szmmctag

  • Writer's Eyes

    Uxue Apaolaza. Seitdem ich mit Daniel das eine Mal pro Woche einen ihrer Texte durchackere, habe ich wieder Ambitionen zu schreiben. Nicht beschreiben, blogmäßig, tagebuchmäßig, sondern so richtig, stilistisch wertvoll, kreativ, poetisch, metaphorisch, alles. Seitdem sehe ich die Welt wieder mit ganz anderen Augen. Schreiberaugen, könnte man fast meinen. Auf einmal erscheint mir jedes kleine Facettchen wie eine Inspiration. Da sieht man mal wieder, was für ein psychologisches Gefudel eigentlich das Schreiben ist. Was auch immer du schreibst, es ist nichts Besonderes; es war schon in aller Leute Augen. Alles, was du machst, ist eigentlich, zu schreiben, was jeder sieht, nur mit anderen Wörtern, welchen, die sie alle nicht sehen. Manchmal. Und manchmal ist es auch anders, und selbst das funktioniert.

    Ich habe einen atemberaubenden Satz heute hinbekommen in meinem privaten Euskera-Unterricht:

    "Allí se ven cosas que normalmente no se ven."

    Natürlich habe ich jetzt wieder vergessen, wie man das sagt. Han, normalean ikusten ez dituen gauzak ikusten da? Ditut? Dituzte? Oh je. Mein Kopf wird schwammig und fordert mich zum Schlafengehen auf. Es war auch nicht gerade der unanstrengendste Tag meines Lebens. (Aus Hamburg wiederkommen, Euskera, kurz nach Hause, in die alte Wohnung zur Vorabnahme, kurz nach Hause, eine Wand der alten Wohnung streichen, Zimmer und Terrasse zu Ende leerräumen, zum Zähringer fahren, Tasche verloren haben, zurück zur alten Wohnung, Tasche suchen (erfolglos), kurz nach Hause, zur Polizei mit Trudi und ihrem Bruder, nach Hause, EC-Karte sperren, Schokofondue mit Film (Charlie & the Chocolate Factory, was gibt es Passenderes) und ab ins Zimmer. Ruhe. Googlen, wie man mit wenig Platz im Kleiderschrank viele Anziehsachen unterbringt (Kopenhagen war erfolgreich). Schlafen. Ade, gabon.

  • zaila da

    Es geht wieder besser. Mein gestörter Kopf scheint sich ein wenig beruhigt zu haben. Ich habe auch keinen Drang mehr zu heulen. Ich bin sehr müde (auch wenn es geschlagene zwölf Uhr war, als Pedro heute an meine Terrassentür klopfte, um mich nach Hause zu transportieren), aber das musste doch noch mitgeteilt werden.

    Ich hab' mich gerade in diesem Lied wiedergefunden.

    Hätte ich daran gestern gedacht, wäre nichts Gutes dabei herausgekommen.
    Ich bin verwundert, weil ich mich immer einsamer fühle, obwohl ich immer weniger auch nur dazu komme, für mich alleine Zeit zu verbringen. Hoffentlich spielen mir die Medis keinen Streich; nicht dass sich meine Wahrnehmung wieder verzerrt.

    Am meisten verwundert mich das Gedicht von Kepa-Pedro. Genauer gesagt seine Akkuratheit. Es ist Wort für Wort so akkurat, dass ich damals unwillkürlich das Bedürfnis hatte, mich dazuzustellen, zu dem sehr einsamen Mädchen im Garten hinterm Blumenbeet. Es ist schon ziemlich merkwürdig, wenn über dich solche Wahrheiten geschrieben werden, dass du nach über einem Jahr erst feststellst, wie wahr sie waren. Und nicht aufhörst, dich zu wundern.
    Wenn ich wieder wach und zurechnungsfähig bin, schau ich mir das Ding nochmal an. Danke, Facebook, für unendliche Verlaufspeicherung.

  • Es que la madre de José me está volviendo loco.

    Drei Uhr sechs. Mich selbst verblüffende nächtliche Fluchtaktion in meine alte Wohnung: Check.

    Grund? Vermutlich bloß der, dass ich jetzt offenbar vollkommen durchdrehe.

    In meinem neuen Bett liegen Sarah und Peruaner-Pedro, die irgendwann zwischen der zweiten Hälfte von Dead Poets Society und dem Lichtausmachen zu der Einsicht gekommen zu sein scheinen, dass sie sich gegenseitig wohl wirklich ziemlich gerne mögen. Von seiner Seite aus war das wenig überraschend, vor allem weil er mir ein paar Stunden davor noch im Auto selbst eröffnet hatte, dass er Sarah toll findet. Sie dagegen dürfte jetzt noch um einiges verwirrter sein als vorher.

    Um Sarahs Männerleben kurz zu skizzieren: Es gibt einen, den sie mag, aber es ist kompliziert. Dann gibt es einen, der sie vergöttert und mit dem sie sich zur Zeit eigentlich auch mehr oder minder "arrangiert" hatte - sie mag ihn zwar auch, aber ihre Begeisterung hielt sich von Anfang an in für mich Skepsis erregenden Grenzen. Jetzt gibt es noch einen, der sie mag; den mag sie offenbar auch. Uff.

    Ja, uff, ich sag's dir. Nun begab es sich heute, dass ich einfach unfassbar dramatisch gelaunt war und mal wieder meine entsetzlichsten Seiten zum Vorschein kamen. Üblicherweise werden die von Medikamenten übertüncht und das ist ganz gut so. Heute Abend hat das Tablettchen keine Anstalten gemacht, irgendetwas zu übertünchen. Pedros Geständnis mir gegenüber, dass er Sarah toll findet, hat mich volle Kanne umgehauen wie ein Schlag ins Gesicht. Nicht weil ich ihn selbst toll finden würde, einfach weil (oder zumindest lautet so meine eben auf der Wanderung hierher ausgetüftelte Theorie) ich es einfach nicht mehr aushalte, wie ringsherum Leute zueinanderfinden. Wie einfach es für sie ist. Wie Sarah alle paar Minuten jemanden abzustauben scheint in letzter Zeit, wobei mir zwei der drei Kandidaten zu verdanken waren. (Das Tragische ist ja vor allem.. ach, nee, lassen wir das.) Wie unmenschlich missgünstig ich bin. Caro hatte so Recht, als sie das damals sagte. Sie hatte so Recht.

    Ich kam mir dann in meinem Bettchen einen kleinen Tick wie ein Fremdkörper vor, konnte (ursprünglich Dead Poets Society-induzierterweise) nicht aufhören zu heulen und ganz bestimmt nicht einschlafen, so sehr ich's versucht habe (das Geflüster der beiden half auch nicht) und beschloss irgendwann, mich taktvoll aus dem Staub zu machen. Was nicht unbedingt einfach zu bewerkstelligen war in Anbetracht der Tatsache, dass die Aufgabe darin bestand, mich aus meinem eigenen Haus taktvoll aus dem Staub zu machen. (Wir hatten seit Freitag Abend ununterbrochen Zeit zusammen verbracht; das Sleepover in meinem zum Glück zumindest ausziehbaren Bett ging heute schon in die zweite Runde.) Ich hab' mich dann im Dunkeln mit meiner Decke bewaffnet aus dem Zimmer geschlichen, bin natürlich in der Küche erstmal geradewegs gegen irgendetwas auf dem Boden Befindliches geknallt und hätte die halbe Welt aufgeweckt, hätte diese denn vorher geschlafen, habe dann ohne Licht einen Zettel geschrieben, auf dem ich ungefähr die Situation erläutert habe, und mir unter dem Vorwand des Nichtschlafenkönnens den Computer aus dem Zimmer geholt, mit Sarahs Hilfe sogar. (Es ist immer noch Chaos in meinem Zimmer.) Und ab ging's, nach einer offenbar erfolgreichen Leise-Rausbewegungs-Aktion, ab nach Ehemals-Zuhause. Wie praktisch, dass ich diesen Monat zwei Zimmer habe.

    Und jetzt geht's mir besser. Whoa,ich musste so dringend allein sein, ich hab's nicht mehr ausgehalten da drin. Jetzt habe ich schon den Eindruck, dass ein halbwegs gesunder Geisteszustand wieder bei mir Einzug hält. Ich kann mich schon fast nicht mehr in die suizidal angehauchte Stimmung vor einer Stunde hineinversetzen. Das ist sehr gut.

  • "A veces creo que soy un poco hiperactivo."

    Sagte mir Peruaner-Pedro vorhin - easily der hyperaktivste Mensch, den ich je kannte.

    Im Folgenden eine Erwiderung, die mir erst einfiel, als ich schon fast zu Hause war - natürlich. Weil Schlagfertigkeit und ich einfach nicht zusammen existieren können.

    "Ya te digo, es bastante aburrido no ser hiperactivo. Todos los pensamientos son tan lentos.. nunca se le ocurren ideas locas a uno.. bueno, a veces sí, pero no tantas."

    So weit, so gut - das hab' ich auch in der Originalsituation hinbekommen.

    "Yo muchas veces no lo soy. Y siempre creo que.. que me falta algo. Un poco de ánimo, un poco de optimismo... O sea, es bueno ser como eres tú. Bueno, me preocupo un poco por el tiempo de vida que vas a perder por dormir siempre tan pocas horas.. y por siempre gastar tanta energía. Pero en fin, es energía bien gastada.. en una vida que vale la pena vivir."

    Das wiederum hab' ich dem spärlich bewölkten Sternenhimmel erzählt, meiner Straße und dem Kies vor meinem (noch immer) neuen Zuhause, auf dem ich mein Fahrrad abgestellt habe.

    Es ist viel zu spät; wie um alles in der Welt soll ich gleich schon wieder arbeiten. Was für ein Glück ich habe, dass ich nicht um acht auf der Matte stehen muss in meiner Arbeit.

    Mein Umzug (so viel Mein in diesen paar Zeilen) ist jetzt vollbracht. Das war vielleicht eine Aktion vorhin; mit dem Foodsharing-Fahrradanhänger und Sarahs Hilfe habe ich aus zwei Wohnungen Zeug in meine neue verschleppt - oh, ich freue mich schon so darauf, Susmitas Regal in meine sich langsam herauskristallisierende Zimmerstruktur einzugliedern. Dann habe ich auch endlich wieder Stauraum für die restlichen am Boden verbleibenden Gegenstände.

  • Wenig Zeit für Nichts

    Boah, was für ein Leben. Ich bin ganz entsetzt darüber, wie meine Ferien mir wie Sand durch die Finger rinnen.
    Um den bisherigen Monat August kurz zusammenzufassen:

    Meine Eltern waren hier und haben zwei Tage lang geholfen, meinen Umzug zu komplettieren, inklusive diversen Baumarktbesuchen und unzähligen Möbeltransportaktionen mit dem eindeutig zu kleinen Auto.

    Zwischendrin Weinfest mit Sarah und Peruaner-Pedro und Besiegelung einer denkwürdigen Zukunft.

    Freiburg mit den beiden. Wir kamen bei Pedros ehemaliger Gastfamilie unter und machten Ausflüge mit seinen lauten und hyperaktiven Gastschwestern. Das und Musik (Zahnweh!) und die englische Übersetzung von Chris' BA-Thesis-Abstract (es wird für immer "Sozialisationsvariablen" drinstehen... oh Chris, warum hast du nicht gründlicher durchgeschaut, du hast doch gesagt, wir sollten unbekannte Begriffe einfach stehenlassen!).

    Mein neues Zuhause als Sammelstelle aller üblichen Verdächtigen. Versammlung mit Susmita und ihrer Mitbewohnerin Mai, Trudi und meinen zwei Reisekameraden in unmittelbarem Anschluss an unsere Rückkehr aus Freiburg am Sonntag Abend.

    Dosierung der Medis wieder auf eine Ganze am Tag hochgestellt. Panik ist seitdem extrem zurückgegangen.

    Arbeit, viel davon, jeden Tag letzte Woche. Außer Dienstag, da Euskera mit Lisa und Daniel und mittags Foodsharing ohne Anhänger, da Kupplung kaputt und kleiner Anhänger nicht da. Interessant war das. Ansonsten mehr Arbeiten. Viele Stunden gearbeitet. Kam mir vor wie vollzeitbeschäftigt. Es war schrecklich. Es wird weiter so sein; ich arbeite diese Woche schon wieder drei Tage.

    Mit Robert und Janine geredet, ein Mal, ein einziges. Mit Laura seit dreihundert Jahren nicht mehr geredet. Schaffe es kaum an den Computer, geschweige denn zu Skype. Fühle mich merkwürdig ohne diese zusätzliche Dimension in meinem Leben. Frage mich, wie ich für sie wieder Platz schaffen kann.

    Besuch von Caro. Sie kam Donnerstag Nachmittag. Abends Reiskocherpfannkuchendebakel mit Susmita ("What do you want to make?" -"Nothing that makes me smell like curry, I can't do my laundry anymore until Saturday." -"So, no Indian food! Shit." -"We could try these rice cooker pancakes.") und Caro, Chris und Sarah und Pedro. Mosquitoplage im Garten. Letzter Abend mit Susmita für die meisten Anwesenden. Abschiede.

    Freitag Arbeit. Nachmittags Backen mit Caro; ich wollte Susmita mit einem Zimt-Zucker-Auseinanderziehbrot eine kleine letzte Freude machen. Natürlich wurde es später, als ich gedacht hatte, aber es war in Ordnung. Eigentlich wollte sie früh ins Bett gehen, weil sie panische Angst hatte, am frühen Samstagmorgen ihren Wecker nicht zu hören und ihren Flug zu verpassen. Sie hat sich sehr gefreut über das Mitbringsel. Caro und Mai, Susmita und ich saßen ein bisschen bei ihr in der Küche. Reden und das frisch gebackene Backwerk verzehren und Tee trinken. Kurze Besichtigung der übriggebliebenen Gegenstände, die ich noch irgendwann aus Susmitas Zimmer schaffen muss. Dann Abschied. Sie ist jetzt schon seit zwei Tagen in Finnland. Nicht mehr hier. In Finnland. Weg.

    Von dort aus mit Caro in die Stadt, mit Sarah, Manu und Pedro ins Brauhaus.

    Samstag nach Liechtenstein in der gleichen Konstellation. Vaduz sehen. Es war schön. Abends zusammen Seenachtsfest mit Feuerwerk (oder dem Teil davon, den wir ohne zu zahlen sehen konnten) und Döner. Danach Wein am See. Herrliches Leben.

    Gestern ausschlafen (!). Frühstück im Garten. Vermieter war Freitag mit seinem Sohn und noch mehr Leuten da und hat im Garten gewerkelt. Ein Riesenbaumstamm ist gefällt, ein Verschlag abgerissen, Licht eingezogen. Wo vorher der Verschlag war, haben Caro und ich den Tisch hingeschleppt, der anfangs in meinem Zimmer stand. Sonnenschirm aufgespannt. Tausende Sachen auf dem Tisch stehen gehabt. Sommer und Garten. Für mich ein Traum.

    Dann mit Sarah und Manu in die Stadt, Eis essen. Zeit wurde knapp, weil Caro losmusste. Nachher mit Sarah und Manu zu mir, Pedros Auto holen, das wir hier abgestellt hatten. Die beiden fuhren ihn vom Media Markt abholen. Ich blieb zu Hause, um endlich, endlich ein bisschen Ruhe zu haben. Nach zwanzig Minuten standen sie alle wieder vor meiner Haustür. "Venimos por más té." ("No más té?"..) Wie es üblich ist, wurde mir durch den Briefschlitz von diesem verrückten Menschen Wasser ins Gesicht und den Hauseingang gespritzt. Dieser Gartenschlauch ist ungünstig direkt neben dem Eingang, wenn man von Pedro besucht wird.

    Tee trinken zu viert bei mir auf dem Bett. Alle zusammen in die Stadt zum Chifa. Ewigkeiten aufs Essen gewartet, aber es war lecker. Sarah se enchiló. Es war lustig, weil Manu sagte, diese Chilis wären una ensaladita, no más. Ella lo prueba y casi se muere. Ich kam verhältnismäßig früh nach Hause, gegen halb elf. Regen wie Sintflut. Fast hätte ich vergessen, den gelben Sack rauszubringen.

    Heute Kochen mit Sarah und Pedro. Das köstliche peruanische Essen, das seine Gastmutter letztens für uns gemacht hat. Und dann Mojitos. Und morgen wieder Uni und Foodsharing. Mittwoch bis Freitag arbeiten. Dann Luzern mit den beiden. Misión imposible III. Sonntag vielleicht Bern. Montag dann entweder arbeiten oder nicht. Ich hoffe nicht. Dienstag Uni und Foodsharing und dann nach Hamburg mit Sarah. Freitag nach Kopenhagen mit ihr und Mama. Sonntag zurück nach Oldesloe, Montag aller Voraussicht nach zurück hierher. Ich bezweifele, dass es in diesem Leben mit dem Reisepass und Visum für Russland noch etwas wird. Sie melden sich einfach nicht. Es wird nichts mehr, Ich habe es wieder einmal geschafft zu failen.

    Es sind wenig ruhige Minuten in Sicht. Heute ist meine Atempause.

  • Ein Déjà-Vu.

    Gerade aufgewacht.
    Traum. Es war ein Traum. Ich bin geringfügig erschüttert davon, wie froh ich bin.

    Links neben mir an der Wand sitzt eine zuckersüße natürliche Blondine, die mit etwas, das sie sagt, seine Aufmerksamkeit erregt und ihn dazu bewegt, quer durch den Raum zu uns zu kommen. Er schaut sie mit einer solchen Intensität im Blick an, dass ich mich schon frage, wie sie das aushält.

    Eine gute Freundin von mir ist da, auf einmal. Sie setzt sich rechts neben mich und wir drei fangen an, uns angeregt zu unterhalten (die Blondine ist nicht mehr da). Wir lachen so sehr, dass ich kaum mehr aus den Augen gucken kann. Sie küssen sich direkt vor meinen Augen, im wahrsten Sinne des Wortes. Weil ich im Weg bin, kann ich nichtmal genau feststellen, was los ist. Sie sagt perplex, "war das gerade ein zwischenmenschlicher Moment?". Er bejaht. Darauf sie: "das war unser erster Kuss!" Ich bin noch verwirrt und sage, "eurer oder unserer?" - weil ich, wie gesagt, so im Weg saß, dass kaum festzustellen war, ob sie nun mich küsst oder ihn.
    "Meiner und seiner", sagte sie lachend. Mich durchzuckt ein ekliges Gefühl. Ich lache auch und weise sie darauf hin, dass es dann doch aber doch gar nicht stimmt. "Da hast du aber was vergessen." Zumindest soweit ich informiert war.
    Sie ist neugierig, was das Verhältnis zwischen ihm und mir betrifft, und fragt ihn. "Ach was, wir sind Freunde", sagt er. "Es gab noch keine Gelegenheit, bei der ich sie gewollt hätte." (Es klang im Traum auf alle Fälle grammatikalisch korrekter; keine Ahnung, was da los war. Ich bin auch ziemlich sicher, dass es Deutsch war, obwohl es auf jeder anderen Sprache mehr Sinn macht.)

    "Mhm", mache ich und falle zurück - das trifft es wirklich ganz gut - in die vertraute "und das macht mir auch gar nichts aus"-zweite Haut, die einen so einschnürt, dass man nicht mehr weiß, wie man noch atmen soll. Selbst im Traum war ich entsetzt über das Wiederauftreten einer solchen Konstellation in meinem Leben. Es machte mir sehr viel aus.

    Sie war beruhigt. "Siehst du, du hast dir schon wieder Sachen eingebildet. Du bildest dir immer alles ein." Und zu ihm: "Ihre Beziehungen sind nämlich immer einseitig."

    Ich, von dieser Dreistigkeit wie vor den Kopf geschlagen, fange an, wie wild vor ihrem Gesicht herumzufuchteln, damit sie aufhört zu reden. Sie kann doch das nicht einfach so sagen. Aber sie hört nicht auf. Sie hört nicht auf; ich kann immer weniger glauben, was sie buchstäblich über meinen Kopf hinweg alles über mich auspackt. Meine schlimmsten Ängste und Unsicherheiten. Warum um alles in der Welt tut sie das?

    Irgendwann gehe ich weg, was, glaube ich, auch das Ende des Traumsegments war.

    Und ich mache mir Sorgen, was das nun für mein waches Leben zu bedeuten hat.

  • Umgezogen

    Nicht ungezogen, nein, das ausnahmsweise nicht. Um... um.

    Inmitten meines Chaos sitze ich auf meinem bequemen neuen Stuhl, Computer auf dem Schoß, und höre Argiak nun eben in einer anderen Wohnung als vorher, das Umfeld also hat sich geändert und, ja, es war ein anstrengendes Wochenende und wird noch eine anstrengende Woche - bis ich mich vom Klausurenstress mal erholen kann, wird es bis September dauern - aber ansonsten ist alles wie immer.

    Ich könnte so viel schreiben - es sind mir eine ganze Menge lustiger und bestimmt erzählenswürdiger Sachen passiert während des Umzugs, und ein paar Fails natürlich ebenso, aber natürlich - dadurch, dass es eben doch Einiges war, das ich erlebt habe - habe ich schon wieder keinen Nerv auf Rekapitulation.

    Caro findet, Euskera würde sich anhören wie Japanisch. Ich verstehe ihren Punkt, aber über den bin ich inzwischen ein gutes Jahr hinweg.

    Sie kommt mich bald besuchen. Sie ist am gleichen Tag umgezogen wie ich, in eine Wohnung zur Zwischenmiete für das nächste halbe Jahr, in dem sie ihre Bachelorarbeit schreibt. Bis sie fertig ist eben.

    Ich muss meine Handy-PIN wiederfinden, und das ganz schnell. An diesem einen Tag, seitdem ich gemerkt habe, dass ich sie verlegt habe, ist schon genug dadurch schiefgegangen. Wie abhängig man ist, wie unfassbar abhängig.

    Morgen: In die alte Wohnung, schauen, ob die PIN dort herumliegt.
    Dann in die Kanzleistraße, einen Mülleimer bekommen, wenn alles gut geht.
    Dann in die Uni, wo Lisa und ich uns mit Daniel für Euskera-Konversation treffen. Das hab' ich doch gut angezettelt, ich bin stolz auf mich! (Mal wieder.)
    Dann zur Tafel, Essen retten (und bei der Gelegenheit hoffentlich gleich die gähnende Leere meines eigenen Vorrates an Grundnahrungsmitteln aufstocken).
    Dann in die Arbeit, ein Stündchen oder zwei.
    Dann mit Sarah nach Hause, um ihr das Chaos hier zu zeigen, und - falls sie daran vorbeischauen kann - die Wohnung. Sie wird so begeistert sein, wenn sie diesen Garten sieht. Oh, ich freu' mich schon. Und dann versuchen wir, diesen Schreibtisch in den Keller zu stellen, der bisher mein Zimmer verstopft.

    Irgendwie sieht es nicht so aus, als würde noch ein bisschen Zeit übrigbleiben, um endlich anzufangen, meine Möbel von Lisa zu holen. Ich habe seit Tagen schon ihren Schlüssel und komme einfach nicht dazu, ihre Wohnung auszuräumen. Von ihr bekomme ich Kleiderschrank, Bett und eine Kommode. Ersteren habe ich (bzw, hat ihr Freund) am Samstag schon auseinandergebaut. Ja, eigentlich kann man fast sagen, Johannes hat das Ding allein zerlegt - Lisa und ich standen daneben und haben uns unterhalten und gelegentlich mal ein fertig ausgebautes Teil zur Seite gelegt. Nunja. Jedenfalls wird das nicht gerade der einfachste Möbeltransport aller Zeiten, aber nachdem Pedro schon fünf Mal hin- und hergefahren war, konnte ich ihn um zwölf Uhr nachts schlecht noch bitten, jetzt noch meine Möbel aus Lisas Wohnung zu holen. Wie lieb er einfach war und die ganze Zeit meinte, wir sollten uns nicht stressen. Ich habe ihn auf Pizza und Bier zu uns in die Wohnung eingeladen, aber er meinte, es müsste auf gar keinen Fall sein. Er wünscht sich als Bezahlung lieber ein Privatkonzert in seinem Zimmer. Und eine Binfire-CD mit Autogrammen. Wenn das nichtmal ein guter Deal war, weiß ich auch nicht. Vielleicht könnte ich ihm anbieten, ihm einen Song zu schreiben, wenn er dafür meine Möbel noch mit mir holt? Hm, nein, ich will ihn echt nicht mehr belästigen, er war schon hilfsbereit genug. Und unterwegs habe ich Einiges über seinen Aufenthalt in Deutschland erfahren. Solche Geschichten sind immer, immer interessant.

    Zer ezkutatzen zuen
    begi ilunetan?
    Zer kantatzen zion
    haizeari?

    Ich weise Symptome von Verliebtsein auf, was dieses Album betrifft. Es ist permanent in meinem Kopf; es wird immer besser, je mehr ich mich damit beschäftige; ich will der ganzen Welt davon erzählen; es ist mein halber Lebensinhalt gerade; es flasht mich bis an die Grenze der Ohnmacht; ich habe Schwierigkeiten, in Worte zu fassen, wie überwältigend es ist - und ich sitze nachts vor dem Computer mit Headset auf und kann mich nicht dazu bewegen, es auszumachen, um schlafen zu gehen. Das sind eindeutige Parallelen zu Verhaltensweisen, die ich in der Vergangenheit gerne mal an den Tag gelegt habe, wenn es um Menschen ging. Das Gute an dem Album ist, ich liebe es und es wird trotzdem auf alle Zeit weiter mit mir reden.

    Was ironisch ist, weil ich tatsächlich gerade Ezezagunak höre.

    Zer ginen ta zer bihurtu garen, ez du sentsurik.

    Ich hab' doch so einen Schaden, das ist doch nicht mehr normal.

  • Schulterklopfer

    Ich bin stolz auf mich. Das hat verschiedene Gründe, die ich im Folgenden erläutern werde.

    Klausuren sind vorbei, ich lebe wieder, und ich habe das Gefühl, sie halbwegs failfrei überstanden zu haben. Im Fall von Morfología hat sich mir dieses Gefühl soeben bestätigt; mein StudIS sagt 1.7 - das Beste, was ich je in einem Kerngebiet der Linguistik hatte. (Es belegt somit den ersten Platz zusammen mit Phonology I.)

    Der Grund, aus dem mich das freut, ist vor allem, dass eben auf Katjas und Rajas Abschiedsparty ich noch mit Katja über ebendiesen Kurs geredet und sie mir erzählt hatte, dass sie durchgefallen ist und der Durchschnitt 3.5 beträgt. Ich war Donnerstag nicht im Kurs und hatte gar nichts davon mitbekommen; ich wusste nichtmal, dass die Noten schon fertig waren. Jedenfalls hat sie sich unglaublich aufgeregt, wir hätten zu wenig Übungen gemacht, und was weiß ich noch für ein Zeug gelabert. Nunja. Ich hab's geschafft und bin sehr, sehr glücklich drüber.

    Okay. Indirekt habe ich den zweiten Punkt auch schon angesprochen, die Party nämlich - ich war gestern Abend so KO, dass ich um ein Haar mich einfach ins Bett gehauen hätte und hiergeblieben wäre. Aber ich habe mich mit all meiner Willenskraft überredet, doch hinzugehen. Und was für eine wunderbare Entscheidung das war - es war wirklich schön! Alle möglichen Foodsharingmenschen waren da, natürlich. Elisa, Ally, Andreas, Fiona (mit der ich demnächst auf ihren Vorschlag hin mal nen Kaffee trinken gehe, das haben wir uns fest vorgenommen - sie war mir eh von unserem ersten Zusammentreffen an sympathisch), David, Ilmari.. und der Neue, Lorenz, der (was eigentlich den Anstoß gegeben hatte, doch noch hinzugehen) wie angekündigt seine Gitarre dabeihatte, womit mein Abend in jedem Fall gerettet gewesen wäre, selbst wenn es sonst die letzte Katastrophe geworden wäre. Was natürlich nicht der Fall war, aber oh, was war das mal wieder schön. Er hat natürlich auch nicht meinen Musikgeschmack (wer hat den schon - Tragödie meines Lebens), aber dafür ein umwerfendes Repertoire an portugiesischen, spanischen, französischen und italienischen Liedern, und es war einfach schön zu hören und alle haben mir gesagt, wie schön ich singen würde. Er hat auch wunderbar gesungen, weshalb ich es eigentlich ungerecht finde, dass nur ich gelobt wurde. Aber nunja. Ich habe jedenfalls auch viel gesungen - noch ein Grund, aus dem ich stolz bin, denn ich war nichtmal annähernd betrunken. Was wiederum ein neuer Grund ist, mich selbst zu loben. Ich habe es wirklich mal geschafft, mich überhaupt nicht zu betrinken. Das ist selten bei solchen Anlässen.

    Und ein weiterer Grund (es hört gar nicht mehr auf, ich sag's dir!) ist eigentlich der, aus dem ich fast nicht weggegangen wäre gestern Abend, und zwar hatte ich am Nachmittag meine Mutter anrufen wollen, um zu schauen, ob sie sich wieder eingekriegt hat (wir hatten uns vor ein paar Tagen in die Haare gekriegt, beziehungsweise, wir hatten uns unterhalten und mit einem Mal würgt sie mich ab und kommt auch zwei Tage später nicht zu unserer Rede-Verabredung; ich ruf' meinen Vater auf dem Handy an und frage, was los ist, und er verkündet, sie hätte keine Lust, sich fertigmachen zu lassen. Angeblich hätte ich ihr vorgeworfen, nie Liebe oder Zuneigung von ihr bekommen zu haben. Was mich (neben latent prominenter Aggression, was wohl verständlich ist) in Sorge versetzte, weil ich so etwas wirklich nicht einmal um drei Ecken herum hatte verlauten lassen und mir mittlerweile wirklich Gedanken um ihre Wahrnehmung mache. Jedenfalls hatte ich, als ich heute aus der Arbeit kam, so eine gute Laune, dass ich mir dachte, okay, ich ruf' mal an - ist ja nicht so, als wäre ich nicht eh immer diejenige, die am Ende wieder ankommt. Egal was man mit mir anstellt.

    Dann jedenfalls habe ich wieder nur meinen Vater erreicht, mit dem ich mich daraufhin übel zerstritten habe, meine Laune war im Keller und alles an gutem Willen wie weggefegt. Und nach dem, was er mir noch erzählt hatte, wollte ich dann auch bestimmt kein klärendes Gespräch mit meiner Mutter mehr führen. Als mich diese eine halbe Stunde später allerdings selbst nochmal anrief - gnädig gestimmt, immerhin war ich ja angekrochen gekommen - habe ich es trotzdem fertiggebracht, mit ihr ruhig und diplomatisch zu reden, und damit auch meine eigene Stimmung wieder ein wenig verbessert. Außerdem habe ich mit Janine und Robert geredet, was auch geholfen hat, sehr sogar.

    So viel dazu. Ich habe also nicht umsonst diesen Antrag auf nachträgliche Anmeldung zu meinen Klausuren durchgebracht - einer von fünf Kursen ist schonmal bestanden. (Ich tue jetzt einfach mal so, als wäre es noch nicht ersichtlich, dass ich Euskera auch bestanden habe; immerhin steht die Note ja noch nicht drin.) Und ich habe mich an meinen eigenen Haaren auf eine Party gezogen und dort Spaß gehabt, wirklich einige sehr nette Menschen kennengelernt und mich mit ihnen gut unterhalten, und das Ganze ohne übermäßigen Alkoholkonsum.

    Und ich bin einfach so tierisch froh, dass die Klausuren vorbeisind. Heute Abend ziehe ich um, wenn alles gut geht. Und jetzt wird erstmal geschlafen; ich bin fix und alle.

  • Bihar

    ..morgen.. ist es vorbei, das Semester.

    Aber viel wichtiger, das Lied.

    Viel kann nicht mehr kommen, so viele Lieder kann doch dieses verdammte Album nicht haben, denkst du zu Recht. Nur fange ich dann wahrscheinlich wieder von vorne an. Oder finde endlich Zeit, Atzo da bihar zu hören. (Oh, wo wir schon beim Thema sind.) Oder das Album, auf dem Itsasoa gara ist.

    Aber nun, Bihar.

    Gerade, Itxaropena hörend, dachte ich noch wie so oft, dass ich mir ein klein wenig verarscht vorkomme. 'Hainbeste maite ditudan zure begi tristeetan' - in deinen traurigen Augen, die ich so sehr liebe - was soll denn das. Weißt du, da strengt man sich so unfassbar übel an, nicht traurig zu sein, zumindest nicht so, dass es Leute sehen, man kämpft und fühlt sich gut dabei, das ja - aber die Augen, die er so sehr liebt, sind auch traurig. Wieso werden die traurigen Augen geliebt, meine hart-erarbeitet glücklichen, kämpfenden Augen dagegen nicht. Erklär mir das doch mal einer.

    Und jetzt, Bihar (hier sogar eine Version mit Text zum Mitsingen!) hörend, erschaudere ich schon wieder vor Andacht und denke mir, mindestens genau so unbegreiflich ist, wie ein Mensch, der so schreibt, überhaupt einem solchen Leid ausgesetzt werden kann. Wie man das aushalten soll, frage ich mich, das geschrieben zu bekommen und dann wegzugehen. Überhaupt jemals wegzugehen. Andererseits ist das wahrscheinlich auch wieder mein kombinierter Musik- und Sprachfetisch speaking, der mir ja eh tendenziell ganz gern mal das Leben versaut; es existieren ja doch (unbegreiflicherweise) Personen, die so etwas kalt lässt.

    Und wie um mich mal wieder richtig schön selbst auslachen zu können, begegnete ich gestern Nacht (weil ich so absolut in Klausurlaune war, noch mehr als heute) beim willkürlichen Durchkämmen meines Dateisystems einem Video entgegen, das JO vor einiger Zeit (konkret: am 17.7.13 - Oh Schock meines Lebens, das war vor einem ganzen Jahr?!) während eines ooVoo-Gesprächs gemacht hat. (Und wie sie sich einfach nur beömmelt..) Weil ich so glücklich war. (Man merkt's. Was für Drogen hatte ich da wieder genommen? Oh, richtig. Denak ez du balio. -Ich würde ja gern behaupten, heute, ein Jahr später, viel ruhiger und gelassener zu sein und wie ein Fels in der Brandung über allem zu stehen, aber andererseits, zu viel Begeisterungsfähigkeit hat noch keinem geschadet - und das Hypersein macht einfach zu viel Spaß.)

    Ich gehe dann mal schlafen und schreibe morgen noch Satzverstehen und bin dann durch mit allen Klausuren. Bisher hat es unfassbar gut geklappt; ich bin fasziniert. Also werde ich mir wohl verzeihen können, selbst wenn Sentence Processing morgen in die Hose geht.

  • Ez Nau Izutzen / Here you go, this is my legacy.

    Immer, wenn ich denke, es geht nicht mehr überwältigender..

    Ich höre zu viel dieses Album momentan. Ich kann nicht aufhören, es zu erforschen. Und ich bin bei Weitem nicht eloquent genug, um wiederzugeben.. wie.. es mich umhaut.

    Ich habe keine Zeit. Ich glaube, ich erwähnte. Aber ich kann nicht anders und lande immer wieder bei den vor einer Weile aufgetriebenen Texten und Übersetzungen.

    Diesmal ist es Ez nau izuzten. Das Lied, mein Lied, für wenn ich mal tot bin. Ich weiß nicht, wem ich es sonst sagen soll, daher hier. Ich hoffe, jemand liest sich den Schrott nach meinem Tod durch. Das würde ich mir wirklich sehr wünschen. Allein schon, damit sie dieses Lied finden. Und dann am besten sich hinsetzen und es durchgehen, Wort für Wort, und sich seinen Sinn zusammenreimen. That's the dream. Dass ich jemandem so viel wert bin.

    Dass ich jemandem Argiak schenken kann. Vielleicht sogar die Faszination mit der baskischen Sprache. Und als beste Voraussetzung dafür eben Ken Zazpi.

    So ein Gefühl. Ganz und gar nicht in Worte zu fassen. Irgendwas ist doch verkehrt mit mir; der Durchschnittsmensch lässt sich von Musik und Text nicht dermaßen überwältigen.

    Ez nau izutzen

    Ez nau izutzen gaurik ilunenak,
    ez nau beldurtzen erortzeak,
    Ez nau larritzen neguak,
    itzulgabeko bideak.

    Jada ez nau ikaratzen ezerk.
    Bakardade bortitzenak.
    Berriro ez nau itoko
    maite dudana uzteak, betiko!

    Jada ez nau izutzen azken laztanak,
    jada ez nau beldurtzen nekatzeak.
    Jada ez nau larritzen azken arnasak,
    eta orain betirako isiltzeak.

    Garenak ere geroan
    bizirik iraun baitu gugan.
    Ez naiz guztiz itzaliko,
    edukiko nauzu beti zugan.

    Inoiz minak irensten bazaitu,
    beti irriz oroitu nazazu.
    Ez da hilko eusten nauen arrazoi bakarra,
    ez da hilko maitasuna.

    Haizearen soinuan,
    izarretan,
    biharko egunsentietan,
    ta esan ezin diren gauza txikietan,
    ta ahaztu ezin direnetan,
    aurkituko nauzu,
    aurkituko nauzu. 

    Ez nau izutzen gaurik ilunenak
    ez nau beldurtzen azken arnasak.
    Inoiz minak irensten bazaitu,
    beti irriz oroitu nazazu.
    Ez da hilko eusten nauen arrazoi bakarra.
    Ez da hilko maitasuna. Ez da hilko.
    Ez da hilko.

  • Kappakoeffizientenverinnerlichungsvorhaben

    Bist du wirklich so gelassen, wie es rüberkommt? Wenn ja, wie machst du das? Ich hätte auch gern weniger Zurückschlaginstinkt, wie legt man den ab?
    Das gerade an Sara, die letztens einen kurzen Disput mit einem Möchtegernklugscheißer auf Facebook unendlich elegant und souverän ausgetragen und beendet hat.

    Man redet so viel mit Leuten, während man allein ist.

    Ich habe mir einen hyperstarken Kaffee gemacht, ihn geext und dann Statistical MT gelernt. Das IBM Model 1 kann ich jetzt zumindest, die translation probabilities, die Count-Funktion, dieses ganze Maximierungsgedöns. Mit Evaluation bin ich auch fertig. Bigram probabilities, precision, recall, f-score. Den Kappa-Koeffizienten sollte ich mir nochmal anschauen. Wie war das nochmal, [p(A) - p(E)]/(1 - p(E). Und auf die p(A) bzw (E) kommt man wie? Ach, ich weiß. Ich schau trotzdem gleich nochmal drüber.

    Implementieren sollte ich noch lernen. Oh, wie es mir graust vor LFG. Zu viele merkwürdige Symbole, die man nicht vergessen darf, weil es einem sonst sofort das ganze Ding nicht parst und man ewig nicht den Fehler findet. Ich habe keine Ahnung, wann man wo irgendwelche Zeichen hinsetzt. Klammern aller Art, Punkte, Pfeile, Kleene-Sternchen.. Au weia.

    Jetzt bin ich wieder unlernfähig. Geil - ich ruiniere mir jede Aussicht, den Scheiß zu bestehen, durch meine Unfähigkeit, einfach ein paar Tage durchgehend zu lernen.

  • Jumping objects & goodbyes for life

    Manchmal ist es eine Kuh, die springt, manchmal sind es Würfel mit Herzchenrelief drauf. Manjaro mag Bildschirmschoner, die springen. Ich mag sie auch.

    Manche können das ja, Abschiede fürs Leben. Manche haben so viele davon in ihrem Leben, dass es für sie fast alltäglich wird. Sie erzählen davon wie von ihrem letzten Supermarktbesuch. Es übersteigt mein Verständnis der menschlichen Natur.

    Ich kann nicht lernen. Zwei Klausuren morgen, und ich kann nicht lernen. Ich hänge hier herum in diesem unfassbar grauen Regenwetter - a rainy day again - und frage Caro Dinge in meinem Kopf. Hast du, dachte ich grad noch, hast du auch das Bild vor Augen, wie du ihn das letzte Mal gesehen hast? Sein Weggehen. Hast du hinterhergeschaut? Ich seh es von außen, von oben. In die Originalperspektive muss ich mich erst bewusst hineindenken. Der Zug war pünktlich in Bruchsal, 16.13. Er hat mich kurz gedrückt und ist rausgegangen, nach rechts raus. Ich hab mich nicht bewegt, meine Arme nicht, meine Augen nicht. Ganz lange.
    Wie hast du das so grandios überstanden? Wie hast du das denn hinbekommen, wie hast du es geschafft, mir zu sagen, dass du ihn wahrscheinlich eh gar nicht mehr geliebt hast? Wie hört man auf, ihn zu lieben, noch während er da ist?

    Genug jetzt. Ich opfere diesem Geist gerade zu viel Zeit. Lernen sollst du, lernen. Machine Translation lernen, damit zumindest der statistische Teil morgen klappt.

  • Astelehena, jai ondoko alferra..

    ..oder so. Nicht wirklich, ausnahmsweise.

    Was soll ich sagen? Ich habe gelernt. Sentence Processing. Psycholinguistics. Ein bisschen Machine Translation. Dann wieder Psycholinguistics. Dazwischen ein Stündchen Pause, Flammkuchen mit Trudi, eine Mail von Daniel, dem Euskera-Dozent - eine ganz rührende Mail, wegen der ich seit Stunden umwerfende Laune habe. (Es ist unbegrenzter Euskera-Unterricht in Sicht. So viel wir wollen. Ich werde sowas von dieses Angebot in Anspruch nehmen.) Antworten muss ich ihm noch, das würde ich am liebsten con tiempo machen, aber andererseits - Zeit ist bis Ende der Woche absolute Mangelware.

    Jetzt habe ich über eine halbe Stunde für die paar Zeilen Antwortmail gebraucht, und das, obwohl ich auf Spanisch geschrieben habe, nicht etwa auf Euskera-Pidgin. Da habe ich mir also etwas mehr Zeit genommen, als ich eigentlich hatte. Aber ich bin zufrieden mit meinem Werk. Zumindest habe ich es geschafft, nicht so viel zu sprudeln. Und zu vermitteln, was ich vermitteln wollte. Hoffentlich. Ich bin einfach immer noch so geflasht von der Mail. Ich sag' doch, der Mensch ist genial. Aaaaaaah!

    Dass der Zeitpunkt noch kommt, an dem ich über die Aussicht auf Extraunterricht irgendeiner Art dermaßen aus dem Häuschen bin, wer hätte es gedacht.

    Okay. Jetzt muss ich nur noch irgendwoher die Fähigkeit aufbringen, mir einzugestehen, dass niemand außer mir an keine unverdienten (und unverschämt viele) Credits gebenden Euskera-Konversationsstunden interessiert sein wird, und dementsprechend mich ein Mal die Woche mit Daniel alleine zusammenzuhocken und zu versuchen, euskarische Sätze zustandezubringen. Das erfordert nicht nur sprachliche, sondern auch zwischenmenschliche Kompetenzen, die zu besitzen ich vielleicht gerade einmal ansatzweise von mir behaupten kann. Ich bin zwar nicht mehr ganz so schlimm ängstlich, wie ich es in dunklen alten cipralexlosen Zeiten mal war, aber auch bei Weitem nicht der unschüchternste Mensch unter der Sonne.

    Naja, Wir werden sehen.

  • Es ist wie eine Droge. Nein, es IST eine Droge.

    Es ist schon nicht mehr zu beschreiben. Es ist einfach nicht zu beschreiben.
    Das versteht jetzt keiner, und ich hätte ohne die Übersetzung auch nichts verstanden, denn um mir das selbst zu erarbeiten, fehlt mir momentan doch irgendwo die Zeit.
    Aber ich sag' dir, Mensch, der du das nicht verstehst - und mich nicht verstehst, und überhaupt einfach mal nicht verstehst, was das soll - was ich die ganze Zeit von dieser Musik und dieser Sprache fasele - du ahnst nicht, welche Welten sich deiner Wahrnehmung entziehen.

    To Do für nach den Klausuren:

    - Umziehen.
    - Euskera lernen.
    - Gitarre lernen.
    - Argiak rauf und runter spielen, bis mir die Finger abfallen.

    Aurpegi zurbil nekatu hartan
    irrifarre bat margoztuaz,
    egunero hamabietan,
    kaleetan bakarrik.

    Bere zapata apurtuekin,
    bere soineko ederrenaz;
    Denek galdetzen zioten ‘zergaitik zoaz
    amets galduen geltoki zaharrera?'

    Barrez urrunduz agur zioen,
    ez zela berriz itzuliko.
    Beti galdetzen zioten ‘zergaitik zoaz
    amets galduen geltoki zaharrera?'

    Zer ezkutatzen zuen begi ilunetan?
    Zer kantatzen zion haizeari?
    Izenik gabeko mila muxu gordetzen zituen
    itxaropenaren trenaren zain.

    Bere soineko ederrenaz,
    zapata hautsiak oinetan,
    isil-isilik bueltatzen zen
    egunero hamabietan.

    Zer ezkutatzen zuen begi ilunetan? 
    Zer kantatzen zion haizeari? 
    Izenik gabeko mila muxu gordetzen zituen 
    itxaropenaren trenaren zain.

    Baina gaur ez da itzuli.
    Non dago? Ez da itzuli.
    Joan eta ez da itzuli.
    Non dago? Ez da itzuli.
  • kanpoan.

    Heue Nacht schlaf' ich draußen. Schlafe spät, wenig, zu wenig, aber lebe.

  • Meine Packfische

    Lustig. Ich hatte mir im Herbst 2012 in Barcelona so Fisch-Ohrhänger gekauft, die seitdem verschollen waren. Heute entdecke ich sie durch den ultimativen Zufall beim Packen in einer Krimskramskiste - verpackt in einem Cellpohantütchen - neben einem Päckchen Pflanzendünger. Kein Wunder, dass ich nicht früher in diese Tüte geguckt habe; wahrscheinlich dachte ich die ganze Zeit, es wären Pflanzensamen drin.

    Jedenfalls habe ich mich gefreut, die verloren geglaubten Hängerchen wieder in meinem Besitz zu wissen. Sie sind auch wirklich außerordentlich schön.

    Lisa und ich haben viel geschafft heute. Und weil mich der Lernwahnsinn nun endgültig in seinen Klauen hat, bin ich eben noch in die Stadt gefahren und habe einen kanadischen Rundschlag im Aldi veranstaltet und mir einfach alles an Schokoriegeln und Chips gekauft, das ich wollte. Ja, ich habe 14,38€ für Schokolade, Chips, eine Flasche Olivenöl, ein Kräuterbaguette und eine Packung Focaccia ausgegeben. Das Dekadenz-Event des Jahres, für meine Verhältnisse zumindest. Aber eben drum - ich erlaube mir Attacken dieser Art ab und an ganz gerne mal, weil ich sonst ja kaum Geld für Essen ausgebe. Irgendwas muss man doch davon haben, dass man sich praktisch ausschließlich von geretteten Lebensmitteln ernährt.

    Nun sitze ich wieder draußen auf der Terrasse und überlege, noch eine VL Psycholinguistik durchzugehen. Wo ich schonmal so schön drin bin.
    Ja, vielleicht sollte ich das tun.

  • Ikasten... Man lernt.

    Es fühlt sich kaum wie Lernstress an, obwohl ich den größten Teil des Tages nichts getan habe als Sentence Processing-Folien durchgehen. Keine Ahnung, ich dachte mir, vielleicht schaffe ich es ja noch bis Donnerstag, zumindest auf ein bestehensfähiges Niveau zu kommen. Und ich war dabei draußen, bei dem herrlichen Wetter bleibt einem ja wirklich kaum Anderes übrig. Mit eiskaltem, thermoskannengekühlten, minze- und melisseblätterversetztem Zitronenwasser und zeitweise den köstlichsten gebackenen Auberginen und Paprika mit Nudeln. Bis auf das ganze Lernen war es eigentlich ein perfekter Nachmittag. Auch wenn ich immer noch nicht dazu komme, The Black Market zu hören, obwohl ich es schon Mittwoch Nachmittag in der Stadt gekauft habe.

    Mittags waren Trudi und ich noch ein paar Bananenkisten vom Kaufland holen, sodass wir im Laufe der beiden letzten Tage wirklich einen schönen Stapel angesammelt haben und schon ganz gut ausgerüstet sind. Sie packt eh noch nicht, weil sie auch lernen muss. Auch wenn sie sich in einer Tour beschwert, dass sie noch Berichte schreiben muss und nichtmal anfangen kann zu lernen, und gleichzeitig komische Lichtreflexe aus Nacktbildern von sich herausschneidet und für Frequenzen oder Entitäten hält, was auch immer sie damit meint, und diese dann stundenlang anstarrt und wieder nichts geschafft bekommt. Manchmal.. wirklich.. au weia.

    Lisa kommt morgen her, um noch ein bisschen Machine Translation und Psycholinguistik zu machen. Sie schreibt zwar am Montag Phonetik, aber die paar Stunden nimmt sie sich Zeit. Was mich sehr freut, denn ich wüsste nicht, wie ich alleine das ganze Zeug lernen sollte.

    Gleich muss ich noch containern gehen, ich hab' kaum mehr was zu essen im Schrank. Hoffentlich kocht das Zeug nicht in der Tonne weg, bevor ich es retten kann. Aber jetzt erstmal noch eine Stunde Satzverarbeitung.

  • Volle Kanne rein

    Mein Zimmer wird von Tag zu Tag kahler.
    Umziehen ist aufregend, auch wenn ich nicht glücklich darüber bin, mein "home of three years" zu verlassen. Umso mehr freue ich mich aufs Einziehen. Der Einzugsteil ist doch immer der schönste.

    Peruaner-Pedro hat mir nochmal geschrieben, dass ich einfach bescheidsagen soll, wenn wir seine Hilfe brauchen. Beziehungsweise sein Auto. Er hat es mir schon letzten Samstag angeboten. Weiterhin hat er mir vorgeschlagen, zusammen mit einem Kumpel von ihm nach Liechtenstein zu wandern (was von hier aus jetzt nicht so der Akt ist, nach dem es sich im ersten Moment vielleicht anhört), allerdings nächstes Wochenende, wo ich eigentlich vorhatte umzuziehen (und sein Auto in Anspruch zu nehmen). Nuja. Man wird sehen, wie das sich alles zusammenfügt. Er hat mir schon wieder geantwortet, aber da ich gerade keinen Nerv auf Kommunikation mit nicht sehr vertrauten Leuten habe, habe ich die Nachrichten nicht angeschaut.

    Jetzt erstmal mit Sarah die Fahrt nach Hamburg und zurück klären, sie kam gerade zu Skype.

    Oder auch nicht, sie ist schon wieder weg. Aber sehr gut, dass sie sich kurz hat blicken lassen; ich hätte fast vergessen, dass wir zum Reden verabredet waren.

    Anfang August kommen meine Eltern wohl her. Sie bringen mir dann noch einiges an Zeug aus Oldesloe und können ja dann zur Not auch ein bisschen beim Umzug helfen, was mich in die privilegierte Situation bringen würde, Pedros Hilfsbereitschaft nicht ausnutzen zu müssen.

    Morfología war einfach. Ich sage nicht, dass ich alles richtig gemacht habe, aber zu bestehen war es auf jeden Fall. Eine von vier wäre somit geschafft. Bis Mittwoch habe ich jetzt Ruhe - und Zeit, mir den Stoff für die restlichen drei Klausuren anzueignen. Irgendeine davon werde ich schon noch bestehen. Hoffe ich. Am Wochenende lerne ich MT und Psycholinguistik mit Lisa. Sentence Processing muss ich allein bewältigen. Wenig Hoffnung in dem Gebiet. Pedro (Kepa-Pedro diesmal) meinte letztens, was ich so früh schon anfangen würde zu lernen. Eine Woche noch, ich solle mich lieber um Euskera kümmern.
    Und mir dann gleichzeitig befehlen, nicht zu failen - interessanter Humor. Vor allem hatte ich mich gerade so äußerst mühsam dazu gebracht, mit Psycholinguistik anzufangen. Uff.
    Ach je. Das kann noch was werden nächste Woche. Oder eher nichts.

    Ich habe mich mit Daniel heute über die Aussichten für Euskera im nächsten Semester unterhalten, und im Laufe des Gesprächs auch über den jetzigen Zustand, der da herrscht bei uns. Wir haben so lange gegenseitig auf uns eingeredet, dass ich zwei Busse hintereinander verpasst habe. Er hat mir angeboten, eine wöchentliche Konversationsstunde einzurichten! Ich bin halb geplatzt vor Begeisterung. Meine einzige Sorge ist, wie um alles in der Welt ich die Anderen dazu bringe, mit in die Konversationsstunde zu kommen. Alleine würde ich natürlich mehr lernen, aber ich bin auch immer noch mein altes awkward Selbst und nicht gewillt, mir die Stunden allein mit ihm um die Ohren zu schlagen. Zumal er nicht der kommunikativste Mensch aller Zeiten ist. Also, er redet zwar mit einem, und nicht gerade wenig dazu, aber auf einer sehr zweckgebundenen Ebene. Nicht so, dass man annehmen würde, er würde es auch mal freiwillig tun. Gar nicht, als wäre man ein Mensch oder etwas in der Art, mit dem man tatsächlich normal reden könnte. Aber dann, er ist auch nicht der Unverwirrteste unter der Sonne. Wer weiß, was in seinem Kopf alles vor sich geht. Vielleicht hat er mit sich selber ja genug zu tun und bekommt gar nicht so genau mit, dass seine Studenten wirklich existieren. Jedenfalls bin ich jetzt schon gespannt darauf, was sich für skurrile Gespräche ergeben, sollte diese Konversationsstunde je zustandekommen. Und ich bin auf die Wirkung gespannt! (Als wäre es eine Droge. Aber es ist eine Droge, und sogar eine der wenigen, die bei mir ordentlich wirken.)

    Da ich momentan solche Unmengen an Zeit habe, habe ich den Nachmittag mit Gelée- und Marmeladenproduktion verbracht. Sicher doch. Die drei unschaffbaren Klausuren direkt vor meiner Nase sind einfach noch viel zu weit weg. Wäre die Marmelade jetzt Euskera gewesen, hätte Pedro nichts mehr zu beanstanden gehabt. Ich bin doch nicht mehr ganz dicht.

    Aber immerhin habe ich jetzt ein halbes Schrankfach voll Marmelade und eine stattliche Sammlung Melonengelée. Nachdem ich drei wunderbare Melonen vorgestern (am hellichten Tag) containert hatte, musste ich die nunmal zeitnah verarbeiten. Dann noch die halbvertrockneten, verwaisten Orangen aus dem Obstregal dazu, die jeder Andere weggeschmissen hätte - um die 150ml Saft kamen da noch heraus. Und dann war ich halt schon so schön dabei und habe ein halbes Kilo der Mango-Nektarinen-Mischung von vor einer guten Woche gleich auch noch verarbeitet. Herrlich war das. Ich hoffe nur, sie werden alle schön fest.

    Manchmal denke ich wirklich, oh je, wie langweilig muss mein Leben aussehen.

    Dabei ist es so unheimlich ausgefüllt.

    Heute hatte ich weniger Panik als die letzten Tage. Was da los war, frag' ich mich. Das ging wirklich über weite Teile der Woche, ab Donnerstag Abend.

    Was ich mich noch frage - in letzter Zeit wieder verstärkt - wie das eigentlich funktioniert mit diesen merkwürdig sozial begabten Leuten, die so viele andere Leute kennen und von jedem gemocht werden. Sind sie nicht überfordert? Sind deren Kontakte oberflächlicher, weil sie weniger Zeit für jeden Einzelnen haben? Oder besteht ihr ganzes Dasein nur aus Kontakten und sie sind einfach nie allein und haben nie Zeit für sich? Ist es dann so, dass man jeden, den man mag, weniger doll mag und dafür einen ganzen Haufen verschiedenster Menschen, oder ist man eine Art sozialer Hypermensch und unterhält auf einer riesigen Skala tiefe zwischenmenschliche Bindungen? Liegen die Maßstäbe für eine Art Reizschwelle bei ihnen viel höher - muss ein Ereignis viel spezieller sein, um als wertvoll empfunden zu werden - oder haben diese Menschen ein so unsagbar wertvolles Leben, weil sie trotz allem Überfluss jeden einzelnen Moment in seiner Bedeutsamkeit zu schätzen wissen? Oder gibt es verschiedene Versionen Hypermensch? Was für eine selten dämliche Frage, natürlich gibt es das. Sie können ja nicht alle gleich sein. Trotzdem würde es mich einfach ungemein interessieren, wie solche Menschen ihre eigene Position in diesem Geflecht aus Fragen einschätzen. Vielleicht erklärt es mir ja irgendwann mal jemand.

    Ich versuche mal zu schlafen, und morgen geht's dann volle Kanne rein ins Lerndickicht.

  • Spinnen und Klausuren

    Bathroom scene.

    You'd die if you were using this bathroom right now, I say mentally to Trudi.
    I know she would not really die, of course. But I also do know she'd have come to me screaming the minute she set eyes on the spider.

    It was moving.

    The ones in the corners don't freak her out as much as the ones that roam the walls, in search of a new spot to set up a web, or maybe giving up their territory to a fellow who proved stronger in a fight. What do I know about spiders' ways. Maybe they don't fight the way I imagine them to. Maybe, if they do, the one who loses doesn't get to move away at all - maybe they just get eaten. Again, what do I know.

    Daddy longlegs is crawling along the wall in the direction of my left arm, about the height of the toilet paper holder. I'm observing him curiously. He swings back to where he started off in one swift movement; immediately he starts again, coming towards me. Watching him swing back yet another time, and then another and another, I'm sensing a pattern evolving. It's a pretty hopeless one. He's doomed to experience endless failure, it seems.

    I leave the bathroom and let him be. I don't mind him being there on his useless mission to explore my bathroom walls.

    Heute wurden wir offiziell Mieter unserer neuen Wohnung.
    Morgen dann die erste Klausur, Morfología - ich habe es sogar durch den ganzen Stoff durchgeschafft und fühle mich bestehensfähig vorbereitet, nicht zuletzt dank der Hilfe von meiner Mutter und Laura, die sich als Zuhörer aufgeopfert haben, um mir ein effektives, erklärendes Lernen zu ermöglichen - und ein anstrengender halber Unitag. Sentence Processing, das letzte Mal vor der Klausur. U-oh.
    Und Euskera. Geliebtes Euskera.

    Es ist alles vorbereitet. Ich gehe schlafen.

  • Behin ta berriz.

    Ich habe gerade das Problem, dass ich nicht aufhören kann, Itxaropena zu hören. Wie viele Stunden Schlaf mir das Lied schon gestohlen hat, ich will es gar nicht wissen. Wahrscheinlich wäre ich längst in meinem Bett kollabiert, lights on and all, würde mich nicht das Wissen, noch Zähne putzen zu müssen, davon abhalten. Zum Aufstehen bin ich aber viel, viel zu todesfertig und hänge daher lieber weiter halbkollabierend hier mit Itxaropena (aber ohne viel Hoffnung, die nächsten beiden Wochen inklusive Klausuren lebend zu überstehen). Das ist ein Dilemma, ich sag's dir.

    Caro geht es nicht gut gerade, und ich habe ihr eben das Lied geschickt. Das war eine Überwindung, ich sag's dir. Das Lied ihr zu schicken. Aber sie sagt, sie weiß es zu schätzen. Hoffentlich ist das wahr. Ich dachte mir, vielleicht hört man die Hoffnung aus dem Lied heraus, selbst wenn man von der Sprache keine Ahnung hat. Vielleicht sucht sie ja zumindest das Wort irgendwo im erstbesten Online-Wörterbuch, das ihr entgegenkommt. Das wäre schön. Ich muss es nochmal hören. Nein, ich muss ganz dringend auf meine acht Stunden Schlaf heute kommen. Ja, aber ich muss es nochmal hören. Was für eine Sucht.

    Zugan sinisten ez duzun uneetan
    Entzun barreneko ahots xume hau
    Konpromesu ta kontraesanetatik
    Azaleratzen den garrasi isil hau

    Senti ezazu distira bat itzaletan
    Hitzak lehertzen direnean
    Behin ta berriz, ezintasunen gainetik
    Aske irauten dugula
    Senti ezazu...

    Itxaropena ezin da giltzatu
    Gure bihotz minduetan libre da
    Zigortu arren, bat egiten gaitu
    Malko bakoitzean, pausu bakoitzean

    Senti ezazu distira bat itzaletan
    Hitzak lehertzen direnean
    Behin ta berriz, ezintasunen gainetik
    Aske irauten dugula
    Senti ezazu...

    Bisetako mosuetan
    Umeen irrifarreetan
    Hainbeste maite ditudan
    Zure begi tristeetan...

    Ahots isil hau entzun..
    Itzaletatik entzun..
    Senti nazazu gertu..

    Senti ezazu distira bat itzaletan
    Hitzak lehertzen direnean
    Behin ta berriz, ezintasunen gainetik
    Aske irauten dugula
    Senti, senti ezazu distira bat itzaletan
    Hitzak lehertzen direnean
    Behin ta berriz, ezintasunen gainetik
    Aske irauten dugula
    Senti, senti ezazu itzaletan
    Hitzak lehertzen direnean...

    Nochmal. Jetzt um zu kontrollieren, ob ich alles richtig abgetippt habe. In dem komatösen Zustand wäre es eigentlich ein Weltwunder.

    Und jetzt nochmal. Nein. Jetzt schlafen. Schlafen!

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Hier übrigens mein anderer Blog, "Save the lettuce" - für Verwendung und gegen Verschwendung: http://aspestie.blog.de/

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