szmmctag

  • Blühender Birnbaum und strahlender Himmel

    So ein unglaubliches wunderbares Sommerwetter. Ich gehe in anderthalb Stunden zur Tafel, für Eugenia und Maurizio einspringen. Dafür nicht in die Uni, weil ich ehrlich gesagt auf Lisas und Daniels leicht ins Krankhafte gehende Aitatxo-Alabatxo-Geschichte gerade wenig Lust habe und außerdem mein verdammter Text fürs Barnetegi immer noch nicht fertig ist. Aber wozu der Stress; Deadline ist doch erst am 30.

    Ryk ist zu einem Genossen gefahren, um mich in Ruhe schreiben zu lassen (ich starte gleich eventuell wieder einen Pseudo-Versuch, den Text doch noch hinzubekommen), und geht danach in die Uni, um seine alten Kollegen in der Mensaküche zu besuchen. Ich gebe mir momentan Mühe, langsam, aber sicher zu lernen, mit ihm ich selbst zu sein, und ich würde fast sagen, ich mache Fortschritte. Und es ist ein wunderbares Gefühl, ganz wunderbar. Festzustellen, dass er mich allem Ich-selbst-sein zum Trotz zumindest bisher immer noch genauso zu mögen scheint.

    Was auch wunderbar ist, ich hatte heute relativ wenig Schwierigkeiten, aufzuwachen. Nachdem die einzige Nebenwirkung meiner Wunder-Medis mir in den letzten Monaten immer mehr begonnen hat zu schaffen zu machen, ist es immer eine Erleichterung, mal wieder davon verschont zu bleiben.

    Heute Abend werden wir grillen, oder Lagerfeuer machen, oder was auch immer, irgendwas mit Wärme auf jeden Fall. Darauf freue ich mich. Davor muss ich noch Nachhilfe geben; Elli braucht Hilfe bei ihrer Deutsch-Berichtigung, welche ich ihr mit dem größten Vergnügen zuteilwerden lasse. (Zuteilwerdenlasse? Äh. Himmel nochmal, und ich will kompetent genug für Deutsch-Nachhilfe sein?!)

    Hannes ist im Garten, aber in letzter Zeit verstehe ich mich gut genug mit ihm, dass mich diese Tatsache nicht davon abhält, auch rauszugehen. Das werde ich dann jetzt also tun.

  • Tippen im Halbschlaf.

    Ich dreh noch durch irgendwann. Nein, keine Frage, mir geht's ausgezeichnet. (Und ich habe so viel zu berichten, dass es mir schon davor graust, das alles verschriftlichen zu müssen.) Aber ach, verdammt seist du, Ukumensch. Ich erkläre später; jetzt rede ich mit Caro. Endlich. Endlich.

    So. Whoa, das war überfällig. Warum also soll der Ukumensch verdammt sein, nur weil mir durch mein zufälliges Erscheinen auf der Plattform hier, nachdem er gerade zufällig einen Eintrag rausgehauen hatte, dem ich demzufolge in der Vorschau auf der Startseite zwangsläufig begegnen musste, sein immerwährendes Existieren direkt neben mir, virtuell gesehen, auf eine zu konkrete Weise in Erinnerung gerufen wurde? Ich weiß es selbst nicht mehr; ich weiß nur, dass ich heute Muffins backe, mit uralten Eierlikör-Pralinés, die mir Thomas geschenkt hat. Andere Geschichte, herrliche Geschichte.

    Neulich in Oldesloe habe ich Johanna die beunruhigend zahlreichen Parallelen aufgezählt, die ich binnen kürzester Zeit zwischen Ryk und dem Ukumenschen festgestellt hatte. Es waren derer so viele, dass ich eine halbe Zugfahrt von Hamburg nach Oldesloe damit verbracht habe und selbst am Morgen danach mir immer noch mehr einfielen. Es hat praktisch nicht mehr aufgehört. Wohl die am stärksten ausgeprägte Ähnlichkeit wird sein, wie sie beide - Opfer ihrer ewig überreflektierenden, in allen Lebensbereichen dominanten Köpfe - verschiedenste ihrer Eigenschaften für ganz einzigartig und speziell halten und stolz der Welt verkünden, welche sich dann angemessen beeindruckt zeigt. Whoa, so toll bist du?? Und wenig später kommt man nach genauerem Überlegen zu der Erkenntnis, dass das eben Gehörte eigentlich den meisten Menschen eigen ist, mit dem Unterschied, dass für gewöhnlich niemand auf die Idee kommt, darüber nachzudenken, und folglich vermutlich einfach besagte Eigenschaft an sich oder Anderen nicht einmal bewusst wahrnimmt.

    Doch, ich denke beizeiten über so etwas nach. Genau wie darüber, dass ich dem Ukumenschen noch fünf Euro schulde, was mir ein schlechtes Gewissen bereitet, oder darüber, dass mein ganzes Leben heute nicht das wäre, was es ist, wäre ich nie Şahin über den Weg gelaufen. Ich hätte dann auch ganz sicher nicht gerade ein paar Stunden mit Caro geredet. Merkwürdig.

    Ich muss eigentlich schlafen, und das ziemlich dringend; um 10.20 treffe ich mich mit dem Kaiser und bespreche meine BA-Thesis, also sollte ich zu dem Zeitpunkt wach sein und mich vorzugsweise im Kaiser'schen Büro befinden. Lass mich aber noch kurz erwähnen - es wird wirklich Zeit - dass mir Ryk den Vorschlag unterbreitet hat, die Beziehung einseitig zu öffnen, damit ich für mich herausfinden kann, dass Poly toll ist - was sich so ziemlich genau mit der einzigen Möglichkeit deckt, die ich für die abstruse Konstellation, die diese Beziehung darstellt, letztendlich gesehen hätte. Er sagte, er kann auch drei-vier Jahre warten. Er scheint wirklich Vertrauen zu haben, dass ich es irgendwann begreife und dann auch noch umsetze. Ich wünschte, ich könnte mit demselben Optimismus da herangehen. Aber die Hauptsache ist, ich kann wieder leben, so richtig ohne das omnipräsente Gewicht auf meinen Schultern, das in den letzten Wochen schon wieder ganz gut dabeiwar, mich in Richtung Boden zu zwingen. Überraschenderweise war Sarah bisher diejenige, die sich am meisten mit mir zu freuen schien; ihre Reaktion war weitaus enthusiastischer, als ich in Hinblick auf unser momentan schon recht distanziertes Verhältnis erwartet hätte. Ich bin nicht sicher, ob der Mangel an Begeisterung bei den Anderen darauf zurückzuführen ist, dass sie es von vornherein für selbstverständlich halten, dass er seine Prinzipien so voll und ganz in den Wind geschmissen hat, um mich behalten zu können. Oder darauf, dass ihnen die Tragweite nie klar war. Vielleicht ist es auch eigentlich nicht so interessant, wie es für mich von innen heraus aussieht. Und ich tippe schon wieder, ohne denken zu können, im Halbschlaf. Ich sollte Zähne putzen gehen und mich schlafen legen. Bastis Wecker klingelt um zehn vor acht. Der pennt aber auch schon seit Stunden, der Glückliche.

  • Long Live the Fails

    So kommt also mein bisher definierendstes Zitat meines Lebens wieder einmal zum Zuge: Nothing happens the way you plan it. Danke, Ken Follett, für dieses Stück blanke Weisheit, die sich wie ein roter Faden durch mein Dasein zieht, seitdem ich dereinst meine Augen auf das Vorwort von World Without End richtete.

    Ich war selbstverständlich nicht in der Lage, mich um 7.12 aus dem Bett zu bewegen, und wer weiß, wo ich jetzt wäre, hätte mir Basti nicht während des zweiten Anlaufs um viertel vor acht völlig brutal die Decke weggezogen. Seine Vergeltung meines Ihn-Weckens kurz zuvor; eine Hand wäscht die andere.

    Eine halbe Stunde zu spät tauchte ich also hier in der Uni auf, beladen mit Essen noch und nöcher für den FairTeiler - nicht auszudenken, ich hätte das Zeug wirklich noch mit dem Fahrrad den Berg hochgekarrt! - nur um festzustellen, dass der Morphology-Raum devoid of any form of life whatsoever war. Machte folglich (meiner Art gemäß in mittlerer Lautstärke vor mich hinfluchend) eine Kehrtwendung in Richtung Computer, wo sich meine Vermutung schließlich bewahrheitete: Planks Morphology-Seminar beginnt am 21. April.

    Tja, meine Liebe. Hättest du halt zu der nachtschlafenden Stunde vorhin nicht nur den Raum gecheckt, sondern auch das Datum des ersten Termins, wärst du jetzt noch friedlich am Schlafen.

    And to top it all off, I crapped my pants. Like, literally. Don't ask.

    Natürlich muss Neurolinguistik heute stattfinden. Warum. Warum. Warum? Ich dachte, die beiden sind Buddies. Wollen sie nicht gleichzeitig mit ihren Kursen anfangen?

    Ich hatte etwas weniger als drei Stunden Schlaf. Ich bin vor Regelschmerzen am Krepieren. Und mit bleibt eine Stunde, um mich hier an diesem Ort sinnvoll zu betätigen. Man könnte das Büro vom Kaiser suchen und mit ihm über die Bachelorarbeit reden. Ja, man könnte. Ich glaube, das tue ich. Falls er da ist. Dann lade ich jetzt in aller Ruhe die dreißig Kilo Suppengrün und Radieschen am FairTeiler ab und mache mich dann auf zu ihm. Lang, lang lebe das Failortum.

    Edit: Oder einfach mit Kepa schreiben. Oder so. War auch mal wieder überfällig.

    Nothing happens the way you plan it.

  • Badakit...

    ... es ist keine gute Idee, um viertel nach vier noch wach zu sein, wenn man einen Tag der Sorte vor sich hat, die ich vor mir habe. Es hat sich trotzdem so ergeben. Und ich weiß auch (ere badakit), dass ich zu einer relativ hohen Wahrscheinlichkeit diesen Tag irgendwie überleben werde. Vier Stunden und neunzehn Minuten davon habe ich ja bereits geschafft.

    Der Plan: 8.15 - 11.30 Uni. Morphology II beim allerhöchstgeschätzten Herrn Plank. Und danach Neurolinguistik bei seinem Kumpel Eulitz. Nicht dass ich gewusst hätte, dass die beiden Herrschaften verkumpelt sind, das musste mir Ryk erst eröffnen. Hätte er es lieber nicht getan; die Aussicht auf einen zweiten Plank in der zweiten Sitzung des Tages macht das Aufstehen nicht gerade erträglicher.

    12.00 - 18.00 Arbeit. Oh je, wenn ich da mal nicht vor dem Bildschirm kollabiere.
    Dann schnell, schnell für ein Stündchen nach Hause und dann kann ich auch schon wieder los zum Bus, der mich nach München bringt (hoffentlich). Natürlich gibt es viel zu viel, das ich in diesen anderthalb Stunden zwischen Arbeit und Losfahren noch machen muss. VIEL zu viel.

    Jetzt hätte ich um ein Haar schon wieder vergessen, nachzusehen, in welche Räume ich da eigentlich nachher muss. Heute habe ich aus dem (verspäteten) Bus noch ganz verzweifelt Daniel getextet, in welchem Raum der Literaturkurs ist, und er hat mir gerade geantwortet, als ich in der Uni angekommen und auf die allerletzte Minute schon fast dabeiwar, mich an einen der Computer vor der Abzweigung zum F-Bereich zu schwingen, wäre denn einer freigewesen. Glück muss man haben.

    Basti liegt auf der Klappmatratze und ist out cold. Hilarious war das vorhin; der Gute hat es gestern Abend ein wenig mit dem Alkoholkonsum übertrieben und kam auf dem Rückweg zu sich nach Hause bei mir vorbei, und weil ich noch am Essenversorgen und somit ungeplanterweise um Mitternacht noch wach war, nutzte er diese Tatsache, um sich bei mir einzunisten. Besser is'; ich glaube, ich schlafe sogar mit seinem Schnarchen noch besser als mit einem schlechten Gewissen von dem Kaliber, wie ich eins gehabt hätte, wäre ich am Ende dafür verantwortlich gewesen, dass er auf dem Nachhauseweg noch vom Bismarckturm gefallen wäre oder ähnliche Kunststücke angestellt hätte. Er hatte sich so schon auf dem Weg hierher oft genug mit dem Fahrrad hingepackt, wie's aussah.

    Und ich war bei Lena grillen. Das war schön. Jetzt werd' ich müde. Hurrengoa arte.

  • Come on, ego, you fool.

    Ja, oh ja, Donnerstag war furchtbar. Freitag war nochmal eine Klasse für sich - man könnte meinen, die frohe Kunde der Semesterferien wäre mit zweieinhalb Monaten Verspätung auch bei meinem Hirn angekommen. Anders kann ich mir nicht erklären, warum ich nach der ganzen ewig langen, turbulenten Zeit gerade vorgestern zum ersten und hoffentlich einzigen Mal diese Ferien in den altbekannten Modus verfallen musste, der für frühere Exemplare der Gattung Vorlesungsfreie Zeit bei mir so charakteristisch wie alltäglich war. Aufwachen, Computer, schlafen. Computer, schlafen, aufwachen, schlafen, aufwachen, schlafen, schlafen, sechs Uhr abends. Aufwachen. Danke, Basti. Ohne den hätte ich den offenbar bisher wärmsten und schönsten Tag des Jahres vermutlich in Gänze verschlafen. Das war Freitag.

    So gefühlstaub war ich lange nicht mehr. Ich bin zwischendurch aufgewacht, habe teilnahms- und verständnislos nach draußen in die Sonne gestarrt, mich umgedreht und weitergeschlafen. Und war erstmal einfach froh, dass die doch leicht bedenkliche Stimmung vom Tag zuvor sich in keinster Weise durch die Nacht hatte hinüberretten können. Dann verstört, weil sich mein momentaner Zustand so überaus hartnäckig weigerte, sich klassifizieren zu lassen. Taub. So richtig. Die zwei depressivsten Tage des Jahres, ausgerechnet jetzt, wo es warm und sonnig wird. Aber am Abend hat Bastis Auftauchen mir wirklich den Hals gerettet. Und dann rief mich Ryk an (ganz im Gegensatz zu gestern/heute, wie mir soeben auffällt, aber whatever. Dann hat er offenbar nichts zu erzählen bzw. nach der Arbeit keinen Nerv mehr auf Reden gehabt) und ich habe meine Bustickets für nächste Woche gebucht und war glücklich, weil er sagte, er würde mich ziemlich hart vermissen. Das ist für Telefon-Ryk wirklich schonmal ne Aussage. (Nicht dass ich ihm in der Hinsicht irgendetwas voraushätte, aber von mir kennt man das ja auch nicht anders. Gefühlsäußerungen, ugh. Telefonisch oder sonstwie, bis man mich soweit hat, braucht es Jahre und/oder eine grundsolide Basis in Stein gemeißelten Vertrauens. Solange es sich nicht um Heulanfälle handelt, darin bin ich natürlich Pro, das macht mir so schnell niemand nach. Während ich also die Bestätigung seiner Zuneigung mir gegenüber aus dem ziehe, das er so von sich gibt, wenn wir uns sehen, hat er als Beweis immerhin meine stets verlässliche Art, ab und an unter seinen Taktlosigkeiten zusammenzuklappen. Was will man mehr; das nenne ich mal gelungene verbale Kommunikation von Gefühlen.)

    Gestern dann ein enormer Aufschwung. Ich konnte mich nach Wochen endlich dazu bringen, hierdrin aufzuräumen, habe dabei das No Use-Album gehört, das ich mir in Hamburg gekauft hatte - Keep Them Confused - und befand es für großartig. Welche Überraschung. Und ich konnte Sinn aus der Experience-Project-Gruppe I Miss Someone I Have Never Met machen, ein Mal mehr. Wirklich, Tony, warum musstest du sterben. Warum sind es immer die Guten, die sterben.

    Und mit dem heutigen Tage ist schon der letzte vor dem neuen Semester angebrochen. Ich werde ins Bett gehen, um ein bisschen was davon zu haben und zu Ende in meinem Zimmer klarschiff machen zu können. Produktiv und diszipliniert, so gehört sich das. Sogar meine Sanskrit-Mappe habe ich vorhin noch fertiggemacht. Es geschehen noch Zeichen und Wunder. Basti hat mir ein gerettetes Fischbrötchen aus der Arbeit mitgebracht und ich habe beschlossen, ab jetzt noch konsequenter containertarisch zu leben als vorher. Oh herrliches Leben.

    Gedanken zu Apparition übrigens: Promise me you'll still be there when the planet lets me down, when this world lets me down. All you'd have to do is be around, for as long as you don't let me down, I'll never feel like the whole world has.

  • Hegoak ebaki banizkio...

    Das war ein schwieriger Tag. Ich wünsche mir, dass der heutige mir wieder mehr Frohsinn und weniger Nesselfieber bringt.
    Nicht falsch verstehen, mein Donnerstag hatte die wunderschönsten Mo- und Elemente. Die Sonne zum Beispiel. Und dass es mir gar nicht mehr zu kalt war, als ich in meinem Sonnenzelebrierungsoutfit (aka Sandalen, Sommerkleid und Stoffjacke) aus der Arbeit wieder heimfuhr, ganz im Gegensatz zum Hinweg. Dass ich Pfand weggebracht und dabei mit dem Bierkasten auf dem Kopf wieder mal im Bus für Unterhaltung gesorgt habe. Dass ich dann Spüli und Spülmaschinensalz von dem Pfandflaschenerlös gekauft habe und von einem netten Menschen an der Kasse vorgelassen wurde. Dass ich schon den zweiten Tag in Folge ein paar Minuten lang genug Muße hatte, mich mit einem Kissen auf die Treppe vor meiner Haustür zu setzen und zu lesen, gestern mit dem letzten Bier aus dem Osterkasten statt wie vorgestern mit am Foodsharing-FairTeiler abgestaubter Pulver-Chai-Latte. Dass ich Altglas weggebracht und mich bei all dem wunderbar produktiv gefühlt habe. Dass ich in der Arbeit Sarah dazu bringen konnte, dass sie wahrscheinlich die abartige Tigerzoo-Tour in Thailand aus dem Programm nimmt. Dass ich einen Rest Mehlknödel mit Käsesauce in der Arbeit dabeihatte. Dass ich mein Pensum so früh fertighatte, dass ich danach noch zwei Touren übersetzt und die Originaltexte meines gesamten Tagewerks noch korrekturgelesen habe, um dann immer noch zu früh, aber für mein Seelenheil trotzdem in der allerletzten Minute mich auf den Nachhauseweg zu machen. Das ist schließlich alles passiert gestern. Da sollten Geschichten wie das Nesselfieber automatisch viel weniger Gewicht zugestanden bekommen. Das ständige Heulenwollen in der Arbeit, der verdreckte Küchenboden, der ewige Zweifel an mir selbst, meinem Sinn und meiner Wertigkeit, Ryk, Ryk, Ryk, der Mangel an Lösungsansätzen und der Überschuss an Zäunen um mein Denken und Mauern um mein Fühlen und Angst um meinen Verstand, die mangelnde Fähigkeit, mich auszudrücken, die lückenafte Kommunikation, der unerfüllbare Wunsch, mich einfach kein Stück mehr verstellen zu müssen und mir zu erlauben, ihm mitzuteilen, dass es mir nicht gut geht, und ihn dazuhaben, wenn es mir schlecht geht, und ihm zu verstehen zu geben, dass jeder Mensch eine Welt ist und man im Leben nicht damit fertigwerden kann, auch nur eine einzige geliebte Welt komplett zu erschließen, und ich es für unmöglich erachte, mit einem einzelnen kleinen Geist zeitgleich in mehreren davon herumzustromern ohne Verluste, ohne Rücksicht auf Verluste.

    Caro schreibt mir, aber ich geh' jetzt ins Bett. Alda lan, bin isch kaputt, du Opfer.

    Edit:

    Hegoak ebaki banizkio
    Neria izango zen.
    Ez zuen alde egingo.

    Bainan honela
    Ez zen gehiago txoria izango

    Eta nik txoria nuen maite.

    If I had cut his/her wings, s/he would have been mine, s/he would not have gone away.
    But then, s/he wouldn't have been a bird anymore.
    And it was a bird that I loved.

    Der Wille muss seiner sein; ich werde ihm nicht die Flügel abschneiden, ich kann ihm nicht die Flügel abschneiden; wenn das tatsächlich seine Flügel sind, soll er fliegen.
    "Ich flög' auch zu dir". Das zu meinem spontanen "Wenn ich ein Vöglein wär'" auf dem Klavier seiner Eltern. Er labert so viel, wenn der Tag lang ist.

  • I'll be damned if ignorance isn't the purest kind of bliss.

    Allnächtliches Gespräch mit Ryk beendet, ich geh' schlafen. Gestern war wunderbar, so viel Sonne und Wärme. Zwischendrin ein paar Stunden Drama-Episode mit Lisa und Daniel in der Uni, ansonsten die herrlichste Idylle überhaupt. Komplett mit Frühstück im Garten, ein bisschen Pflanzarbeit und fast schon elegantem Ignorieren der vor Dreck und abgeladenen gebrauchten Küchenutensilien bald überquellenden Arbeitsfläche meiner Küche. Aggressionen kann ich bekommen, wenn ich Trudi erstmal drauf angesprochen habe und sie und Hannes immer noch keine Anstalten machen, da für Ordnung zu sorgen, so lange bin ich eigentlich an dem Zustand noch selbst mit schuld. Überhaupt muss ich erstmal sehen, was für Überbleibsel sich von Bastis Mehlknödelaktion vom Abend noch dort finden, und diese dann selbst erstmal beseitigen.

    Langsam werde ich mir gewahr über das so viel zu bald nahende Ende der Ferien.

    Ich habe mit Robert geredet, bei dem die Uni heute schon anfängt. Es war überhaupt ganz wunderbar, mit ihm zu reden. So lange her.

    Jetzt kam ich gar nicht mehr dazu, ihn nach Janine zu fragen, weil Basti zwischendrin reinkam und anfing, die Mehlknödel zu machen. Wir haben sie bei unserer obligatorischen Folge Fringe gegessen und danach noch eine Folge geguckt, während der er mich wieder mal als Kissen benutzte, was mir immer verkehrter vorkommt. Würde er nichts von mir wollen, wäre das kein Thema. So ist es einfach nur.. argh. Ich kann mich fast schon wieder freuen, dass Ryk der Letzte auf dieser Welt wäre, der damit ein Problem hätte, sonst würde mir zu allem Überfluss auch noch mein Gewissen ihm gegenüber Schwierigkeiten machen. Würde er in München jeden Tag mit einer guten Freundin rumhängen, die ihren Crush auf ihn offen zugibt und ihn so hartnäckig mit Zuneigung und Zuwendung belagert, wie es in Bastis Fall mit mir aussieht, ich wäre vor Paranoia bald am Krepieren. Aber gut, ich bin auch diejenige mit der intakten Eifersuchtsdrüse. Er ist derjenige, der sein Polysein über den Gemütszustand seiner wider besseres Wissen und jede Vernunft aus zu hundert Prozent eigener Kraft und Entscheidung an Land gezogenen Mono-Freundin stellt. Wem wird da wohl was mehr wehtun, go figure.

    Schlafen, back to oblivion. Die blaue Pille, bitte. Schlafen.

  • Oh mein Gowai, so. Viel. Mensch. Oder aber Die augenscheinliche temporäre Vergesellschaftung des Lebens der Aimee Delearey.

    Wie ich eben zu Ryk sagte, als er in einem bereits wieder den Löchern meines Siebhirns anheimgefallenen Zusammenhang auf einen Facebook-Post von sich verwies, den ich natürlich nicht gesehen hatte, "ich bin praktisch nicht mehr auf Facebook. Ich hab' kein Leben mehr außerhalb meines Lebens." Woraufhin er, berechtigterweise, entgegnete, "du hast ein Leben innerhalb deines Lebens."

    Es sieht hier also momentan offenbar so aus, als würde ich alle paar Wochen mal auftauchen, verkünden, dass ich zu viel Leben und zu wenig Zeit habe, und dann wieder verschwinden, um mich erneut besagtem Leben und besagtem Zeitmangel zuzuwenden. Zu Caro sagte ich vorgestern noch, als ich dann tatsächlich dazu kam, zum ersten Mal seit ihrem Umzug am 27. März mit ihr zu reden, ich wüsste gar nicht, ob ich das Alleinsein nicht vielleicht inzwischen völlig verlernt hätte. Es ist andauernd jemand hier, andauernd. Ich begreife gar nicht, wie das auf einmal passieren konnte. Daniel pennt hier in regelmäßigen Abständen, beglückt mich mit hilfreichen, aber maßlos überambitionierten Vorschlägen und Materialsintfluten für meine Bachelorarbeit und unterrichtet Basti, der praktisch drei Viertel seines wachen Lebens außerhalb der Arbeit hier verbringt, nebenbei in Euskera. Dazwischen das gelegentliche Drama mit Lisa, deren Freund sich spätestens zu diesem Zeitpunkt einwandfrei als eins der größeren Arschlöcher der Geschichte enttarnt hat. Über Ostern hatte ich Simone hier und dazu noch Ryk, der zu meiner enormen Begeisterung halbwegs überraschend und unangekündigt am Freitagmorgen hier auftauchte und nur geringfügig verwundert war, Daniel und Basti auf diversen Matratzen über den Boden verstreut mehr oder minder schlafend in meinem Zimmer vorzufinden. Er betrat den Raum mit den knappen Worten "Hallo Basti. Gute Nacht, Basti." und einem kurzen Daniels Gegenwart anerkennenden Gruß und gesellte sich dann ohne Umwege zu mir aufs Bett, wo seine Absicht, den drei Stunden Schlaf seiner zu einem guten Teil mit der Mitfahrgelegenheit im Auto verbrachten Nacht noch weitere hinzuzufügen, durch diverse Anrufe von Simones Seite unterbunden wurde, die festgestellt hatte, dass ihr Bus erstaunlicherweise doch bis direkt hierher durchfuhr, und überfordert war von der Problematik, ob man nun in Meersburg aussteigen sollte, weil man nach Meersburg gebucht hatte, und dem Bus zu Fuß auf die Fähre hinterherzockeln, oder vielleicht doch einfach illegalerweise bis auf die andere Seeseite durchfahren. Ich versuchte sie durch das Funkloch, in dem sich mein Bett befindet, hindurch zu Letzterem zu ermutigen, was sich nicht ganz einfach gestaltete. Mittlerweile waren abgesehen vom tief und fest schlafenden Basti alle Anwesenden im Raum dabei, in guter Intention völlig überflüssige Informationen über Abfahrtszeiten, Taktung, Überfahrtszeit und weiß der Geier was noch der Fähre zu etwas beizusteuern, was sie für das Gespräch zwischen Simone und mir hielten, soweit sie es sich denn durch die einseitigen Informationen meiner Seite des Telefonats zusammenreimen konnten (oder eben nicht). Ich, trotz dem zuvor stattgefundenen Auftritt meines Freundes und diversen Weckerklingeln von Seiten Bastis Handys ab 7.43 geistig kein bisschen bei mir und vollkommen komatös, kam irgendwann dann noch zu der gravierenden Erkenntnis, dass Simone diese geliebte Stadt, die ich glücklicherweise momentan noch das Privileg habe mein Zuhause nennen zu dürfen, um halb ein Uhr mittags zu erreichen gedachte, nicht etwa, wie kurzzeitig im Gesprächsverlauf von mir angenommen, zwölf Stunden später. Basti hatte übrigens trotz einer kurzen Aufwachperiode während Ryks Eintreten dessen Anwesenheit noch nicht wirklich registriert und reagierte darauf, als er tatsächlich wach war, mit der liebevollen Äußerung "Was macht dieses komische Ding hier?".
    Karfreitagfrüh, was will man mehr.

    Es ging ja danach erst richtig los, aber dazu hier jetzt nichts. Verdrängung ist guuuuut.. und ich will schlafen. Schlafen. Schlafen. Nachdem ich zumindest diese verbleibende halbe Nacht und einen Großteil des heutigen Tages, wie es aussieht, für mich allein haben dürfte. Du hast keine Ahnung, wie mich das freut. Obwohl ich Angst habe, auf einmal festzustellen, dass ich es wirklich nicht mehr kann. Das Alleinsein, meine ich. Aber das wird sich in ein paar Stunden herausstellen.

  • Pläne umschmeißen und Veränderungen durchmachen (sonst wäre es doch alles nur langweilig).

    Ich bekomme inzwischen.. ich weiß, harter Verstoß gegen die heilige Anti-Spam-Regel, aber andererseits vielleicht ja auch irgendwo Kompensation für die ganzen entsetzlichen Lücken aus den letzten zwei Monaten - jedenfalls: Ich bekomme inzwischen weitaus bessere Telefonate mit Ryk zustande. Das eben zum Beispiel, oder das vom Freitag, als ich ihn dazu bewegen wollte, sich aus dem Bett zu schwingen und die Sonnenfinsternis zu beobachten (vergebene Liebesmüh; bis er sich seine Socken angezogen und seinen Dübel gebaut hatte, denn wenn man schon auf die Terrasse geht am frühen Morgen, dann nur mit Stil, war das Spektakel schon längst vorbei - er trat also hinaus auf seine Terrasse mit dem Kommentar, es wäre dort taghell). Oder das am Abend davor, wo wir bestimmt eine Stunde damit verbracht haben, uns irgendwelchen sinnfreien Facebook-Quizzes zu unterziehen. Es normalisiert sich. Das hat nun eine Weile gedauert, weil wir einfach den ganzen Monat davor praktisch nie telefoniert hatten; warum auch, wenn man eh permanent zusammenhing.

    Ich kann nicht mit Laura zwischen dem 2. und 6. April verreisen, fiel mir heute auf. Und zwar hätte ich mir eventuell vorher darüber im Klaren sein sollen, dass die paar Tage zufällig um das Osterwochenende gestrickt sind, und um Ostern kommt mich Simone besuchen. Zum allerersten Mal, seitdem ich hier unten lebe. Irre, irre. Auf jeden Fall kein günstiger Zeitpunkt, um mich mit Laura aus dem Staub zu machen. Das heißt natürlich auch, dass ich von München aus einfach wieder nach Hause gurke. Jetzt muss ich das Ganze nur noch Laura erklären.

    Caro fliegt morgen Früh um neun. Was für eine eklige Uhrzeit. Ich habe ihr den Vorschlag unterbreitet, doch einfach durchzumachen; sie wird immerhin von ihrer Mutter zum Flughafen gebracht und läuft somit nicht einmal Gefahr, Opfer des gleichen Schicksals zu werden wie ihre liebe Freundin Aspi vor ein paar Wochen in einer ähnlichen Situation. Verständlicherweise war sie von der Idee nicht sonderlich überzeugt.

    Jetzt warte ich darauf, dass Laura nach Hause kommt, damit sie mich anrufen und von ihrem Glück erfahren kann, dass ich nicht zum geplanten Zeitpunkt auf Reisen gehen kann. Und siehe da, als hätte sie's geahnt - da ist sie ja schon.

  • Deprimierend...

    Ich bin motiviert,

    - meinen BA dieses Jahr tatsächlich zu machen.
    - meinen Master in Übersetzung zu machen.
    - ein containertarisches Koch- und Handbuch rauszubringen.
    - zu versuchen, meine utopische Bewerbungshilfe- und Lektoratsagentur auf die Beine zu stellen.

    Ich schaffe es dagegen nicht,

    - meine Sanskrit-Mappe fertigzumachen bzw mich darum zu kümmern, sie abzugeben.
    - mein Uni-Mail-Postfach regelmäßig zu checken.
    - rechtzeitig aus dem Bett zu kommen, um um 11 Uhr vormittags in der Arbeit zu sein.
    - Mails und Nachrichten zu beantworten, die sich seit Ewigkeiten in meinen diversen Inboxes stapeln.
    - mich um meine sozialen Kontakte zu kümmern bzw meine wichtigsten Kontakte aufrecht zu erhalten.

    Was ist verkehrt mit mir? Wenn ich etwas erreichen möchte, sollte ich vielleicht erst einmal dafür sorgen, meinen Alltag zumindest halbwegs vernünftig auf die Reihe zu bekommen.

  • Wunder, oh Wunder.

    So. Caro ist weg, Ryk ist weg, ich geh' arbeiten. Rede heute Abend mit Laura, die mich gefragt hatte, ob ich Lust hätte, spontan vom 2. bis 6. irgendwo hinzufahren. Und mit Caro, bevor die morgen nach Portugal entfleucht. Unwirklich. Sonntag bin ich dann wohl in München; Ryk schien für seine Abreise vorhin einen ähnlichen Grad an Begeisterung aufzuweisen wie ich, und mir passt es super in den Kram, schonmal ein Stück weiter oben zu sein, wenn ich ab dem 2. eh mit Laura unterwegs bin. Von München aus bin ich im Zweifel schneller da, egal wo es uns am Ende hinverschlägt.

    Es wird jedes Mal schlimmer mit diesem Kerl, oder eher damit, ihn wieder weggehen zu lassen.
    Ein einziges Rätsel, das alles. Ich habe im Lauf der letzten Tage noch einige der skurrilen, einzigartigen, bemerkenswerten Gestalten kennengelernt, die er in dieser Stadt zu seinen Freunden zählt, und frage mich wieder einmal, wie um alles in der Welt ich da reinpasse. Ich bin dieser formlose Mensch zwischen all den herrlichen Ecken und Kanten und Mustern und Farben. Aber ich werd' mich nicht beschweren; wenn er meint, ich kann da mithalten, dann ist dem offenbar so. Auch wenn ich mal wieder nicht die geringste Ahnung habe, wie ich das mache. Und dann ist er derjenige, der singt, "es gibt doch sooo viele Männer.. Warum gerade ich, frag ich mich" - frei nach Funny van Dannen. Versteh einer diese Welt.

    Ach, ich hab' so keine Lust, arbeiten zu gehen. Argh. Ich bin müde wie Teufel. Die letzte Woche war einfach nur wunderschön. Genau wie die davor. Und Caro geht es besser.
    ABER ICH BIN SO MÜDE. Ich pack' niemals acht Stunden Arbeit heute. Trudi verkündet mir, dass man beim Kaufland jetzt Jamie-Oliver-Grillsachen für seine Treuepunkte bekommt. Ich bin davon nur mäßig beeindruckt, was vermutlich verständlich ist, wenn man bedenkt, dass ich in diesem Leben hoffentlich nie mehr dazu kommen werde, eine derart horrende Menge an Kaufland-Treuepunkten anzusammeln, dass ich sie gegen Jamie-Oliver-Grillsachen eintauschen könnte.

    Ach Fuck. Which reminds me, ich muss noch beim Großhandel vorbeifahren, um für Basti das Tomatensuppenpulver einzusammeln, welches er gestern dort gesehen und dann aber keine Kapazitäten hatte mitzunehmen. Shiiit, ich muss mich fertigmachen. ICH BIN DOCH SO UNGLAUBLICH MÜDE.

    Mein Zimmer sieht aus wie Sau. Naja, es könnte schlimmer sein, aber dass ich vor drei Tagen hier Großputz veranstaltet habe, glaubt mir bei dem Anblick definitiv niemand. Caro vielleicht, die dabeiwar. Sonst womöglich noch Kepa, dem das Vermüllungsgesetz ja auch zur Genüge bekannt ist. Mit dem sollte ich auch die Tage mal reden; jetzt ist er zwar erstmal in Köln, aber irgendwann muss ich doch auch mal Details über Namibia erfahren. Meine Namibia-Reise, die er letztendlich ohne mich unternommen hat. Während ich überglücklich zu Hause hing. Ein Hoch auf abstruse Zufälle.

  • Recht random Reflektionen (wenn du mich fragst).

    Ich denke mal, wenn ich schon nichts schreibe, sollte ich wenigstens kurz erklären, wieso ich nichts schreibe. Zur Not eben hier. Schriftlich. Es leben die Widersprüche.

    Nein. Also. Ich bin gestern Abend wiedergekommen, war dann erstmal bei Elisa, um mit ihr und Raja Klamottentausch zu veranstalten und natürlich köstliches Abendessen zu konsumieren, und habe danach recht lange eigentlich noch am Computer gehangen, aber es ergab sich nicht. Nuja.

    Es ist wunderschön sonnig und warm heute. Ich bin begeistert; ich erinnere mich schlagartig wieder daran, wie es ist, die Tür nicht immer so entsetzlich schnell zumachen zu müssen, wenn man reinkommt. Den Müll wieder in die Eimer vor der Tür zum Garten schmeißen zu können, ohne sich in der einen Sekunde halb den Tod zu holen. Chrysanthemen und Primelchen auf dem Tisch stehen zu haben; blühende, gerettete, wunderschöne Blumen. Sonne. Wärme. Sonne. Wie mir das gefehlt hat.

    Caro kommt morgen. Ich werde bereits erwähnt haben, dass sie Ende dieses Monats auf vorerst unbestimmte Zeit nach Portugal auswandert, auch wenn ich mich nicht dran erinnern kann - so wie ich mich an kaum einen Eintrag von denen erinnern kann, die ich dieses Jahr bisher verfasst habe. Aber es muss sie gegeben haben; irgendwas war da manchmal.

    Arbeiten war ich heute, zum ersten Mal seit genau einem Monat. Ich hatte schon nach zwei Stunden wieder genug und wollte raus, welch enorme Überraschung. Mir ist heute so klar und deutlich wie noch nie bewusst geworden, dass ich nicht als Übersetzerin qualifiziert bin und nichtmal ein Bedürfnis danach habe, es zu sein. Ich glaube, we're back to Perspektivenlosigkeit.

    Basti kommt nachher vorbei, damit wir endlich Fringe weitergucken können. Ich glaube, ich hätte das nicht anfangen sollen, dieses Seriengucken zusammen, das kann doch nicht gut ausgehen. Nach dem Drama in Oldesloe erst recht. (Kurz gesagt hat mich Basti zur falschen Zeit / im falschen Zustand auf das falsche Thema angesprochen, was ein - laut ihm; ich kann mir das gar nicht vorstellen.. ich will mir das nicht vorstellen - zweistündiges Prachtexemplar meiner allseits berühmt-berüchtigten betrunkenen Heulanfälle hervorgerufen und dazu geführt hat, dass sich mein Gewissen bis jetzt noch am liebsten auf der Stelle suizidieren würde.)

    Jetzt wird mir aber doch ein bisschen kalt. Ich sollte wieder ein bisschen mehr herumwuseln, dabei weiter aufräumen, Heizung anmachen und mich allgemein auf Wintermodus umstellen. Ich weiß eh nicht, wie ich es noch schaffen soll, alles zu erledigen, bis Caro morgen Nachmittag hier ist. Aber ich kann auch nicht gescheit aufräumen, wenn ich gerade feststelle, dass Frank Turner ein resignierter Mensch ist, der aber alles, was ich weiß, in Worte fasst und, noch schlimmer, alles, was ich am liebsten überhaupt nicht wüsste. Jetzt mache ich mir darüber Gedanken, wie resigniert man eigentlich sein sollte, und ob ich irgendein Recht habe, resigniert und verschreckt durch die Weltgeschichte zu laufen, nur weil ich Dinge für irgendeinen nahen oder fernen Punkt in meiner Zukunft als unvermeidlich und als Gewissheit annehme, die meisten davon, ohne dass mir je jemand gesagt hätte, dass sie sich ereignen werden. Irgendwann dachte ich doch noch, ich wäre harmlos und naiv. Wunschdenken. Die Überkompensation hat längst zugeschlagen. Schlägt man da nun zurück, um sich zumindest eine Chance zu geben, den Moment als solchen zu leben, oder nutzt man das als Möglichkeit, sich gegen das Übel der Welt zu wappnen? Oder lässt man es einfach nach Tagesform variieren, so, wie ich das so wunderbar schaffe, und merkt förmlich, wie man von Tag zu Tag abgefuckter wird, weil man nur noch zwischen den Extremen hin- und herspringt?

    Na, nicht so dramatisch hier, bitte. Ist ja nicht so, als wäre das jetzt eine neuere Entwicklung. Überkompensation ist mein zweiter Vorname, seitdem ich angefangen habe, meinen Abgründen etwas entgegensetzen zu wollen. Ich gehe jetzt weiter aufräumen.

  • Abend in Oldesloe

    Um mich rum spielen sie Phase 10. Mir hängt irgendwelches Essen in einer Zahnlücke und bringt mich um den Verstand. Wir wollten eigentlich nach Hohwacht heute, fahren nun aber doch erst morgen, nachdem sich uns diverse technische Probleme in den Weg gestellt haben (in erster Linie ging es darum, die Fotos und Videos von Sarahs und meinem Auftritt heute Früh an einem zentralen Ort zu versammeln und nebenbei ein Zugticket für meine Mutter auszudrucken).

    Sie haben Musik an und wollen gleich noch Cocktails machen. Ich habe vorhin kurz mit Ryk geredet und warte ehrlich gesagt darauf, dass er mich mal zurückruft, weil wir eigentlich abgemacht hatten, dass ich ihn kurz anklingele, wenn ich wieder Zeit habe. Die Idee, es einfach schnell nochmal zu probieren, schwirrt mir zugegebenermaßen auch im Kopf herum, aber letztendlich wird dieser Vorgehensweise von meiner heiligen Anti-Spam-Regel entgegengewirkt sowie von der Tatsache, dass so viele Menschen drurumsitzen, die mich dabei beobachten würden, selbige zu brechen.

    Ich hätte gern, dass die Aufnahmen jetzt alle zu Dropbox geladen sind, um ihm mal den Link zu dem Ordner schicken zu können; er sagte vorhin, er würde sich drüber freuen. Ich bin geistig abwesend. Das hier ist gerade ein harter Stream of Consciousness. Jetzt allerdings nicht mehr, weil ich blockiert bin. Ich habe mich bisher unheimlich gut mit Mama vertragen. Und heute war halb Oldesloe bei ihrer Vernissage und ich habe mich extrem gut geschlagen mit den ganzen alten mehr oder weniger be- oder beziehungsweise erkannten Gesichtern.

    Ich muss diese Zahnlücke jetzt zahnseiden gehen; das macht mich wahnsinnig. Jetzt wurde ich außerdem gerade von Sarah gefragt, was ich hier eigentlich mache.

    "What are you doing?"
    "I'm, uh.. typing. But I will be done typing in a second."

    So sei es.

  • Installiere nicht die neueste Version des Adobe Flash Players. Der ist nicht sicher, wurde mir gesagt. Von einem vierzehnjährigen Hacker.

    Jetzt sitze ich also hier in Oldesloe vor meinem Rechner. JO sitzt neben mir, vor ihrem eigenen Rechner. So sind wir.

    Ich bin heute hochgradig zufrieden mit meinem Leben.

    Gleich sehe ich Nicole wieder. Anderthalb Jahre ist es her. Ich freue mich.

    Basti, Sarah und Peruaner-Pedro kommen morgen.

    Ich muss aufs Klo.

    Caro kommt mich am 20. unten besuchen, bevor sie nach Portugal auswandert. Sie ist sich gerade unschlüssig, wie sie sich diesbezüglich fühlen sollte, und fühlt daher erstmal gar nichts, was sie wiederum beunruhigt. Aber ich hoffe (und habe ihr mehrfach versichert), dass sich das in absehbarer Zeit ändert.

    Sonne scheint.

    Ich vermisse Ryk und bin gleichzeitig wie eh und je überfordert mit der Gesamtsituation, aber andererseits bin ich gerade ziemlich abgeklärt und einfach irgendwie wirklich zufrieden mit meinem Dasein. Ich glaube, ich kann das überleben.

  • Gewissen, Berichte und Komatosität

    So sah das aus, als ich Kepa von Ryk berichtet habe. Unglaublich, wie er einfach aus diesem konfusen Wust an Wörtern erkannt hat, was ich ihm sagen wollte.

    Ich
    2015/01/29 12:36
    Und mein Fail war eigentlich kein Fail in dem Sinne, sondern eher ein mit Überforderung kombinierter Win, der sich als Monsterfail tarnte. Vielleicht aber auch ein Monsterfail, der sich als sich als Win tarnender Monsterfail ausgibt. Fürs Erste geh' ich von Zweiterem aus. Man wird sehen; ich werde berichten, wenn ich selber schlauer bin.
    Kepa
    2015/01/29 12:36
    Oh, das kapier ich nicht so ganz
    Ich
    2015/01/29 12:37
    Das macht gar nichts, da sind wir schon zwei^^
    Kepa
    2015/01/29 12:39
    Also hast du dir wen angelacht oder irgendeine super idee
    Ich
    2015/01/29 12:41
    indeed, indeed, indeed
    Kepa
    2015/01/29 12:41
    Oder beides
    Ich
    2015/01/29 12:41
    Eher zu viel Ersteres und zu wenig Letzteres
    Kepa
    2015/01/29 12:43
    Oh nein

    ...So war das nämlich.

    Mehr schaff' ich jetzt nicht mehr; ich bin einen gefühlten Mykrometer entfernt vom Umkippen. Und ich muss noch Zähne putzen. Und das Attest besorgen nachher. Und dann containern mit Basti und dann nach München. Ich konnte heute besser mit Ryk telefonieren. Es kamen Gefühle durch seine Stimme.

    Ich weiß nicht, was ich mit Basti anstellen soll. Es ist wirklich nicht einfach. Es kann für ihn auch nicht einfach sein. Wenn ich vergleiche, wie wir während der ersten Fringe-Folge aufrecht nebeneinandersaßen, und wie er inzwischen wieder wie damals um Neujahr herum meine Schulter als Kissen benutzend mir über den Arm streicht - das war heute wieder neu, das und die andere Hand oberhalb meines Handgelenkes - Gewissen, es bringt mich um. Andererseits, was soll ich tun. Die Fronten sind geklärt. Es unterliegt alles seiner alleinigen Bereitschaft, sich dem auszusetzen. Ich bin ja nicht Şahin. Ich streichele ja nicht zurück. Es geht ja von mir nichts aus. Er muss das selber wissen. Rede ich mir ein. Aber es ist trotzdem nicht gerade Balsam für mein Gewissen. Ich bin zu empfänglich für die Nuancen. Ich erinnere mich zu gut. The longing, oh, the longing.

    Ich muss jetzt schlafen. Ich bin schon die ganze Zeit am Einpennen.

  • Marie, du kannst zur Tafel gehn... oder Der Februar und andere wirre Träume

    So, ich lebe dann auch mal wieder.

    Oh, ich habe meine Zahnpasta gefunden. Das ist gut. Daneben liegt das Messer, das ich Sonntag containert habe. Auch gut. Scharfe Messer können nie schaden. Wobei, sie können schon schaden, das ist ja das Gute. Wer will schon mit einem Messer sein Gemüse schnibbeln, mit dem man nicht mal schnell einem Lebewesen die Kehle aufschlitzen könnte.

    Ich bin paranoid und bilde mir ein, dass mein Freund mich vergisst. Das ungeachtet der Tatsache, dass er mir vorhin vorschlug, diesen Monat noch mit ihm zu seiner Familie hochzufahren, wenn er für seinen Vater dessen Bürgermeister-Wahlprogramm schreiben geht, um zumindest eine völlige Katastrophe zu verhindern. (Also, er will verhindern, dass sein Vater eine Katastrophe anrichtet. Nicht dass du denkst, er würde verhindern wollen, dass ich eine Katastrophe anrichte; so erbärmlich bin ich dann doch nicht, ihm mitteilen zu müssen, dass ich damit rechne, von ihm ratzfatz vergessen zu werden.)

    Mir ist unfassbar merkwürdig zumute. Als wäre der ganze letzte Monat einer meiner abstrusen Träume gewesen. Meine Träume sind selten wirklich schrecklich oder wirklich schön, sondern einfach völlig konfus und ohne Sinn. Stell dir vor, was ich mir letzte Nacht schon wieder zusammengesponnen habe. Der Typ, dem ich seit Oktober ständig im Bus begegnet bin, hat mich zum Lasagneessen eingeladen. Dann hat er mir eröffnet, dass er nichts von Monogamie hält. Dann waren wir drei Tage später irgendwie zusammen. Dann habe ich mein komplettes Leben auf Pause gestellt und angefangen, jede meiner freien Minuten mit ihm zu verbringen. Dann habe ich nach und nach gemerkt, wie wunderbar er eigentlich ist. Dann habe ich mich in ihn verliebt. Dazwischen waren irgendwie noch Klausuren, für die ich einfach mal kein bisschen gelernt habe. Ich hab' sie trotzdem alle geschafft - sowas funktioniert auch nur im Traum. Dann ist Basti zu mir gezogen. Dann sollte ich eigentlich noch nach Namibia fliegen, weil ich irgendwann mal mit dem Finger auf einem Kaff namens Khorixas gelandet bin. Davor war ich bei Caro, um mit ihr Geburtstag zu feiern, habe sie den halben Abend nur zugejammert und schließlich meinen Flieger verpasst, bin schnurstracks zurück nach Hause und mit dem ersten Bus zu Ryk, nahtlos zurück in mein pausiertes Leben. Dann hat Basti seine Wohnung bekommen und wir haben ein paar Tage lang in der wunderbarsten Eintracht aller Zeiten zu dritt renoviert. Dann bin ich mit nach München gefahren, hab ihm beim Einräumen geholfen und dann ein paar Stunden lang geheult, weil er wieder mal einen Anflug von "du bist so toll, dass mir keine andere Wahl bleibt als meine vorletzte Bastion auch noch abzureißen" hatte (wobei sich die vorletzte Bastion auf die Polyamorie bezieht, die letzte auf den Veganismus) und es so unfassbar glaubwürdig klang diesmal, dass ich schon fast Hoffnung hatte, er würde meinem Einwurf, das würde er eh wieder zurücknehmen, diesmal tatsächlich etwas entgegensetzen. Hach ja. Drama. Dann waren irgendwie meine Sachen verschwunden und ich musste mir Jeans und einen Pulli von Ryk anziehen, um meinen Bus nach Hause noch zu erwischen. Dann war ich wieder zu Hause und irgendwie war alles total komisch.

    Es ist jetzt immer noch komisch. Ich konnte bisher noch mit niemandem so wirklich darüber reden, weil ich Basti (mit dem ich die letzten beiden Tage praktisch durchgehend rumgehangen habe) davon weitestgehend verschonen möchte und ansonsten noch keinen Kontakt zu Vertrauten hatte. Zumindest nicht in Situationen, in denen es angebracht gewesen wäre, ihnen die Problematik meiner Situation darzulegen. (Sarah und Peruaner-Pedro waren zwar vorhin da, aber die beiden zählen nicht. Zumindest in der Konstellation. Ich hätte nie gedacht, dass ich das mal sage, aber diese Menschen haben die Fähigkeit, voneinander das Beste herauszuholen, nicht gerade mit Löffeln gefressen.)

    Jetzt wäre also zumindest schonmal im Groben umrissen, wie es mir so ergangen ist in letzter Zeit. Und ich muss sehr dringend jetzt schlafen. Ryk schrieb mir zwar vor einer Ewigkeit, dass ich im Funkloch sitze (wir hatten ausgemacht, dass wir vielleicht nochmal telefonieren, wenn Sarah, Pedro und Basti wegsind, und dann hatte ich ihm bescheidgeschrieben und offenbar hat er versucht, mich zu erreichen), aber ich bin zu müde, um noch mit ihm zu reden. Und warum auch, wenn es eh alles ein Traum war. Weird. Surreal. Wie überhaupt alles. Nichtmal der universellen Gültigkeit der Monoamorie ist also zu trauen. Was für eine gigantische Matrix, in der ich da stecke. Ich und die ganze restliche Welt bis auf wenige Ausnahmen. Ich bin so müde, dass ich kaum mehr wahrnehme, was ich eigentlich tippe. Ich bin dann mal weg. Das sagte ich zu ihm auch immer, wenn er arbeiten musste und ich in der Zeit mich aus der Wohnung verflüchtigt habe. Wie wunderschön und warm die Wohnung jetzt ist, wo Basti drin wohnt. Gar kein Vergleich. Ich hatte letzte Nacht keinen Nerv mehr darauf, von Basti nach Hause zu wandern, und habe bei ihm auf dem Sofa gepennt. Zu Ryks Zeiten hätte ich mich unter der Kuscheldecke zu Tode gefroren. So konnte ich einfach die Füße außen drunterherschauen lassen. Welch ein Luxus. Der arme Basti. Ich habe so ein verdammt schlechtes Gewissen.

  • Darf ich dich behalten?

    Ich hab' dann heute einfach mal mit einem Nicken geantwortet, statt wie zuvor mit verbalen Ausflüchten à la "ich würd' gerne behalten werden". Nachdem ich offenbar nach wie vor unfähig bin, eine Verbindung zwischen meiner Innenwelt und hörbar geäußerten Worten herzustellen - danke auch, zu gut funktionierende unfreiwillige Selbstschutzfunktion - gebe ich mir umso mehr Mühe, das, was ich nicht sagen kann, auf jede erdenkliche andere Art zu demonstrieren. Vielleicht haben diese Aussagen von ihm - "wie bin ich nochmal an den liebsten Mensch der Welt gekommen?" - auch darin ihren Ursprung. Er kann reden. Wenigstens einer von uns. Wie sagt er so schön (und ich will nicht wissen, seit wie vielen Jahrzehnten zu wie vielen Menschen, aber am Ende waren es vermutlich doch weniger, als ich mir denke) - kennst du das, wenn du dein Glück berühren, aber nicht fassen kannst?

    Er wäre nicht unsicher, würde er den Unterschied feststellen zwischen dem, was ich tue, und dem, was ich normalerweise inclined wäre zu tun. Er hat nicht die Spur einer Ahnung, was für eine riesige Diskrepanz besteht zwischen dem, was ich inclined bin zu tun, und dem, was mich der immense Grad an Zuneigung, die ich ihm mittlerweile entgegenbringe, letztendlich zu tun befähigt. Jeder Mensch, der mich kennt, müsste mich nur drei Minuten lang in seiner Gegenwart beobachten und könnte ihm aus vollster Überzeugung versichern, dass dieses Verhalten durch nichts erklärbar ist außer ebenjenem Zustand vollkommener geistiger Verwirrung.

    Ich höre Bueltatzen auf Repeat, seit nunmehr schon fast einer Stunde.
    Ich weiß, ich weiß. Aber egal, was das am Ende für Dramen mit sich bringt; wer weiß, wann sich mir das nächste Mal die Gelegenheit ergibt, jemandem Bueltatzen an den Hals zu dichten.

    Das ist doch unmöglich. Jemand liebt mich, und ich glaube es auch noch. Natürlich glaube ich nicht, dass das lange so bleibt, geschweige denn ein schmerz- und zerstörungsfreies Ende nimmt, aber jemand liebt mich jetzt gerade, und ich liebe ihn zurück. Wie absurd ist das bitte. Ich hatte mit der Möglichkeit, diese Erfahrung zu machen, ehrlich gesagt in diesem Leben nicht mehr gerechnet.

    Jetzt macht der Luxmensch wieder Probleme. Argh. Argh. Argh. Würde ich nicht so unbedingt wollen, dass er Ryks Wohnung bekommt, wäre mir das ja alles egal, aber er MUSS es irgendwie heute hierher schaffen. Boah Mensch.. was für ein Chaos. Nebenbei erwähnt - ich habe noch nichts gepackt. Nichts. Und morgen bin ich weg. Theoretisch. Das wird ja mal lustig.

  • Ohne Wurst

    Sanskrit war zu einfach. Ich bin mit den Klausuren durch. Ich habe heute Zeit. Ein bisschen zumindest. Gleich gebe ich noch schnell Sofie Unterricht, kaufe auf dem Rückweg Küchenpapier (auch wenn es mir widerstrebt, aber ich fürchte, ich bekomme Ryk bis zu seinem Umzug nicht mehr so weit umerzogen, dass er die Überflüssigkeit und Umweltschädlichkeit von Küchenpapier als Füllmaterial noch einsieht) und lade wieder Geld auf mein Handy.

    Basti zieht in Ryks alte Wohnung. Bin ich grandios oder bin ich grandios? Ich habe Basti eine Wohnung gefunden und Ryk einen Nachmieter, nachdem sein Original-Nachmieter so unerwartet abgesprungen ist. Ich liebe das Leben.

    Ich bin morgen aller Voraussicht nach mit Kepa und dessen Mitbewohner bei Rini zum Weißwurstfrühstück. Danke, Kepa, für die unglaubliche Freude, die du mir damit bereitest, mich zu dieser Unternehmung bewegen zu wollen. Warum tue ich mir das an? Schmotzige Dunschtige hat man verschanzt im Haus zu verbringen, nicht bei Weißwurstfrühstücken damit, sich zuzugluggern. Das tut man nicht. Fasnet ist nicht meine Welt. Außerdem weiß ich nicht, wie Ryk morgen arbeitet, und laufe somit Gefahr, Zeit statt mit Ryk mit Weißwurstfrühstück, wenn auch ohne Weißwurst zu verbringen; gibt es etwas Sinnloseres? Aber es wird Alkohol dasein, weswegen auch ich dasein werde. So kriegt man mich eben doch immer, bedepperte Schnapsdrossel, ich. Außerdem ist es Kepa, der mich überredet. Kepa kann das. Und ich bin einfach nur so sehr gespannt, ob ich wieder gescheit mit ihm umgehen kann oder was da jetzt los ist. Nachdem sich Ryk jetzt ja relativ schnell als der (zumindest temporär, machen wir uns keine Illusionen) wunderbarste Fail der Geschichte entpuppt hat, müsste das doch eigentlich halbwegs unproblematisch funktionieren. Hach, was wäre das gut. Und die Rettung für Namibia.

  • Anflüge (oder: Zustände im Konflikt).

    Sanskrit. Morgen. Nicht gut.

    Natürlich nichts mehr gemacht gestern.

    Ich fühle mich hin- und hergerissen zwischen zwei Extremen.

    Eines ist dieses hier.

    Das andere ist dieses.

    Bueltatzen kennst du schon, sofern du mich kennst. Führt kaum ein Weg dran vorbei, weil Bueltatzen für mich die Welt bedeutet. Ich werde mir jetzt die Mühe machen, es zu übersetzen. Das habe ich nämlich bislang tunlichst unterlassen, so wie ich es ja generell an mir habe, meinen geschätzten Lesern Schrägstrich Bots eine unzumutbare Menge an Dingen zuzumuten, die sie ohne (die natürlich nie gegebene) Erklärung kaum in der Lage sein können zu verstehen.

    I want to see the world, but from your bed
    I want to see the world.
    The song on your lips that you can't forget
    I want to be that song.

    And where have you been hiding until now?
    In all these years too long, never showing up?
    Hold me by the hand, tight, I beg you
    It's dark and I don't know the way back.

    I want to be the sea in your storm
    I want to be the sea.
    The way home, only under your feet
    I want to be the way.

    And where have you been hiding until now?
    In all these years too long, never showing up?
    Hold me by the hand, tight, I beg you
    It's dark and I don't know the way back.
    I don't know the way back.

    I want to see the world, but from your bed
    I want to see the world
    from the watchtower of your words
    The song on your lips that you can't forget
    I want to be that song.

    And where have you been hiding until now?
    In all these years too long, never showing up?
    Hold me by the hand, tight, I beg you
    It's dark and I don't know the way back.
    I don't know the way back.
    I don't know the way back.

    Demnach war es umso ironischer, dass mir der Ukumensch (hallo, Ukumensch. Es ist über alle Maßen beeindruckend, dass du dir ein gesamtes Jahr lang meine fast-täglichen Schwallungen an Lebensschnipseln angetan oder aber nach dieser ganzen Zeit mal wieder random vorbeigeschaut hast. But, then, das deckt sich mit dem Inhalt eines unserer ersten Telefonate, in dem du mir deine Sicht auf Verbundenheit dargelegt hast. Es war trotzdem unerwartet, eine schöne Überraschung) neulich in Bezug auf Ryk und Schutzmauern schrieb, den Weg zurück würde ich ja kennen.

    Ich muss bei dem Lied öfter mal an Hänsel und Gretel denken.

    Zustand eins - Mariñelaren Zai - dagegen sieht folgendermaßen aus.

    The carpenter had a daughter,
    the most beautiful in the village
    Two men wanted to conquer her heart

    What is it, what is it, my daughter?
    - I'm in love with the sailor, father.
    But don't you understand it's impossible?
    You're meant to be with the young lord.

    She was then all longing for her forbidden love
    -The young lord is coming to ask for your hand,
    the sailor is going to Ireland.

    So it was, the forced wedding
    There were no rich people there
    And everyone was dancing, everyone was happy
    Forgetting about social differences

    What is it, what is it, my daughter?
    - I'm in love with the sailor, father.
    But don't you understand that's impossible?
    You're the young lord's wife.

    Still to this day we can see
    this daughter at the window
    Waiting, waiting for the sailor
    She has her hopes on the sea.

    Und dann natürlich das passende Kepa-Zitat dazu.
    "Um Himmels Willen, nicht warten."

    Und Ryk. "Es kann sein, dass ich in meiner letzten Woche in Konstanz von Lena-Anflügen geplagt werde; nicht persönlich nehmen."

    Und ich. "Passt."
    Natürlich passt es nicht. Bei aller Liebe zur Transparenz ist es, du wirst mir sicher zustimmen, nicht ganz einfach, die Exfreundinnen-Anflüge deines Freundes mit Würde und Verständnis hinzunehmen. Wie gut, dass ich lange genug Therapieerfahrung mit Caro und Şahin gesammelt habe, um das unschöne bis widerwärtige Gefühl, das heute genau wie damals bei solchen Bemerkungen aufkommt, klassifizieren und im Schach halten zu können.

    Irgendwo sind wir doch alle kaputt. Traurig, aber wahr.

  • Die reinste Effizienz.

    Oh Gowai, ich komm' ja zu gar nichts mehr. Wieso ist es der achte Februar? AAAH, ich will Zeit. Mehr davon. Viel mehr. Genug.

    Jetzt bin ich theoretisch am Sanskritlernen, praktisch dagegen dabei, mir unter den motivierenden Klängen des Pikachu-Songs (10-Stunden-Version) das Hirn langsam, aber sicher zerballern zu lassen - ich war nie ein Pokémon-Kind, aber diesen Pikachu-Ruf habe ich seit Silvester als "Kepa-ke, Kepa-kepa-Kepa-txooo" im Kopf und bekomme ihn da nicht mehr heraus, so eine Schande aber auch. Also muss ich jetzt die 10-Stunden-Version von diesem Lied hören, ist das nicht unfassbar wunderbar und logisch. Nein, nein, ich bin nicht auf Drogen. Wirklich nicht.

    Laura rettet mich, indem sie da ist. Ich werde mit ihr reden. Auch wenn ich mit Caro den Pakt geschlossen habe, dass wir beide lernen bis 3 und dann reden. Ich werde einfach reden bis 3 und dann reden, geht doch auch. Mit Ryk habe ich ebenfalls einen Pakt, der da lautet, ich lerne und er kommt her, wenn ich genug gelernt habe. In dem Fall dürfte er die Schwelle meines Hauses nie wieder überschreiten; "genug lernen" ist dieses Semester nicht drin. Konzentration Mangelware. Zeit nicht vorhanden beziehungsweise so ineffizient verschleudert, dass man fast schon meinen könnte, ich wäre tatsächlich in jemanden verliebt, der Ende des Monats die Stadt verlässt, und müsste meine freie Zeit demnach zu hundert Prozent mit dieser Person verbringen. Merkwürdig, das alles.

Über mich

Aspirinitas Profil-Bild
Aspirinita

Hier übrigens mein anderer Blog, "Save the lettuce" - für Verwendung und gegen Verschwendung: http://aspestie.blog.de/

Tag-Cloud

mehr Tags…

Footer:

Die auf diesen Webseiten sichtbaren Daten und Inhalte stammen vom Blog-Inhaber, blog.de ist für die Inhalte dieser Webseiten nicht verantwortlich.