, was ich inclined bin zu tun, und dem, was mich der immense Grad an Zuneigung, die ich ihm mittlerweile entgegenbringe, letztendlich zu tun befähigt. Jeder Mensch, der mich kennt, müsste mich nur drei Minuten lang in seiner Gegenwart beobachten und könnte ihm aus vollster Überzeugung versichern, dass dieses Verhalten durch nichts erklärbar ist außer ebenjenem Zustand vollkommener geistiger Verwirrung.

    Ich höre Bueltatzen auf Repeat, seit nunmehr schon fast einer Stunde.
    Ich weiß, ich weiß. Aber egal, was das am Ende für Dramen mit sich bringt; wer weiß, wann sich mir das nächste Mal die Gelegenheit ergibt, jemandem Bueltatzen an den Hals zu dichten.

    Das ist doch unmöglich. Jemand liebt mich, und ich glaube es auch noch. Natürlich glaube ich nicht, dass das lange so bleibt, geschweige denn ein schmerz- und zerstörungsfreies Ende nimmt, aber jemand liebt mich jetzt gerade, und ich liebe ihn zurück. Wie absurd ist das bitte. Ich hatte mit der Möglichkeit, diese Erfahrung zu machen, ehrlich gesagt in diesem Leben nicht mehr gerechnet.

    Jetzt macht der Luxmensch wieder Probleme. Argh. Argh. Argh. Würde ich nicht so unbedingt wollen, dass er Ryks Wohnung bekommt, wäre mir das ja alles egal, aber er MUSS es irgendwie heute hierher schaffen. Boah Mensch.. was für ein Chaos. Nebenbei erwähnt - ich habe noch nichts gepackt. Nichts. Und morgen bin ich weg. Theoretisch. Das wird ja mal lustig.

  • Ohne Wurst

    Sanskrit war zu einfach. Ich bin mit den Klausuren durch. Ich habe heute Zeit. Ein bisschen zumindest. Gleich gebe ich noch schnell Sofie Unterricht, kaufe auf dem Rückweg Küchenpapier (auch wenn es mir widerstrebt, aber ich fürchte, ich bekomme Ryk bis zu seinem Umzug nicht mehr so weit umerzogen, dass er die Überflüssigkeit und Umweltschädlichkeit von Küchenpapier als Füllmaterial noch einsieht) und lade wieder Geld auf mein Handy.

    Basti zieht in Ryks alte Wohnung. Bin ich grandios oder bin ich grandios? Ich habe Basti eine Wohnung gefunden und Ryk einen Nachmieter, nachdem sein Original-Nachmieter so unerwartet abgesprungen ist. Ich liebe das Leben.

    Ich bin morgen aller Voraussicht nach mit Kepa und dessen Mitbewohner bei Rini zum Weißwurstfrühstück. Danke, Kepa, für die unglaubliche Freude, die du mir damit bereitest, mich zu dieser Unternehmung bewegen zu wollen. Warum tue ich mir das an? Schmotzige Dunschtige hat man verschanzt im Haus zu verbringen, nicht bei Weißwurstfrühstücken damit, sich zuzugluggern. Das tut man nicht. Fasnet ist nicht meine Welt. Außerdem weiß ich nicht, wie Ryk morgen arbeitet, und laufe somit Gefahr, Zeit statt mit Ryk mit Weißwurstfrühstück, wenn auch ohne Weißwurst zu verbringen; gibt es etwas Sinnloseres? Aber es wird Alkohol dasein, weswegen auch ich dasein werde. So kriegt man mich eben doch immer, bedepperte Schnapsdrossel, ich. Außerdem ist es Kepa, der mich überredet. Kepa kann das. Und ich bin einfach nur so sehr gespannt, ob ich wieder gescheit mit ihm umgehen kann oder was da jetzt los ist. Nachdem sich Ryk jetzt ja relativ schnell als der (zumindest temporär, machen wir uns keine Illusionen) wunderbarste Fail der Geschichte entpuppt hat, müsste das doch eigentlich halbwegs unproblematisch funktionieren. Hach, was wäre das gut. Und die Rettung für Namibia.

  • Anflüge (oder: Zustände im Konflikt).

    Sanskrit. Morgen. Nicht gut.

    Natürlich nichts mehr gemacht gestern.

    Ich fühle mich hin- und hergerissen zwischen zwei Extremen.

    Eines ist dieses hier.

    Das andere ist dieses.

    Bueltatzen kennst du schon, sofern du mich kennst. Führt kaum ein Weg dran vorbei, weil Bueltatzen für mich die Welt bedeutet. Ich werde mir jetzt die Mühe machen, es zu übersetzen. Das habe ich nämlich bislang tunlichst unterlassen, so wie ich es ja generell an mir habe, meinen geschätzten Lesern Schrägstrich Bots eine unzumutbare Menge an Dingen zuzumuten, die sie ohne (die natürlich nie gegebene) Erklärung kaum in der Lage sein können zu verstehen.

    I want to see the world, but from your bed
    I want to see the world.
    The song on your lips that you can't forget
    I want to be that song.

    And where have you been hiding until now?
    In all these years too long, never showing up?
    Hold me by the hand, tight, I beg you
    It's dark and I don't know the way back.

    I want to be the sea in your storm
    I want to be the sea.
    The way home, only under your feet
    I want to be the way.

    And where have you been hiding until now?
    In all these years too long, never showing up?
    Hold me by the hand, tight, I beg you
    It's dark and I don't know the way back.
    I don't know the way back.

    I want to see the world, but from your bed
    I want to see the world
    from the watchtower of your words
    The song on your lips that you can't forget
    I want to be that song.

    And where have you been hiding until now?
    In all these years too long, never showing up?
    Hold me by the hand, tight, I beg you
    It's dark and I don't know the way back.
    I don't know the way back.
    I don't know the way back.

    Demnach war es umso ironischer, dass mir der Ukumensch (hallo, Ukumensch. Es ist über alle Maßen beeindruckend, dass du dir ein gesamtes Jahr lang meine fast-täglichen Schwallungen an Lebensschnipseln angetan oder aber nach dieser ganzen Zeit mal wieder random vorbeigeschaut hast. But, then, das deckt sich mit dem Inhalt eines unserer ersten Telefonate, in dem du mir deine Sicht auf Verbundenheit dargelegt hast. Es war trotzdem unerwartet, eine schöne Überraschung) neulich in Bezug auf Ryk und Schutzmauern schrieb, den Weg zurück würde ich ja kennen.

    Ich muss bei dem Lied öfter mal an Hänsel und Gretel denken.

    Zustand eins - Mariñelaren Zai - dagegen sieht folgendermaßen aus.

    The carpenter had a daughter,
    the most beautiful in the village
    Two men wanted to conquer her heart

    What is it, what is it, my daughter?
    - I'm in love with the sailor, father.
    But don't you understand it's impossible?
    You're meant to be with the young lord.

    She was then all longing for her forbidden love
    -The young lord is coming to ask for your hand,
    the sailor is going to Ireland.

    So it was, the forced wedding
    There were no rich people there
    And everyone was dancing, everyone was happy
    Forgetting about social differences

    What is it, what is it, my daughter?
    - I'm in love with the sailor, father.
    But don't you understand that's impossible?
    You're the young lord's wife.

    Still to this day we can see
    this daughter at the window
    Waiting, waiting for the sailor
    She has her hopes on the sea.

    Und dann natürlich das passende Kepa-Zitat dazu.
    "Um Himmels Willen, nicht warten."

    Und Ryk. "Es kann sein, dass ich in meiner letzten Woche in Konstanz von Lena-Anflügen geplagt werde; nicht persönlich nehmen."

    Und ich. "Passt."
    Natürlich passt es nicht. Bei aller Liebe zur Transparenz ist es, du wirst mir sicher zustimmen, nicht ganz einfach, die Exfreundinnen-Anflüge deines Freundes mit Würde und Verständnis hinzunehmen. Wie gut, dass ich lange genug Therapieerfahrung mit Caro und Şahin gesammelt habe, um das unschöne bis widerwärtige Gefühl, das heute genau wie damals bei solchen Bemerkungen aufkommt, klassifizieren und im Schach halten zu können.

    Irgendwo sind wir doch alle kaputt. Traurig, aber wahr.

  • Die reinste Effizienz.

    Oh Gowai, ich komm' ja zu gar nichts mehr. Wieso ist es der achte Februar? AAAH, ich will Zeit. Mehr davon. Viel mehr. Genug.

    Jetzt bin ich theoretisch am Sanskritlernen, praktisch dagegen dabei, mir unter den motivierenden Klängen des Pikachu-Songs (10-Stunden-Version) das Hirn langsam, aber sicher zerballern zu lassen - ich war nie ein Pokémon-Kind, aber diesen Pikachu-Ruf habe ich seit Silvester als "Kepa-ke, Kepa-kepa-Kepa-txooo" im Kopf und bekomme ihn da nicht mehr heraus, so eine Schande aber auch. Also muss ich jetzt die 10-Stunden-Version von diesem Lied hören, ist das nicht unfassbar wunderbar und logisch. Nein, nein, ich bin nicht auf Drogen. Wirklich nicht.

    Laura rettet mich, indem sie da ist. Ich werde mit ihr reden. Auch wenn ich mit Caro den Pakt geschlossen habe, dass wir beide lernen bis 3 und dann reden. Ich werde einfach reden bis 3 und dann reden, geht doch auch. Mit Ryk habe ich ebenfalls einen Pakt, der da lautet, ich lerne und er kommt her, wenn ich genug gelernt habe. In dem Fall dürfte er die Schwelle meines Hauses nie wieder überschreiten; "genug lernen" ist dieses Semester nicht drin. Konzentration Mangelware. Zeit nicht vorhanden beziehungsweise so ineffizient verschleudert, dass man fast schon meinen könnte, ich wäre tatsächlich in jemanden verliebt, der Ende des Monats die Stadt verlässt, und müsste meine freie Zeit demnach zu hundert Prozent mit dieser Person verbringen. Merkwürdig, das alles.

  • Paranoia spät am Abend; Paranoia, die ist schön. (Nicht.)

    Das war toll. Gleich schreibe ich Spracherwerb, gebe vorher noch Sofie Unterricht und sollte vielleicht jetzt etwas lernen. Ist ja nicht so, als hätte ich bisher noch nichts gelernt, nein. Gar nicht. Ist ja nicht so, als würde ich bestialisch nach Knoblauch stinken und müsste dringendst noch duschen, bevor ich zu Sofie fahre.

    Natürlich musste ich gestern, als alle wegwaren, einen betrunkenen Heulanfall schieben, nachdem Ryk damit anfing, es wäre ihm im Fall, wir würden uns "sowas wie trennen", sehr wichtig, mich als Freundin zu behalten. Ich wurde auf der Stelle paranoid und war überzeugt, gleich von ihm abserviert zu werden, fing an zu heulen und hörte eine halbe Stunde nicht mehr auf; wie grandios das einfach war. Nicht. Irgendwann sagte er, er würde mich lieben. Das war abstrus. Ich habe nichts zurückgesagt. Was auch. Du bist einer der wundervollsten Menschen, die mir je untergekommen sind, aber wenn ich mir erlaube, dich zu lieben, erlaube ich dir, mich zu zerstören. Du wirst mich so hart zerstören. Das vielleicht?

    Es gibt ihn nicht in mono. Es geht einfach nicht. Ich kann es nichtmal verdrängen, weil er es einfach selbst mit schöner Regelmäßigkeit auf den Tisch bringt, was auch gut so ist, weil es mich erinnert, die Mauer nicht vollkommen fallenzulassen, das bröckelige, poröse Ding, das nach der kurzen Zeit noch übrig ist.

    Lernen sollst du, lernen.

  • Man lenke sich von allem Wichtigen ab, vorzugsweise mit Essen.

    Antipasti. Das ist eine feine Idee. Und Kartoffeln, ein paar Packungen Tortilla-Chips und ganz viel Dip.

    Ich war gerade am Überlegen, womit ich die morgen erscheinenden Menschen (die ersten zwei Zusagen habe ich schon, Rini kommt tatsächlich von acht bis zehn vorbei und Marie schneit nach der Arbeit gegen halb zwölf herein) denn so verköstigen könnte. Wie ungemein praktisch, dass ich diese Antipasti habe. Und einen Rest Kräuterquark. Dann mache ich Salat - heute bei der Tafel gab es Unmengen - und meinen köstlichen Tortilla-Dip aus Sauerrahm vom Großhandel (der Inhalt eines der beiden 5-Liter-Eimer sollte doch mindestens noch gut sein) und Knoblauch und Schnittlauch. Pilze hab' ich auch, die fülle ich mit Knoblauchmargarine, und natürlich kommt das Fladenbrot zum Einsatz. Danke, Gowai, für diese wunderbaren Gaben. Danke, Großhandel und Türkenladen, für euren Müll, mit dem ich definitiv besser lebe als ein gewaltiger Anteil der nichtcontainernden Weltbevölkerung.

    Gleich kommt Sarah zum Proben, so gegen viertel vor acht. Ryk kommt um neun, und wie oder wann bereite ich mich für die Klausur morgen vor? Ich habe keinen Schimmer. Ich weiß nur, dass ich glücklich bin, wenn ich an die gelöste Essensfrage für morgen denke. Vielleicht sollte ich schonmal die Knoblauchmargarine machen, dann ist die morgen schon schön durchgezogen. Ja, ich glaube, das werde ich jetzt tun.

  • Huch, es ist ja Februar.

    Meine Güte, ich hab' morgen Geburtstag und es könnte meinem Bewusstsein ferner kaum sein.
    Jetzt habe ich soeben einen Aufruf an elf oder zwölf Menschen gestartet, sie sollen sich doch morgen Abend zu einer gemütlichen Runde bei mir einfinden, und hoffe einfach mal, dass ich das kopftechnisch gebacken kriege und nicht bis morgen Abend wieder vergessen habe. Spontanere Geburtstagsunternehmungen habe ich selten hingelegt, wenn überhaupt.

    Ich bin ja mal gespannt, wer kommt. Ich tippe auf Lisa, Ryk, Sarah, Pedro, Trudi, Marie, Lena safe. Johanna vielleicht. Rini, Kepa und Nicole eher nicht. (Wenn Nicole aus Hamburg runterkäme, nachdem wir praktisch seit Jahren nicht mehr dazu kamen, miteinander zu reden.. traurig, aber wahr.. das wäre jedenfalls wirklich mal was. Und Kepa fragte zwar gestern noch, ob ich an meinem Geburtstag was mache, aber er wird trotzdem nicht extra dafür aus Kempten herkommen. Und Rini hat sehr wahrscheinlich keine Zeit, die gute verplante Seele.)

    So, in zehn Minuten kann ich schon bei der Tafel anrufen. Ich hoffe, sie haben mal wieder ein bisschen was zum Retten da. Ich habe zwar noch türkisches Fladenbrot, aber würde schon gern noch ein paar Vorräte aufstocken.
    Und ich stinke zum Himmel, ich sollte duschen.
    Und danach schreibe ich Türkisch. Vielleicht. Ansonsten nächste Woche. Aber ich glaube schon, dass wir heute schreiben. Man wird sehen. Jedenfalls sollte ich heute hingehen.

    So ist das alles.

  • Mundua ikusi nahi dut.

    Ta non izkutatzen zinen orain arte - urte luzeegi hauetan, agertu gabe? Helduidazu eskutik, estu arren; ilun dago ta ez dakit bueltatzen.

    Beno, ez dago hain ilun, egia esan, eta beraz, badakit bueltatzen.
    Was das alles noch viel besser macht. Ich bin noch längst nicht dabei, ihm gedanklich Songs wie diesen zu widmen; ich habe nicht das Gefühl, ihn in irgendeiner Hinsicht zwingend in meinem Leben zu brauchen; er hat zwar ein Stückweit seine Fänge in mein Leben geschlagen, aber es sind glatte Fänge, ganz elegant gebogen, ohne Widerhaken - ganz wichtig, ohne Widerhaken. Jetzt kann ich nur hoffen, dass sich die nicht noch irgendwann unmerklich ausfahren.

    Meine Couch-Hostess in Windhoek hat mir abgesagt; ich hab' mich schon um Ersatz gekümmert bzw. bin dabei.

    Ich habe mich soeben dazu zwingen können, mir meine Türkischmappe ins Bett zu holen, um mir das r-Präsens für morgen zu Gemüte zu führen. Eigentlich hätte ich seit einer Stunde mindestens geschlafen, aber ich musste mich noch mit meinem Drucker und Ryks Mietvertrag auseinandersetzen. Außerdem habe ich gerade aus irgendeinem unerfindlichen Grunde beschlossen, dass ich nichts Besseres zu tun habe, als jetzt erstmal zu ihm zu fahren - die Macht der Gewohnheit kann so schnell zuschlagen. Mein Türkischzeug nehm' ich mit, dann kann ich morgen Früh lernen, während er arbeitet, und muss mich nicht um zehn Uhr schon aus dem Staub machen.

  • Neunundzwanzigster

    Überhaupt keine Lust zu schreiben. Ich muss aber schreiben, sonst bin ich später sauer auf mich.

    Gerade schreibe ich mit Kepa, und darauf habe ich zwar Lust, aber es hat auch so seine verwirrenden Züge. (Im wahrsten Sinne des Wortes, aber das ist jetzt konkret auf den Inhalt des Gespräches zurückzuführen und somit für die gesamte restliche Welt unverständlich).

    Ich kann nur vor mich hinstarren. Mir ist die Welt zu absurd im Moment. Ich bin nostalgisch und verloren und verwirrt auf einmal.

    Und müde. Oh, wie müde ich einfach bin.

  • Miau.

    Leider wurde das Nesselfieber, das mich seit Samstag Abend heimsucht, heute so schlimm, dass ich fast nicht wusste, wie ich in die Uni kommen sollte. Zum Glück war es besser, als ich erstmal dort war. Ich habe das 8.15-Seminar geschwänzt - wunderbar gemacht, letzte Stunde vor der Klausur schwänzen hat doch eh immer was, erst recht, wenn's dasjenige Seminar ist, das der Prof leitet, bei dem du BA schreiben willst und den die Klausur dementsprechend nicht allzusehr entsetzen sollte.

    Naja. Aber dafür habe ich bis um die 12 geschlafen und kam mir endlich mal nicht mehr so sehr wie ein Zombie vor. Sanskrit wieder unvorbereitet überlebt, in Euskera kurz aufgeblüht und dann ab nach Hause, wo ich mich todesfertig daran machte, mein lang geplantes Semmelknödel-im-Glas-Projekt in die Tat umzusetzen und nebenher etwas zu essen. Wurde Zeit; der Mensch ist halt nicht dazu gemacht, auf der Basis eines mickerigen, aus einer Banane und einem Löffelchen Schokoeis, Wasser und Milchpulver bestehenden Shakes über den ganzen Tag zu kommen.

    Gestern hat sich ja noch alles Mögliche Schöne ereignet. Ich habe nach einem wenig fruchtbaren Gespräch mit Mama über meine Lage (wer hätte es gedacht; was hätte da auch Anderes als eine totale Katastrophe rauskommen sollen) mich dann schnellstens auf zu Moritz gemacht, bei dem ich dann immerhin noch eine knappe Dreiviertelstunde Zeit hatte rumzuhängen. Und das war wirklich schön. Chrissi, sein Mitbewohner, war auch da, und während wir auch nicht dazu kamen, die Thematik anzuschneiden, war ich einfach nur total glücklich, dasein und mich so unkompliziert und erfüllend mit diesen beiden lustigen, lieben Zeitgenossen unterhalten zu können.

    Natürlich war ich ein kleines bisschen zu spät zurück - Peruaner-Pedro rief mich vom Parkplatz vor meiner Haustür aus an, da war ich noch nichtmal beim Bahnübergang unten vor dem Berg. Die von der Tafel sagten mir, als ich sie eine Minute danach anrief, dass sie absolut nichts dahatten, das ich hätte abholen müssen, und mit dieser Nachricht begrüßte ich Pedro, der mir daraufhin vorschlug, doch einfach ein bisschen zusammen um den Bodensee zu fahren. Gesagt, getan. Er hatte auch ein paar Sachen auf dem Herzen, aber den Großteil der Zeit verbrachten wir natürlich mal wieder mit meinem Kram. Und natürlich schaffte ich es nicht zu Türkisch um viertel nach drei, vielmehr fand ich mich irgendwann in Pedros Zimmer vor einem gigantischen einfarbigen Spiralenpuzzle wieder, an dem wir in ungefähr einer Stunde ungefähr fünf Stücke weiterkamen (und uns darüber nen Keks freuten). Dann wollte Pedro containern gehen - es geschehen noch Zeichen und Wunder. Natürlich ließ ich mir das nicht zweimal sagen - Containern mit dem Auto, gibt es etwas Luxuriöseres?
    Der richtige SuperGAU kam dann aber, als wir nach an sich schon recht erfolgreichem Beutezug noch zu Sarah fuhren und mit ihr zusammen unsere letzte Station anpeilten. Ich glaube, ich habe selten in meinem Leben so einen Fang gemacht wie gestern. Das war nichts Anderes als völlig absurd. Also, mein Kühlschrank, Gefrierfach und begehbarer Kühlschrank aka Bereich vor unserer Gartentür sind jedenfalls gut gefüllt.

    Irgendwann war dann endlich alles fertig und ich habe

    ...war ich dabei zu schreiben, dann tauchte ein unfassbar niedlicher bekiffter Ryk eine Stunde früher als erwartet bei mir auf und ich sah mich gezwungen, die Veröffentlichung dieses Eintrags auf später zu verschieben, genauer gesagt, auf jetzt.

    Er hat Trudi und Hannes kennengelernt und gleich mit ihnen gebondet, nachdem er feststellen durfte, dass die beiden auch zur Gattung der Graskonsumenten zählen, und Trudi ihm natürlich gleich anbot, mit ihnen noch einen durchzuziehen. Ich hatte inzwischen schon die tiefgreifende Erkenntnis gehabt, dass stoned Ryk in etwa das Goldigste ist, das mir je unter die Augen gekommen ist, und war glücklich, dass er die Gelegenheit hatte, noch mehr von dem Zeug zu inhalieren. Wirklich, ich kam mir fast selbst vor wie auf Drogen, solche Lachflashs hatte ich gestern. Was für wunderbaren Schwachsinn er einfach redet. "Leg dich andersrum, bitte, mich überfordert dein Gesicht aus dieser Perspektive. Wirklich jetzt, du solltest dich umlegen. Also, ich will dich nicht umlegen, und du sollst dich auch nicht umlegen, aber bitte leg dich um!"

    Was ist noch passiert, abgesehen davon, dass ich augenscheinlich anfange, mich in meinen Freund zu verlieben, und das auf Basis von Gras? Hm. Vorhin rief mich Peruaner-Pedro an, um zu fragen, wann er bei mir vorbeikommen soll, und ich war todesverwirrt, weil wir überhaupt nichts ausgemacht hatten und er mir aber einreden wollte, wir hätten etwas ausgemacht, und da mein Verstand noch nicht wirklich dawar, habe ich sogar wirklich gezweifelt. Jedenfalls muss ich noch Maialens Probeklausur machen und herausfinden, was ich heute Abend tue, um Ryk bescheidsagen zu können, ob ich nach der Uni zu ihm komme. Daran sollte ich mich jetzt wirklich mal machen, bevor Pedro hier aufkreuzt.

    Das Nesselfieber ist immer noch da. Und es tut weh. Trudi hat mit ihrer Mutter geredet und mir etliche Ratschläge von ihr übermittelt, mir Medikamente aus Harz und Heilpflanzen zur Verfügung gestellt und mir Shea-Butter zum Einreiben gegeben, was wirklich lieb von ihr war.

    Und ich muss jetzt ganz dringend aufstehen und mein Kokosöl ausspucken, und das eigentlich schon seit mindestens zehn Minuten.

  • Klarkommen. Irgendwie.

    Wie durch ein Wunder hat mein Instinkt den Weg zu meinem fast vergessenen Allheilmittel gefunden. Ich sitze also Artwork hörend im Bett, bei geschlossenen Fensterläden - schon wieder einer dieser Menschen, die von Licht aufwachen und es daher vorziehen, in komplett dunklen Räumen zu schlafen. Nur dass Kepa letztendlich doch immer sagte, ich solle nicht extra noch rausgehen und die Dinger zumachen - damit hatte Ryk dagegen kein Problem.

    Ich habe das furchtbarste Nesselfieber seit vorgestern Abend. Das ist stressbedingt und ich hatte es davor nur ein einziges Mal, an meinem neunten Geburtstag nämlich. Damals, weil ich so aufgeregt war, dass ich Geburtstag hatte. Am Ende musste meine Mutter meine Gäste nach Hause schicken, weil ich in schrecklichen, juckenden Pusteln gebadet war.

    Panik, Panik. Und müde. Artwork macht mich ruhig, und die verbleibende Panik macht mich müde - ich will schlafen.

    Klausuren. In einer Woche. In einer Woche. WARUM?

    Okay. Haha, es wird immer noch absurder. Moritz, mit dem Sarah und ich Musik machen, hat mich grad spontan zu sich eingeladen, nachdem ich ihm sehr ungeplanterweise von meinem verwirrten Zustand berichtet habe (selber schuld, wenn er fragt, was ich treibe.. nicht wirklich, natürlich) - ein Mensch, den ich fast nicht kenne. Auf einmal tut er das. Das ist.. Gowai, das ist so unfassbar lieb von ihm. Ich seh's kommen, ich fang an zu heulen, wenn ich dabin. Oder so. Vielleicht ja nicht, zu hoffen wär's.

    Jetzt habe ich Artwork durch und somit Motivation, aufzustehen und mich fertigzumachen und zu Moritz zu fahren. Ja, dann werde ich das wohl jetzt mal tun. Peruaner-Pedro hab' ich gerade noch geschrieben, ob er immer noch heute mit zur Tafel will - das hatte er mir angeboten letzte Woche, da er ja gerade Urlaub hat und irgendwann auf die Idee kam, wir könnten doch mit dem Auto fahren, dann müsste ich mich nicht so kolossal abschleppen.

    PANIK. Ich will weiter Artwork hören. Aber ich kann ja mein Leben schlecht ab jetzt Artwork hörend im Bett verbringen. Auch wenn es wenig gibt, das ich lieber täte.

  • Sobrecargada. Pt. 2

    Und wie meistens, wenn dann tatsächlich mal was passiert bei mir im Leben, bin ich wieder zu überfordert, um überhaupt davon zu berichten.

    Aber das Überfordertsein dürfte man verstehen, wenn man bedenkt, dass ich mit einem polyamorösen, radikalen, hochintelligenten, Menschen wie offene Bücher lesenden, komplett zerstörten, manipulativen, eloquenten, lebenserfahrenen, charismatischen libertären Kommunisten geschlafen habe, der mich heute Mittag fragte, ob wir nun sowas wie zusammenseien, und natürlich nichts Besseres zu tun habe, als ihm das mehr oder weniger zu bejahen und mir seither den Kopf zu zermartern, wie ich es schaffe, da unbeschadet wieder rauszukommen.

    YAY.

    Natürlich muss der erste Mensch, der in meinem Leben ernsthaft die Absicht an den Tag legt, eine Beziehung mit mir einzugehen, ein polyamoröser, radikaler, hochintelligenter, Menschen wie offene Bücher lesender, komplett zerstörter, manipulativer, eloquenter, lebenserfahrener, charismatischer libertärer Kommunist sein. Natürlich muss er das. Was auch sonst. Das Leben scheint mir viel zuzutrauen, wenn es es nichtmal für sinnvoll erachtet, dass ich erstmal mit einer konventionelleren Beziehung anfange, mich an das Konzept zu gewöhnen. Nein, es schmeißt mich ins kalte Wasser. Ich glaube, das wird noch interessant.

    Angefangen schon damit, dass es durchaus hätte sein können, dass er genau heute Abend mit einer was hat, die vor zwei Wochen noch meinte, er wäre ihr zu alt, aber nun wohl doch nicht mehr. (Sie hat nun aber heute Abend doch keine Zeit, also wird das wohl heute nichts mehr.) Das wirklich Abstruse ist, wie egal mir das ist. Was in erster Linie daran liegen dürfte, dass mein Hirn mit der Gesamtsituation überfordert ist und einfach einen auf Vakuum macht, sowie daran, dass ich Ryk gegenüber, glücklicherweise, zumindest momentan keine Gefühle whatsoever hege, die über die Zuneigung einer Katze gegenüber ihrem Menschen auch nur in Ansätzen hinausgehen. Danke, Leben, danke dafür. Ich danke dir aus ganzer Seele.

    Jetzt höre ich mein Summer, fummele an den leicht schmerzenden Spuren von seinen Killerbartstoppeln auf meinem Gesicht herum und finde das Leben abstrus.

  • Sobrecargada

    Und wie meistens, wenn dann tatsächlich mal was passiert bei mir im Leben, bin ich wieder zu überfordert, um überhaupt davon zu berichten.

    Aber das Überfordertsein dürfte man verstehen, wenn man bedenkt, dass ein polygamistischer, radikaler, hochintelligenter, Menschen wie offene Bücher lesender, komplett zerstörter, manipulativer, eloquenter, lebenserfahrener, charismatischer libertärer Kommunist an meiner von Blockaden und Komplexen gelähmten Person Gefallen findet und ich natürlich nichts Besseres zu tun habe, als darauf einzugehen und mir seither den Kopf zu zermartern, wie ich es schaffe, da unbeschadet wieder rauszukommen.

    YAY.

  • Maybe I'll sleep when I am dead.. Maybe.

    Ich habe so einen geisteskranken Schlafmangel, das ist schon nicht mehr schön. Diese Woche will es einfach nicht so hinhauen mit dem Schlafen; irgendwas ist doch immer. Gehen wir durch:

    Montag die ungeplante Diskussionsrunde bei Marie; um drei im Bett, um acht in der Uni.

    Dienstag Abend zuerst knappe drei Stunden mit Basti geredet (gegen Ende wurde ich zunehmend komatös) und dann nochmal bis halb drei mit Caro. Übelstes Komaskypen (was das Gespräch nicht unbedingt uninteressanter machte).

    Mittwoch Nacht mit einem linken Aktivisten aka frischgebackenem Motorsportjournalist auf dessen Couch gehangen und halbwegs erfolglose Bemühungen angestellt, seinen Redekünsten, seiner Offenheit und seiner Nähe standzuhalten und herauszufinden, was um alles in der Welt es eigentlich ist, das ich will.
    Um vier im Bett, um zehn nach neun mit dem Wachheitsgrad einer Leiche demselben Menschen die Tür aufgemacht, um ihn mit meinem Standardfrühstück zu verköstigen, dem mit Guaraná-Pulver angereicherten Bananenshake. Um elf in die Arbeit, was sich allein schon wegen des Gespräches gelohnt hat, das ich dort mit Sarah hatte. (Transparenz. Ich liebe Transparenz.) Und wegen des Essens, das uns Peruaner-Pedro vorbeibrachte. Der kocht momentan immer für Sarah, solange er Urlaub hat und nichts zu tun. So eine Seele von einem Mensch.

    Nun gleich ins Kino mit Lisa - nachdem ich die Verabredung gestern ja absagen musste dank meiner genialen Fähigkeit, Kalender zu checken, bevor ich mich anderweitig verabrede, um Lasagne zu essen und festzustellen, dass es ein polygamistischer Kommunist irgendwie auf mich abgesehen hat, und daraufhin Stunden damit zuzubringen, mich von ihm im Arm halten zu lassen, während sich in meinem todesverwirrten Kopf das altbekannte Drama abspielt und der Rest von mir derweil nichts Besseres zu tun hat, als in dem schieren Segensgefühl aufzugehen, das Caro zu erklären ich letztens noch so immense Schwierigkeiten hatte, hatten wir uns zuerstmal mit Rini auf Donnerstag geeinigt - heute - bis ihr dann einfiel, dass sie mit ihrer Mitbweohnerin ins Kino gehen wollte, und mir kurzerhand sagte, wir könnten ja dazustoßen, um uns immerhin diese Woche überhaupt noch zu sehen. (Und jetzt sag mal ehrlich, war das nicht ein Wunderwerk von einem Bandwurmsatz? Rekursivität, oh Allmächtigste der Allmächtigen, geheiligt werde deine Präsenz in der menschlichen Sprache.)

    Deswegen muss ich aber auch in zwanzig Minuten los, Scheiße. Das ist nicht gut; jetzt habe ich schon wieder die Stunde, die mir blieb, nicht zum Schlafen genutzt. Langsam wird es zu viel. Oder eher zu wenig.

    Nachdem wir im Kino waren, falle ich wie ein Stein ins Bett und schlafe drei Tage durch gehe ich zu Ryk und verdrücke den Rest Lasagne. Er meinte, ich solle doch einfach mit Lisa vorbeikommen, als ich ihm von meinen Kinoplänen berichtete, aber irgendwie fürchte ich, dass Lisa nicht mitkommt. Es wäre auch weird irgendwie, glaube ich. Jedenfalls wird es so lange wie heute Früh nicht werden, weil er morgen um sieben arbeitet und ich, glaube ich, ansonsten auch einfach mal bei ihm auf dem Couchtisch kollabieren würde oder sowas.

    Wenn ich nach Hause komme, falle ich wie ein Stein ins Bett und schlafe drei Tage durch werde ich erstmal mit Caro reden, der habe ich das nämlich versprochen und es wird ja bis dahin auch schon wieder mehr zu berichten geben. Immerhin sehe ich den Menschen dann gleich zum dritten Mal an einem Tag. Er ist wirklich ein ungeduldiger Mensch. Leider auf eine sehr angenehme Art. Gawd, ich bin doch furchtbar. Da bildet man sich sein halbes Leben lang ein, man wäre vor Attraktion ohne eindeutige Gefühle gefeit. Von wegen. Offenbar ist "Attraktion ohne eindeutige Gefühle", wenn ich nur welche auf jemanden ausübe, mein zweiter Vorname. Das kombiniert mit meiner grandiosen Selbstsicherheit und Lebenserfahrung, undramatischen Art und Einstellung zu zwischenmenschlichen Beziehungen ergibt ein wunderbar sinnvolles Bild. Oh, wie furchtbar es ist, ein Mensch zu sein. Man hält sich für was ganz unsagbar Tolles und dann stellt man irgendwann fest, man ist ein Opfer seiner allerrudimentärsten Bedürfnisse wie jede andere gowaiverdammte Kreatur auf diesem Planeten auch. Uff, welch ein Schlag ins Gesicht. Aber was eine Erleichterung auf der anderen Seite. Man müsste jetzt nur die conflicting Seiten seiner gespaltenen Innenwelt irgendwie dazu bringen, sich einander anzunähern, und hätte ein riesiges Problem weniger. Vielleicht ist Therapie wirklich gerade keine so schlechte Idee.

    Wenn ich dann irgendwann mit Caro fertigbin, falle ich wie ein Stein ins Bett und schlafe drei Tage durch rede ich noch mit Laura, wie sich soeben herausstellte. Uff, das wird immer schlimmer. Aber sein muss es trotzdem. Und wie das sein muss.

  • No Exception Pt. 2

    Ich bin ja immer mehr am Verzweifeln, weil mir die Motivation fehlt, meine Songs gescheit aufzunehmen.
    Natürlich fehlt mir außer der Motivation auch das nötige Know-How, aber dank meiner mittlerweile wieder gesenkten Ansprüche an mich selbst ist das nicht das primäre Problem.

    Offenbar gehe ich jetzt deshalb dazu über, Aufnahmen zu Youtube zu laden, die mehr zufällig entstanden sind als irgendwas sonst, roh, verstimmt, live, rauschend, spontan.. ohne großartige Qualitätsansprüche. Aber trotzdem gut, irgendwie. Gerade habe ich das Textvideo für No Exception fertiggestellt, das ging schnell und hat Spaß gemacht, und das Ganze mit einer Aufnahme unterlegt, die ich neulich gemacht habe, in einem seltenen Anfall von Gut-singen-können und Motivation, Dinge aufzunehmen.

    Mir ist ja mittlerweile aufgefallen, dass ich einige meiner Lieder wirklich gut finde. Destinations zum Beispiel, Summer, Reality Can Wait. Und noch etliche, die du nicht kennen kannst, weil sie bisher nur in meiner eigenen Welt existieren. Our 100%, Book of Life, Mango Trees, Traveler, Strawberry Picker, Sometimes it's Hard to Open your Hand.. Ziemlich viele sogar. Ich bin nicht übel eigentlich im Schreiben, wirklich nicht. Ich muss nur an der Umsetzung arbeiten.

    Gerade stelle ich fest, dass ich erstaunlich viele der oben genannten Lieder dem Ukumensch zu verdanken habe. Ukumensch, ach, Ukumensch. Es tut mir leid; ich war völlig zerstört und musste einfach nur flüchten. Es kam mir nicht in den Sinn, du könntest dir vorkommen, als würdest du fallengelassen werden. Aus meiner Perspektive hattest du es dir so vollkommen selbst zuzuschreiben; du hast es so sehr drauf ankommen lassen, das ich mir nicht einmal vorgestellt habe, es könnte dir trotzdem nicht gefallen. Aber ich bin mir recht sicher, dass, being yourself, du meine Flucht ganz gut verkraftet hast. Und immerhin bleibt dir das Wissen, mal wieder jemanden fürs Leben geprägt zu haben. Das kannst du gut.

  • Lichtwissen und Nichtwissen

    So war ich also gestern vielerseits beschäftigt: Fürchterliche Mandelentzündung. Unmengen an Brot von der Tafel abgeholt, dabei Marie begegnet und mich spontan für den Abend mit ihr verabredet, Uni (ja! Ich war tatsächlich mal wieder bei Türkisch, man sollte es kaum glauben. Und ich kam sogar noch hinterher, auch wenn ich das r-Präsens bei Gelegenheit nochmal gründlich verinnerlichen sollte), spontanes Kochen und Essen mit Peruaner-Pedro und der noch spontaner dazugekommenen Sarah, dann schneite Rini rein, um sich was von dem abgeholten Essen zu holen, und dann ab zu Marie, wo ich bis kurz vor eins nicht wegkam, weil es einfach zu spannend war, mit ihr und ihrem Mitbewohner - Nik, auch ein äußerst interessanter Mensch, sozialfähig, intelligent und eloquent, so eine Mischung findest du nicht oft - über die Doku zu diskutieren, die Marie und ich soeben gesehen hatten, Am Anfang war das Licht.

    Nach vier Stunden Schlaf dann vorhin ab zu Sprachkontakt, was ein Akt. (Und was ein Reim.) Ich kam zwar zu spät, aber es grenzte für mich an ein Weltwunder, dass ich überhaupt dawar - noch dazu wach und aktiv im Kursgeschehen involviert, wie immer. Dieser Kurs gibt mir so ein gutes Gefühl. Hoffentlich wird die Klausur zumindest halb so gut, das würde mir schon reichen. Hauptsache, ich blamiere mich nicht komplett, dann kann ich die Bachelorarbeit beim Kaiser gleich knicken. Oh, welch ein Druck. Nicht dass mich das dazu bewegen könnte, schonmal anzufangen zu lernen oder derartig Abstruses. Why, oh why.

    Gleich zu Sanskrit. Unvorbereitet, natürlich. Wie ich das immer durchziehe, knallhart. Ich bin das konstanzerische Äquivalent zu Mamas allseits geliebtem Ex-Kommilitonen Benjamin. Schon hart. Aber immerhin studiere ich nicht Sanskrit, ich belege es nur.
    Und dann Euskera. Whoopie!

    Und später noch Probe bei Moritz. Ich habe keine Lust drauf und bin auch nicht überzeugt davon, dass ich Sarah heute schon wieder sehen will; momentan finde ich den Umgang mit ihr so schwierig, dass es mir fast schon lieber wäre, wir hätten noch weniger davon miteinander. Könnte an mir liegen oder auch nicht, zer dakit nik. Was weiß ich. Andererseits bin ich mit großer Wahrscheinlich nur auf emotionaler Distanz zu ihr, weil ich das Gefühl habe, sie würde mich selbst nicht mehr mögen. Nichtmal in Ansätzen. Sie weiß es vielleicht nur noch nicht. Wie tragisch, wenn Menschen sich so sehr verändern. Jedenfalls aber hieße das, hätten wir mal wieder einen Kontakt ähnlich unserem früheren, würde es vielleicht alles besser werden. Vielleicht, sag' ich. Zer dakit nik.

  • Fürchterlich.

    Wie schlimm es einfach heute ist. Wie furchtbar ich diesen Mensch vermisse. Genau den, mit dem ich ja doch nicht gescheit reden kann, wenn er da ist. Genau den, der es irgendwie fertigbringen würde, mich nicht festzuhalten, selbst wenn er hierwäre. Genau den, mit dem ich lernen könnte ich selbst zu sein, was ehrlich gesagt an diesem Punkt das Einzige ist, das ich gerne wäre, der aber sich selbst versteckt und mir so das Lernen gar nicht erst ermöglicht.

    Ich schwärme zu wenig, wenn ich verliebt bin. Was dazu führt, dass meine Vertrauten zwar bis ins kleinste Detail darüber bescheidwissen, was für schreckliche Dinge mir die Person (meist unwissenderweise) so alles antut, was für Verwirrung sie stiftet, was sie nicht versteht, was ich nicht verstehe... aber im Endeffekt kaum je erfahren, was mich dann überhaupt dazu bringt, sie zu mögen. Sie fragen auch nicht - wobei, das stimmt so nicht. Caro hat mich gefragt, warum ich Kepa mag, aber ich habe ihr nichtmal geantwortet.

    Vielleicht weil es in meiner Lage etwas Selbstzerstörerisches an sich hat, darüber nachzudenken. Und weil ich mir denke, das begreift man doch eh nicht, von außen betrachtet. Und es zeigt Schwäche, und das kann ich ja so super. Nicht. Und Selbstschutz ist es; wenn ich laut aussprechen will, was es genau ist, das mich so ungemein verletzlich macht, muss ich erstmal selbst genau darüber nachdenken. Wenn ich dann genau darüber nachgedacht habe, ist es felsenfest in meinem Kopf verankert. Und wenn ich es dann verliere, tut es dreimal so weh. Das, was man eh im Begriff ist zu verlieren, schaut man sich doch besser nicht extra direkt davor nochmal genau an.

    Am besten, man schaut es überhaupt nicht an. Es dringt ja so schon genug davon durch. Stellt sich die Frage, wo dann stattdessen hinschauen? Seine guten Seiten sind wie die Sonne, warm und leuchtend, und wie diese tun sie mir weniger Schaden an, wenn ich nicht direkt reinsehe. Aber wohin sonst sehen; seine Fehler sind Sterne - trotz all ihrer Zahllosigkeit kaum greifbar. Versuche einen einzelnen genau anzusehen, und es wird dir kaum gelingen. Sie erfüllen ihre Funktion nicht, die warnende, relativierende, die sie haben sollten. Da, wo mein objektiver Blick auf seine Fehler sein sollte, drängen sich auf engstem Raume die Überdosis Geduld, die unangebrachte Gleichgültigkeit, das bei Weitem zu stark ausgeprägte Verständnis, der altbekannte Drang zu helfen und vermutlich noch eine Portion Blindheit.

    Und wenn ich versuche, gar nicht erst bis nach innen vorzudringen, suche ich auch nur die Wärme in seinen Augen.

    Ich kann nichtmal behaupten, ich wäre gern weniger dramatisch. Im Gegenteil; ich wünschte mir, der Rest der Welt wäre es mehr.
    Noch mehr aber wünsche ich mir, er wäre nicht so ein Depp und ich könnte mehr ich selbst sein.

  • Pika-pi..

    So. Dann trinke ich mal schnell meinen Tee aus und wende mich wieder der Transkription von Caros Interview mit Jesse Michaels zu. Sachen gibt's, die gibt's gar nicht.

    Wenn ich noch zwei Punkte transkribiert habe, werde ich eine Pause machen und Ingwersauce herstellen und einkochen. In meinem Einkochautomat. (Oder Eikochautomat, wie Papa gestern zu unser beider Belustigung zuerst verstand.) Ich freue mich so unheimlich dadrauf, das glaubst du nicht..

    Ich habe inzwischen mit Kepa wegen Basti und Namibia geredet (geredet! So richtig mit Telefonieren! Es geschehen noch Zeichen und Wunder) und gestern Letzterem erstmal mitteilen müssen, dass das nichts wird. Er hat es mit Fassung aufgenommen, auch wenn er ein-zwei böse Bemerkungen gemacht hat in Richtung, mit der Einstellung könnte Kepa ohne Weiteres auch in Luxemburg leben. Dafür hat er sich allerdings ruckzuck entschuldigt, nachdem er gemerkt hat, dass mir das gar nicht so passt.
    "Sorry. Ich hab' grad nicht dran gedacht, dass du.. ja. Na, egal."

    Macht nichts. Ich würd's auch gern mal vergessen. Stattdessen träume ich Schwachsinn, wenn ich schlafe, und denke Schwachsinn, wenn ich wachbin, und bin eine einzige riesige Sammelstelle für Schwachsinn und Verwirrung und eine nicht enden wollende Ladung dieser völlig irrationalen Unfähigkeit, einfach mal aufzugeben, ein einziges riesiges Arrrgh.

    Nun aber gehe ich transkribieren und Sauce machen und weiter transkribieren und Unizeug prokrastinieren und mich daran erinnern, dass ich ein Leben habe, das ich auf gar keinen Fall verlieren werde, auf keinsten Fall, egal, was sich ein einzelner bedepperter Mensch zu tun oder eben nicht zu tun entschließt.

  • Wanda.

    "Egunak oraindik ez du argitu baina... oskarbi dago zerua."

    Nein, andersherum. Egunak argitu du orain baina hodeitsu dago zerua. Hodeitsu dago egun osoa.

    Ich bin müde, und das ist noch leicht untertrieben. Aber natürlich kann ich jetzt nicht schlafen, sonst bin ich ja tot, wenn ich nachher zu Lisa fahre. Und danach ist Probe mit Sarah und Moritz, also vorerst keine Chance auf Erholung von den Strapazen der letzten Nacht.

    Kepa hat mich angerufen, während ich in der Uni war. Wenn ich nur wüsste, was er wollte. Nachdem ich ihm gesagt hatte, dass ich gerade in Euskera sitze, hat er sich geweigert, es mir mitzuteilen. Er würde es dann später nochmal versuchen, sagte er. Ich habe ihn zurückgerufen, als ich rauskam, aber er ging nicht ran. Er macht mich noch vollkommen fertig macht mich dieser Mensch.

    Ich schlafe jetzt einfach trotzdem. Sei ich auch nachher tot. Containern muss ich auch noch; meine Eltern kommen morgen für ihren zweiwöchentlichen Großeinkauf in die Stadt, ganz nach Schweizer Manier, und natürlich möchte ich ihnen so viel es geht davon abnehmen. Dafür nehme ich sogar in Kauf, nach der Probe nochmal loszutingeltangeln, obwohl ich bis dahin wahrscheinlich komatös bin.

    Kepa schrieb mir eben, er wäre jetzt auf der Arbeit und würde mich später anrufen. Ich bin vollkommen verwirrt. Warum will er mich jetzt unbedingt anrufen, was ist denn los? Er ruft mich nie an, außer es ist etwas Dringendes. Organisatorisches meistens. Oder aber um mir zu sagen, dass ihm ich nicht über Facebook die drogendealerischen Tätigkeiten meines Hundes mitteilen soll. (Und daraus resultierte dann unser einziges, dafür aber vierstündiges Skypegespräch. Ich bin also mehr als froh, es doch getan zu haben.)

    Na wunderbar. Jetzt habe ich es tatsächlich geschafft und bin nunmehr paranoid, dass es was Fürchterliches ist und etwas mit Namibia zu tun hat, oder aber mit mir, oder noch schlimmer, mit Beidem, der absolute Super-GAU.
    Worst Case Scenario? Lass mich überlegen. Er hat wirklich irgendwas Unentschuldbares daran gefunden, wie ich den Luxmensch in unsere Reise einschleusen wollte. Oder allgemein irgendwelche negativen Gefühle mir gegenüber. Verachtung? Oder er ist sauer? Selbst die allerharmloseste Genervtheit wäre genug, um mich fertigzumachen. Allerschlimmstenfalls wäre er darauf aus, mich zu verletzen. Natürlich ist dem nicht so, zumindest wäre das niemals sein vordergründiges Ziel. Aber was weiß ich denn, ob es nicht zwangsläufige Konsequenz aus dem ist, das er mir zu sagen hat. Ach, keine Ahnung, ich habe einfach nur eine schwammige, undefinierte Panik, er könnte mich aus dem Fenster schmeißen.

    Haha, weißt du, am Ende ist es irgendwas total Stumpfes wie.. Aber mir fällt nichts ein, nichts Stumpfes, weswegen er mich anrufen sollte. Die ganze Zeit nicht bei Facebook antworten und dann auf einmal anrufen. ARGH.

    Mein Kopf ist unglaublich platt, habe ich das Gefühl, nach den drei Stunden Euskera. Heute war wirklich hart. Hart, aber gut, natürlich. Daniel hat ein paarmal im Hika mit mir geredet (was Sinn macht, weil wir ja dabeisind, ihn durchzunehmen, den Hika). Ich wäre fast geschmolzen. Irgendwas ist sehr, sehr verkehrt mit mir. Das darf man gar keinem erzählen, was ich für einen merkwürdigen Hika-Fetisch habe. Wie gut, dass kaum ein Mensch die Kunst des Hika beherrscht, sonst wäre ich leichte Beute für jeden, der mich in irgendeiner Weise instrumentalisieren möchte.
    Ich weiß, wer niemals erfahren darf, was es mit mir und dem Hika auf sich hat, Basti nämlich. Der würde auf der Stelle alles stehen und liegen lassen und sich daran machen, den verdammten Hika zu lernen - und er würde es schaffen - und dann würde er zeit seines Lebens nur noch Hika mit mir reden und ich müsste zusehen, wie ich es fertigbringe, nicht vollkommen wehrlos zu werden ob der Wirkung der Wörter. Es reicht ja schon, dass er anfängt, seine Facebooknachrichten mit simplen (aber nichtsdestotrotz effektiven) Wörtern auf Euskera zu versetzen. Verdammt sei mein Faible für diese Sprache, es sei verdammt. Ich komme mir wirklich vor wie.. hier. Schau. Language fetish at its best - wohl auf ewig eine meiner lebensdefinierendsten Szenen.

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Hier übrigens mein anderer Blog, "Save the lettuce" - für Verwendung und gegen Verschwendung: http://aspestie.blog.de/

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