szmmctag

  • The Outside World

    Okay. Allein die Tatsache, dass ich mich jetzt erstmal daran mache, die Unendlichkeit meiner Einträge nach Bemerkungen zu durchsuchen, die ich über Trudi gemacht habe, zeigt mir, wie viel ich noch zu arbeiten habe. Ein von Grund auf gutmütig und positiv gestimmter Mensch wird nämlich gar nicht erst befürchten müssen, in seiner täglichen Gedankenablage irgendwo über seine Freunde zu lästern. Ich bin gespannt, ob ich es eines Tages so weit schaffe.

    Nun stehe ich erneut vor der Challenge, zu ignorieren, dass jemand den Schwachsinn hier liest. (Die sich jedes Mal aufzutun scheint, wenn das Leben außerhalb und das innerhalb des Blogs sich auf unerwartete Weise begegnen.) Trudi hat es (nach Laura und Kepa-Pedro) als dritter Mensch überhaupt geschafft, diese entlegene Ecke der Welt ohne mein direktes Zutun aktiv aufzutreiben. Und obwohl ich recht erleichtert bin, dass Kepa sehr wahrscheinlich deren Existenz schon wieder vergessen hat und Laura nur noch sporadisch vorbeischaut, komme ich nicht umhin, mich geehrt zu fühlen, dass es überhaupt Leute gibt, die die Stalkerarbeit, die man dafür braucht, überhaupt auf sich genommen haben.

    Gut. Dann machen wir uns jetzt ans Verdrängen jeglicher Mitleser, um wie immer, wenigstens hier, die komplette Transparenz und Authentizität zu gewährleisten.

    Ähm. Ich war lang in der Arbeit heute - aber auch spät dort, weil Mama mich angerufen hat, gerade bevor ich losgehen wollte. Wir haben momentan eine Phase des wunderbaren Einklangs und der Harmonie, weswegen ich unglaublich gern mit ihr geredet habe und am liebsten gar nicht mehr aufhören wollte. Dreiundvierzig Minuten später war ich auf halbem Weg in die Arbeit, wo ich mit Robert (Kollegen-Robert, natürlich, nicht der andere Robert) darüber spekulierte, wieso man im katalanischen Gourmetbus nur so widerliches Essen vorgesetzt bekommt (Kürbiscreme mit Leber gefällig? Oder vielleicht doch Eis mit Orangenstücken und einer Riesenmuschel?) und tassenweise Kaffee konsumierte, zehn Touren übersetzte und dazu in meiner Pause (ja, eine Pause! Ich mache zwar sonst nie Pause, aber diesmal musste ich, weil ich es Mama versprochen hatte) noch Mamas Kündigungsschreiben für die Kopie ans Head Office in Italien. Nachdem ihre Chefin sie auf profanste Weise schikanieren wollte, so, wie sie es mit der gesamten Belegschaft tut, hatte sie verständlicherweise keinen Bock mehr auf den Job, auch wenn es ihr in dem laden ansonsten wirklich gut gefallen hat. Sie hatte sogar endlich schöne Musik auf einem USB-Stick mitgebracht, um sich und die Kolleginnen endlich von der Folter Beyoncés zu befreien. Ich hatte ihr geholfen, die Musik auf den Stick zu kopieren, als ich gerade bei Caro war und wir eigentlich drauf und dran waren, Şahins Good Riddance Party zu starten.

    Kam dann jedenfalls nach Hause, habe mir Essen für morgen gemacht und danach eine Weile mit Trudi geredet, wie eigentlich schon Ewigkeiten nicht mehr. Nachher gehen wir zu Vodafone und erledigen den letzten Rest Internetangelegenheiten. Dann gehe ich arbeiten. Dann ist Wochenende. Juhuuu! (Ach, könntest du nur den Peruaner-Pedro hören, wie er "Juhuuu!" sagt. Ein ansteckenderes "Juhuuu" hat die Welt noch nicht erlebt.)

    Und ich freue mich darauf, mich Sonntag mit meinen Eltern zu treffen. Nachdem das letzte Mal, das sie hierwaren, ein mittelschweres Disaster war, bin ich mir sicher, dass wir das Treffen diesmal - genau wie meine Wohnung inzwischen nicht mehr aussieht wie das Epizentrum eines Erdbebens - mit weniger Stress und mehr Liebe verleben.

    Ach was, Hannes ist da. Y eso? Hm. Ich werd' es nachher erfahren. Jetzt sollte ich versuchen, in meinem übermäßig koffeinisierten Zustand zu schlafen. Da bekämpfen sich Medis und Aufputschmittel - es wird ein lustiger Wettstreit, ich seh's kommen. Einfacher (aber auch langweiliger und, vor allem für die Arbeit, wesentlich uneffektiver) wäre es, würden sie sich im Bezug auf meinen Wachheitszustand einfach gegenseitig neutralisieren.

  • Poetische Anwandlungen - wieder mal ein paar Tassen Kaffee zu viel.

    Jetzt sitz' ich hier, jetzt sitz' ich hier, ganz ohne Sicht.
    Was mach' ich nur, was mach' ich nur, ich sah's zu spät -
    Ich sitz' noch im Büro, oh weh, mein Fahrrad hat kein Licht!

  • Viertel vor zwei.

    Es ist doch zu absurd, um wahr zu sein. Ich bekomme so selten Nachrichten auf dem Ding hier, dass ich immer noch jedes Mal, wenn es dann doch mal passiert, kurz geschockt bin. "Ukumensch. Nee, Quatsch, als wenn.", so geht das eine Tausendstel einer Sekunde immer vor sich. Das menschliche Hirn ist doch wirklich nicht das unmerkwürdigste aller Organe.

    Die neue Monatsetappe geht heute los - ich werde wieder arbeiten. Viel. Noch bis zum Semesteranfang werde ich viel arbeiten, dann werden die Prioritäten wieder verschoben. Falls ich es jemals schaffe, mir einen Stundenplan zusammenzustellen. Es ist kaum ein Kurs dabei diesmal, den ich sowohl brauche als auch gerne belegen würde.

    Gestern war ein unwahrscheinlicher Wunderbare-Laune-Tag - sonnig und schön. Unsere Wohnung nähert sich immer mehr dem Zustand des vollständigen Bezogenseins, mit Internet und allem. Ich hab' im Garten gearbeitet und Waltraud, der Überfrau, beim Rasenmähen im Vorgarten geholfen. Meine Tomaten blühen - ich habe sie zwar im August erst richtig eingepflanzt, aber vielleicht gewinnen sie ja doch noch den Wettlauf mit der Zeit. Die Mystery Plant daneben blüht auch. Ich habe immer noch keinen Schimmer, ob es eine Gurke, Zucchini oder Melone ist - oder vielleicht doch ein Kürbis. Vielleicht erlebe ich noch die Revelation, bevor der Winter hereinbricht. Schön wär's zumindest.

    Jetzt schlafe ich. So müde, wie ich schon wieder bin, hätte ich das vor zwei Stunden schon tun sollen.

  • Führer!

    Das also passiert, wenn man sich bereiterklärt, einem Peruaner mit seiner Aussprache zu helfen. Man findet sich eines schönen Abends in seinem Zimmer wieder und sagt zwanzig Mal hintereinander dieses Wort im leicht befehlenden Tonfall. Nicht ganz ideal, zugegeben, aber was soll man machen - wir lesen jetzt zusammen Jim Knopf. Und, nicht zu vergessen, Lukas der Lokomotivführer.

    Peruaner-Pedro hat mir einen unglaublichen Trick gezeigt, wie man es schafft, "ü" zu sagen, auch wenn man eigentlich keine Ahnung hat, wie man "ü" sagt. Du formst die Lippen wie ein "u" und stellst die Zunge auf "i", und tadaa. Es ist ein Wunder - ich hab' mich nicht mehr gekriegt, als ich merkte, dass das wirklich funktioniert. Aber es führt (oh je) auch dazu, dass wenn er versucht, "Führer" zu sagen, eher "Hührer" dabei herauskommt, weil er sich schon so auf das "ü" konzentriert. Oder aber das "f" ist zwar da, dann aber kommt so etwas wie "Fiührer" dabei heraus.

    Also ja, ich hatte Spaß gestern. Das Wunderbare ist, dass er mich explizit gebeten hat, so perfektionistisch zu sein, wie es nur irgendwie geht. Das kommt mir entgegen - auch wenn er sich wahrscheinlich nicht ausgemalt hätte, dass wir zwei Stunden an einer halben Seite sitzen.

    Nun ist Sarah in Bolivia. Zum Glück hat Pedro diese Woche ein Seminar in Hirschberg und ist danach bei einer seiner ehemaligen Gastfamilien in Freiburg, so hat er zumindest diese Woche gute Möglichkeiten, sich von ihrer Abwesenheit abzulenken. Aber uff, es ist schon tragisch, wie er sie vermisst. Und ich bin froh, dass sie bald wiederkommt, denn so lieb ich ihn habe, ich weiß nicht, ob ich es verkraften würde, länger als eine Woche am Stück in meiner Funktion als pflichtbewusster Lückenfüller jede seiner freien Minuten mit ihm zu verbringen.

    Gestern kam mich außerdem noch Kepa-Pedro besuchen, der in seiner Funktion als pflichtbewusster Curlingfanatiker für ein Training in die Stadt kam und die Gelegenheit genutzt hat, meine neue Wohnung zu inspizieren. (Er ist auch davon begeistert und hat bereits festgelegt, dass der nächste baskische Abend bei hier stattfinden wird. Ausgerüstet mit Wein, Kirschzeug und Piperrak aus besagtem Ländchen sind wir jedenfalls dank seiner schmugglerischen Tätigkeiten wieder bestens.)

    Und heute habe ich nochmal einen freien Tag, was ich sehr zu schätzen weiß - ab morgen ist dann wieder volle Arbeitskraft voraus angesagt und ich kann nur hoffen, dass JO und Saskia, die mich beide im September besuchen wollten eigentlich, sich Zeitfenster aussuchen, in denen ich auch tatsächlich Zeit für sie habe. Nunja, on vera. Ich werde mich gleich mal daran machen, mit JO den genauen Zeitpunkt ihres Besuches festzulegen.

  • When their words mirror your thoughts

    Extrem nervig daran, nicht alles, was man denkt, immer gleich laut auszusprechen, ist, dass einem Andere oft zuvorkommen. Dann sagt dir jemand genau das ins Gesicht, was du selbst schon lange dachtest, und präsentiert es dir, als wäre es wer weiß was für eine Erkenntnis, auf die er automatisch ein Patent bekommt, allein dadurch, es ausgesprochen zu haben. Dann kannst du praktisch nichts mehr machen außer noch zu sagen, ja, das habe ich auch schon immer gedacht. Und wie glaubwürdig kommt das, wenn das allgemeine Verhältnis der verkündeten Erkenntnisse zu 99% auf der Seite des Anderen überwiegt. Deshalb denke ich mir manchmal, dass die gedankliche Komplexität introvertierter Personen den extrovertierteren unter uns manchmal verborgen bleiben könnte, was dann dazu führt, dass sich Letztere den Ersteren noch überlegener vorkommen, sie für dumm verkaufen und sie zu belehren versuchen. Mir kam es häufig so vor. Und das Ironische ist, dass im momentan stattfindenden Prozess der Transition aus dem Absolutum an Introvertiertsein zu einem gesellschaftlich akzeptierteren unteren Mittelmaß zwischen den beiden Extremen mir selbst das nötige Einfühlungsvermögen, um dieses fatale Verschätzen zu vermeiden, teilweise abhandenkommt. Ich meine, natürlich ist es noch da, aber ich muss es erst bewusst aktivieren. Was mal wieder beweist, dass ich es noch immer nicht geschafft habe, mich selbst realistisch einzustufen. Das nur als zusammenhanglose Feststellung, weil mir nichts Konkretes einfiel, über das ich hätte berichten wollen.

  • Mauern (oder: Scheiße mit der Scheiße hier.)

    Vielleicht klappt es grad mal, immerhin habe ich es eben im Gespräch mit Lena exeptionell gut hinbekommen. Ab und an hat man solche Gespräche, oder, wo man es schafft, Sachen zu sagen, die man sonst nicht schafft zu sagen.

    Es ist eigentlich ganz simpel darzustellen. "Das Ding ist", sagte ich, "ich hab' ne Riesen-Schutzmauer."
    "Das ist es glaub ich", warf Lena ein, bevor sie mich weiterreden ließ.
    "Mmh, ich hab' ne Riesenschutzmauer." Ja, ich wiederhole mich gerne mal.
    Meine Hände bauen mit der begleitenden Geste ein Rechteck aus Luft vor mir auf. "Die sieht komplett undurchdringlich aus, von vorne. Aber wenn man einmal kurz hinten rumgeht und so macht" - ich tippe ihr leicht auf den Rücken und bemühe mich, nicht in Tränen auszubrechen (immerhin ist es nicht weniger als die Tragödie meines Lebens, die wir hier zu dieser späten Stunde zum Gesprächsthema haben), "dann fall ich um. Dann fall ich um. Es müsste nur einfach mal jemand so machen. Sie machen es aber nicht. Es macht einfach niemand."

    Es wäre echt einfach.

    Gowai, was für ein widerliches Gefühl, zu wissen, dass die Mauer nach vorne hin sogar so gut funktioniert, dass sie meine Sicht verzerrt und meine Nerven täubt, sodass selbst gesetzt den Fall, es versucht jemand dran hochzuklettern, der mir Wärme mitbringt, ich mir nie sicher sein kann, ob ich nicht bloß halluziniere. Und ich kann sie nur herunterfahren, wenn Sicherheit da ist. Und irgendwann in Retrospektive, wenn alles so anders aussieht, der eklige Zweifel, ob es nicht doch wieder eine Chance war, die man in den Wind geschmissen hat. Immer, wenn's ganz definitiv nichts mehr bringt.

    Attack! Attack! sagt: "Break these barriers down, make these walls collide". Meint damit vermutlich nicht meine Schutzmauer, aber das soll mir an dieser Stelle egal sein.

    Ich geh dann nochmal ne Runde skandieren - die Mauer muss weg! - und ich bekomm sie doch nicht weg. Da könnte ich mir gleich mein Hirn amputieren lassen (Als wäre ich nicht hirnamputiert genug. Uiui, zum Glück ist wenigstens für Wortspielchen noch genug davon vorhanden), das ginge genau so schlecht.

  • In vino veritas? In dem Fall bin ich ein Kürbiskopf.

    Was ich vermutlich eh bin, aber gestern wohl ganz besonders.
    Den letzten Eintrag lesend:
    Okay, Tippfehler vielleicht nicht, aber oha, was ist denn da in mich gefahren. Das klingt ja wie der blanke Neid. Natürlich will ich gar nicht erst bestreiten, dass Neid und Missgunst mich tatsächlich manchmal heimsuchen - mehr als vertretbar ist - aber.. So schlimm?
    U-(

    Dabei hänge ich gerade den zweiten freien Tag in Folge zu Hause und höre Ken Zazpi und bin nur am Grinsen, weil es so schön ist (Haizea! Keine Worte können der Schönheit von Haizea gerecht werden), und denke über das Leben nach und freue mich so tierisch über die Ruhe - mich würden keine zehn Pferde jetzt nach Andorra kriegen. Okay, vermutlich würde mich ein begeisterter und motivierender Mensch, der mir ein Flugticket schenkt und sagt, "lass uns jetzt nach Andorra gehen, ich kenn da jemanden, bei dem wir pennen können, und zeig dir alles und bring dir was Catalán bei, damit du dich verständigen kannst" ohne Probleme jetzt nach Andorra kriegen, aber jeder weniger stichhaltige Versuch wäre fruchtlos. Außerdem bin ich ja eh verabredet und könnte gar nicht nach Andorra, außer, Sarah und Peruaner-Pedro wären (was nicht unwahrscheinlich wäre, zugegebenermaßen) die treibende Kraft hinter dem Projekt. Sprich, Kepa-Pedro ist sein turbulentes Treiben in allen möglichen Teilen der Welt durchaus neidlos zu gönnen. Und wäre es in jedem Fall.

    Was sagt Ken Zazpi dazu? "Dena da polita, desberdina, begi aurreran ikusten ez duguna."

  • fortabt

    Das ist doch nicht mehr lustig. "Ich hab Berri Txarrak hier gesehen, in Donosti spielen sie nochmal, Barnetegi ist wundederbar, ich bin schon medio euskalduna, ich geh nach Barcelona da, und nach Andorra am Freitag", bla, bla, blub. Seh ich aus, als würde ich das wissen wollen? Oder vielleicht doch eher wie jemand, der auch schon etwas länger mal nach Andorra wollte, Berri Txarrak besser kennt, als es sonst je ein Deutscher tun wird, und eigentlich nicht übel Lust hätte, ein bisschen herumzukommen... was beschwere ich mich überhaupt. Ich nehm' mir demnächst eine Landkarte vor, rotiere sie wie zu Twister-Zeiten schön hin und her und zeige irgendwann mit meinem kleinen Finger drauf und plane meine nächste Reise - zu weichem Punkt auch immer. Oh, ich hoffe einfach jetzt schon, dass es keine Polarregion wird. Ich mag keine Kälte.

    Ansonsten geht's mir gut, ja. Ich hab bis halb eins geschlafen, bin aber irre müde. Eigentlich bin ich am Seriengucken, aber mein Internet will mal wieder nicht so wie ich. Deswegen habe ich offenbar alternativ angefangen, mich zu beschweren. Das macht ja mal sowas von Sinn. Jeg vil ikke fortælle dig det, men der suger. Eta mucho. Min drøm forvirre mig, aber auch nicht sehr, you get used to everything, don't you. Apparently, you do; eine knappe Flasche Wein und ich mache immer noch keine Tippfehler. Jeg føler mig fortabt. Just a bit. As always.

  • Wirbel im Haushalt - merkwürdige neue Gewohnheiten

    Keine Arbeit mehr bis nächste Woche! Ich verstehe zum ersten Mal im Leben das Gefühl, nicht zu wissen, was man mit der ganzen freien Zeit anfangen soll. Darüber hatte Simone mal geredet, am Anfang ihres Medizinstudiums. Jetzt kann ich zumindest nachvollziehen, was sie gemeint haben muss, als sie auf einmal ein paar Wochen Ferien hatte. Nicht dass ich schon soweit wäre. Langweilig wird mir ganz bestimmt nicht. Ich bin gerade auf Antiprokrastinationskurs; seitdem ein bisschen freie Zeit wieder in mein Leben Einzug gehalten hat, bin ich permanent am Putzen und Aufräumen. Wer hätte gedacht, dass ich mich in diesem Leben nochmal zu jemandem entwickele, der freiwillig einen Wischlappen in die Hand nimmt.

    Mein Zimmer sieht tadellos aus. Ich habe heute auch noch die letzten Überreste des Chaos, namely eine kleine Fläche Regal und die Fensterbank, von selbigem befreit und bin nunmehr so ziemlich zum ersten Mal überhaupt stolze Bewohnerin eines wirklich, wirklich ordentlichen Raumes. Das schon über mehrere Tage hinweg, wenn man von besagten Überresten einmal absieht. Das ist mir fast schon unheimlich. Meine Duftlampe ist an, ich fühle mich wohl und bin verwirrt, was wohl auf einmal in mich gefahren ist. Wie viel Energie dabei draufgeht. Aber dafür sieht alles so schön und sauber aus. Und - auch wohl zum ersten Mal überhaupt - alles hat einen eigenen Platz. Respekt, wirklich. Der Umzug hat Wunder gewirkt.

    Lisa hat mich besucht. Sie ist schon wieder zurück aus Litauen; dort hat es ihr nicht im Geringsten gefallen und sie ist nach ein paar Wochen zurückgekommen, was ihr nicht leicht fiel, weil ihre Eltern wohl Druck gemacht haben - wenn sie das Auslandssemester abbrechen würde, könnte sie auch gleich ihr Studium abbrechen. Das hilft - besonders, wenn man wie sie eh überhaupt nicht glücklich ist mit seinem Studium. Jedenfalls habe ich mich gefreut, sie so unerwartet schnell zurückzuhaben, und sie mit Tee, Méringues und misslungenem Kuchen abgefüllt. (HILFE - mir ist in ebendiesem Moment aufgegangen, warum er so eine entsetzliche Konsistenz hat. Man sollte einfach nicht backen, während man sich unterhält. Ich bin doch wahnsinnig. Ich habe das Mehlgedöns brutal mit dem Mixer untergerührt, statt es vorsichtig, wie ich doch immer noch so gerne betone, vorsichtig unterzuheben, und habe es nichtmal gemerkt. Bis jetzt. Oh je, oh je, wo soll das nur hinführen.)

    Jetzt ist Lauras Computer endgültig abgekackt und ich muss warten, bis sie wieder anruft, um ihr weiter Sachen auf Spanisch zu sagen, die sie dann begeistert wiederholt und die im Anschluss fürs Erste wieder in der Versenkung verschwinden, bis sie ihren Spanischkurs an der Uni belegt (oh, hoffentlich tut sie das. Solche Motivationsschübe müssen ausgenutzt werden) - eine gute Gelegenheit, um mir kurz was zu trinken zu holen und hier fertigzumachen. Gabon.

  • Kapitälchen...

    Wie Leute mit Vollzeitjob nur leben können, frag ich mich. Da kommst du heim und dein ganzer Tag ist weg. Weggearbeitet, um irgendjemandem, der gerade ausnahmsweise nicht arbeitet, eine schöne Freizeit zu ermöglichen.

    Das ist mir heute aufgegangen. Sehr viele Jobs, meiner zum Beispiel, bestehen einzig und allein zu dem Zwecke, dem Gerade-nicht-arbeitenden eine Vielzahl an Möglichkeiten zu bieten, das zuvor erarbeitete Geld zum Zwecke der Verschönerung ihrer knapp bemessenen Freizeit wieder auszugeben.
     Das endete dann ziemlich schnell in ein paar resignierten gedanklichen Schlenkern über dem fruchtbaren Boden des Kapitalismus, das rapide Ende in erster Linie Resultat meiner eigenen Politikverdrossenheit. 

    Als die beispielhafte Konsumentin, die ich nunmal bin, habe ich mir wie angekündigt ein Wochenende außerhalb gegönnt, ein paar wunderbar entspannte Tage mit Caro verbracht und ihr nebenbei auch noch auf denkwürdige Weise (involviert waren Şahins personalisierte "Trink ne Coke mit Sahin"-Coladose von der letzten Gamescon und eine beachtliche Menge Rum - wir sind immer noch nicht ganz fertig damit, die späten Nachtstunden zu rekonstruieren, aber es war insgesamt einfach ungemein lustig) geholfen, ihren Jetzt-nicht-mehr-Jahrestag an einem Stück zu überstehen. 

    Jetzt auf einmal ist es irre spät und ich gehe gleich ins Bett. Müde bin ich zwar nicht, aber wenn ich morgen wieder arbeiten will... Was ist überhaupt in mich gefahren. Ich hatte nie Ambitionen, meine 450€ vollzubekommen. Aber andererseits, wenn ich nach Perú möchte nächstes Jahr (der Versuch geht in die zweite Runde, diesmal mit Sarah und Peruaner-Pedro), kann ein bisschen mehr Geld nicht schaden, und da ich ja jetzt festgestellt habe, dass Vollzeit arbeiten Kacke ist (nicht dass ich es je versucht hätte; ich glaube, nach einer Vierzig-Stunden-Woche wäre ich nie wieder derselbe Mensch), sollte ich mir für meine Zukunft alles zusammensparen, das ich irgendwie in die Finger bekomme. 

    Wo wir schon so viel von Arbeit reden heute - mein Vater hatte Freitag ein Bewerbungsgespräch mit einer Firma in der Schweiz. Über Skype. (Er hat mich zwei Stunden vorher angerufen, ich solle mal zu Skype kommen, und sich daraufhin eine Stunde lang in gefühlt jeden Raum und vor jede Wand hingesetzt und wollte Feedback zur Positionierung für das Gespräch. Fehlte nicht mehr viel, und er hätte angefangen, die Einrichtung des halben Hauses zu verrücken. Es scheint sich gelohnt zu haben, denn offenbar ist das erste Gespräch gut gelaufen und er wird heute hingeschrieben haben, dass er sich schon vorstellen könnte, mal zum (oh.. haha) Vorstellungsgespräch runterzufahren. 

    Stell dir vor, das wird was. Von mir aus ist alles gut; ich meine, Hauptsache, er kommt aus dem grauseligen Laden raus da oben. Jünger wird er auch nicht, und die Schweizer hier sind unter den Wenigen, die sich bisher ernsthaft für ihn interessiert haben. Ich wünsche ihm, dass das klappt. Mama ist dann sicher auch beruhigt; sie dreht seit vor Weihnachten schon am Rad wegen dem (ihrer Einbildung zumindest) drohenden Leben an der Armutsgrenze und vergleichbarer Abstrusitäten. Trotzdem - wie unfassbar es wäre, würden meine Eltern tatsächlich hier herunterziehen. Da flüchtet man quer durchs Land, baut sich sein eigenes Leben auf an einem Ort, der weiter entfernt vom ehemaligen Zuhause kaum sein könnte, innerhalb der Landesgrenzen zumindest. Und dann kommen sie einem hinterher. 

    Absurderweise fände ich es nicht einmal tragisch. In den drei Jahren sehr sporadischen Zusammentreffens hat sich unser aller Verhältnis (okay, oder sagen wir, meins zu ihnen und ihres zu mir), würde ich fast behaupten, soweit stabilisiert, dass wir den Versuch, in unmittelbarer Nähe zueinander zu leben, durchaus mal wagen könnten. Oder anders gesagt: Sollten meine Eltern und ich wider jede Wahrscheinlichkeit tatsächlich noch einmal so nah beieinander leben, wäre nicht gesagt, dass dieser Zustand Tote fordert. Ich hoffe.

  • Nire Lurrari

    Euria izan nahi dut, baina...
    ur tanta bat naiz.

    Ich spamme einfach mal hier. Besser als anderswo.

    Dieses Lied hatten wir noch nicht, auch wenn dir, selbst andernfalls, es wahrscheinlich recht egal wäre. Du weißt nicht, was du verpasst. Du weißt es einfach nicht.

    Dieses Lied nun, Nire Lurrari, ist ganz wunderbar mehrdimensional. Oder könnte es zumindest sein; dafür wären ein paar Euskera-Kenntnisse hilfreich. Die fehlen mir, also kann ich nur spekulieren, ob es zumindest unter Herbeiziehen von künstlerischer Freiheit nicht möglich wäre. Nire Lurrari, "a mi tierra", aber doch irgendwo auch "a mi mundo". Oder nicht? Es wäre so wunderbar. Selbst wenn ich die ganze andere Bedeutungsebene nur da hineinhalluziniere, ist es wunderbar. Dafür ist Kunst doch da. Ein bisschen von sich selbst legt man doch immer hinein, wenn man versucht, etwas zu verstehen. Ich halluziniere mir einfach eine völlig reine, ideale zweite Bedeutungsebene in das Lied hinein und schwelge dann in seiner Genialität. Ja, dann... wäre es ergreifend. Ist es. Innocence in the ear of the beholder. Oder eher Kitsch in the eye of the beholder, aber meine Güte, ich liebe Kitsch. Ich bin Kitsch.

    Ehrlich gesagt habe ich in Ken Zazpi so unfassbar viel Vertrauen, dass ich sogar fast annehme, sie könnten es alles genau so meinen, genau wie ich es haben möchte.

    Und dann geht's aber los. Dann ist jedes einzelne Wort einfach nur wert- und wundervoll, und das Lied eins meiner (zuerst unterschätzten, aber bald in ihrer vollen Pracht wahrgenommenen) Zweiter-Blick-Favoriten des Albums. Wie praktisch der ganze Rest des Albums, ausgenommen die Erster-Blick-Favoriten, Noizbait und Itxaropena. Und ausgenommen Irailaren 14a, dem ich bis heute noch nicht so viel Ehrfurcht entgegenbringe wie dem Rest von Argiak. Vielleicht, weil ich einfach nicht verstehe, worauf es sich bezieht.

    Shit, ich hab' Hunger. Das nur als random Zwischenbemerkung.

    Schlafen? Einen Versuch ist es wert. Wecker klingelt in vier Stunden.

    Amestuz... Amestuz.

    Oh, wie schön es ist.

  • Zu viel Energie, und dazu Parabeln ohne Schokolade

    Drei Energy-Brausetabletten an einem Tag sind zu viel. Ich hab's nicht nur daran gemerkt, dass ich um 19 Uhr noch in der Arbeit saß und das Gefühl hatte, noch Stunden länger da sitzen und endlos weiter Tourpakete übersetzen zu können, wenn nur von irgendwoher auf magische Weise was zu essen erschienen wäre (von den zitternden Händen und dem leicht ruckartig angehauchten Denken, das ich so liebe, mal ganz abgesehen), nein, ich habe auch absolut kein Gefühl für die Uhrzeit und war ehrlich überrascht, als Laura mir eben sagte, es wäre kurz vor zwei.

    Na toll. Mein umwerfender Schlafrhythmus aus der letzten Zeit scheint also auch wieder hinüberzusein. Macht aber nichts; ich bin ja ab morgen (äh, heute) ein paar Tage bei Caro und werde da vermutlich auch nicht um halb zwölf schon aus den Latschen kippen wollen.

    Ich bin dankbar, ganz ganz doll, für meine Zeit. Trotz acht Stunden Arbeit (schon wieder!) bin ich momentan in der Lage, meinen Haushalt in Ordnung zu halten, mich hinzusetzen und zu skypen, mir schön was zu essen zu kochen, alles Privilegien. Wenn du ahnen könntest, was ich in den letzten paar Tagen für einen Putztick entwickelt habe. Ich habe in meinem gesamten Leben noch nicht so gründlich geputzt. Und oh, es macht so einen Spaß, in einem sauberen Haushalt zu wohnen. In einem aufgeräumten Zimmer zu leben. Sachen einfach zu erledigen, sofort. Ich töte jetzt auch Motten. In der alten Wohnung konnte man das eh vergessen, sie kamen immer, immer wieder. Da habe ich sie einfach gefangen und aus dem Fenster geschmissen. Aber nichts da in meiner neuen Wohnung. Hier werden sie gnadenlos vergast, die schrecklichen Dinger, die sich in Teepackungen versteckt mit ins Haus geschmuggelt haben.

    Mir fiel vorhin zum ersten Mal auf, wie für jeden Raum in einer Wohnung verschiedene Regeln gelten. Und zwar war ich dabei, eine Motte zu beobachten, die unschlüssig im Türrahmen zwischen der Küche und meinem Zimmer hin- und herschwirrte, und dachte mir, "wenn du Glück hast, fliegst du in mein Zimmer, dann bekommst du Gnadenfrist." Denn, wie mir dabei auffiel, ich würde sehr ungern nur in meinem Zimmer Insektenspray versprühen, in der Küche geht das jedoch problemlos.

    Ich mag mein Zimmer so gern, jetzt, wo es fertig ist.

    Neuer Termin für Internet ist der 8.9. - danke, Vodafone, so geht mir ein weiterer halber Arbeitstag durch die Lappen.

    Das, was ich die ganze Zeit denke, da. Das kann ich absolut knicken. Schlag dir das aus dem Kopf, Mensch, was tust du nur wieder. Lalalalala, ich hör' nichts. Wann, hab' ich vorhin überlegt, während ich die Tür zum Garten geputzt habe (und erstmal feststellen durfte, wie weiß sie eigentlich ist), ist etwas überhaupt eine Phase und wann ist es ein Ding? Oder besser Englisch, when is it a phase and when is it a thing? Da würde mir Google auch nicht weiterhelfen, egal wie langsam oder schnell es gerade lädt hier.

    Naja, ganz fertig bin ich noch nicht. Es hängen noch Haken auf Nägeln statt Schrauben. Ich muss mir einen Akkuschrauber kaufen, weil ich das für weniger Aufwand halte, als beim freundlichen Nachbarn zu klingeln und mir seinen auszuleihen. Vor allem kostet es weniger Überwindung. Geld hab ich ja. Mir müsste jetzt auch mal das Gehalt der letzten Monatsetappe überwiesen worden sein. Uff, was macht man denn mit so viel Geld. Ich weiß: Man gibt es für Zugfahrten aus, und für Akkuschrauber.

    Ich habe zwar meiner Mutter gesagt, dass sie mir die Allowance langsam mal streichen könnten, weil ich wirklich mehr Geld habe jetzt, als ich überhaupt brauche, aber sie wollte nichts davon hören. Sie meinte, wenn's mal knapp wird bei ihnen, könnten wir immer noch darüber reden. Das Mehr an Miete zahlen sie auch ohne groß zu fackeln, obwohl ich damals schon gesagt hatte, das würde ich dann übernehmen. Aber Strom und Internet, das immerhin. Ein kleines Stückchen in Richtung der finanziellen Unabhängigkeit. Bis ich die erreiche, muss ich wohl noch einen großen Teil des Kekses aufknabbern. Ich stelle mir nämlich gerade den Weg als einen Keks vor, den ich essen muss. Einen riesenhaften Keks aus dem gleichen Teig wie diese Chocolate Chip Cookies, nur ohne Chocolate Chips. Das hilft vor allem, um mir die Vorstellung schmackhaft zu machen. So wichtig ist es mir ja eigentlich nicht; da ist mir die Unabhängigkeit in anderen Bereichen wichtiger, aber ich weiß ja, wie viel Wert der Rest der Gesellschaft darauf legt. Und ich wäre wohl stolz, wenn ich es geschafft hätte. Andererseits hätte ich lieber einen Keks mit Chocolate Chips. Was mein Parabelgenerator da nur wieder für einen Aussetzer hatte.

  • Wenn Fliegen hinter Fliegen fliegen

    Fliege auf dem Bildschirm.

    Auf meinem Handgelenk.

    Robert hatte gestern einen unserer "Wie abartig schnell vergeht die Zeit?!"-Tage, was ihn zu Anfang unseres Gesprächs nicht zum allerfröhlichsten aller Gesprächspartner machte, aber das hat sich gelegt.

    Ich konnte Ewigkeiten nicht einschlafen und habe noch an Kepa-Pedros weise Worte gedacht - "Ich kann nie schlafen, wenn ich Kaffee getrunken habe." Und, wenn auch zu spät, um einem sarkastischen Kommentar Richtung "Oh nein, wirklich, sag an" zuvorzukommen, die Erweiterung: "Selbst wenn ich ihn mittags trinke." Das kommt mir bekannt vor.

    Fliege auf meinem Finger.

    Der sollte wirklich mal ein Zeichen des Euskal-Herria-berriz-verlassen-überlebthabens verlauten lassen. Vor allem nachdem ich gegen meine heilige Anti-Spam-Regel verstoßen und ihm sage und schreibe zwei Nachrichten hintereinander geschrieben habe. Der Arme, jetzt ist er wieder erstmal monatelang verkannter Expatriat.

    Fliege auf meiner Bettdecke.

    Morgen früh aufstehen. Bürgerbüro hatte zu. Darauf hätte ich auch vorher mal kommen können - Öffnungszeiten.

    Hilfe. Was ist da gerade runtergefallen?

    Fliege im Rundflug um meine Ohren.

    Anderes Handgelenk.

    Der Internetmensch kam nicht. Zumindest nicht, während ich zu Hause war - den ganzen Tag konnte ich ja auch schlecht hier rumhängen.

    Heute fiel mir auch eine Unterhaltung von Saskia und mir wieder ein. Februar irgendwan. Ich habe ihr von meiner Challenge erzählt, jeden Tag das Haus zu verlassen. Sie sagte ziemlich verwirrt, ob es nicht eigentlich der Normalfall wäre, jeden Tag aus dem Haus zu gehen. Als hätte sie mich nicht ein halbes Jahr lang in Vitoria erlebt gehabt.

    Und heute dachte ich dann darüber nach, wie unendlich lange ich schon nicht mehr einen ganzen Tag in der Wohnung war. Wie ich das überhaupt geschafft habe, mein Leben in meinem Zimmer zu verbringen. Manchmal gibt meine eigene Vergangenheit mir Rätsel auf.

    "Du da mit dem Pommeskopf, du da, du da", pflegte mein Vater mir früher in den Ferien zu singen, wenn ich es wieder einmal geschafft hatte, zehn Tage lang ungeduscht und ohne mich ein einziges Mal aus meinem Schlafzeug herauszuquälen im Haus herumzulungern. "Ist der Schlafanzug schon festgewachsen?"
    Was muss ich gestunken haben. Wahrscheinlich war ich einer der einzigen Menschen weltweit, der von seinen Eltern dazu aufgefordert werden musste, sich doch mal wieder duschen zu gehen. Und ich fand das kein bisschen merkwürdig. Ich habe einfach im Zimmer gelegen und gelesen und Musik gehört, kam gelegentlich raus, wenn ich zum Essen gerufen wurde, wurde aggressiv, wenn man mich ansprach, zerstritt mich mit schöner Regelmäßigkeit bis aufs Blut mit meiner Mutter über Banalitäten und kam mir nie sonderlich unnormal, depressiv oder einsam vor.
    Sie mir auch nicht.

    Is it just me, oder verbringe ich unfassbar viel Zeit damit, mich darüber zu freuen, welche Fortschritte in Richtung eines normal lebenden Menschen ich im Laufe der Zeit so vollbracht habe? Ich könnte stundenlang so weitermachen.

    Fliege auf dem Bildschirm.

  • Es gibt immer etwas zu sagen

    Morgen ist der Ausflug ins Bürgerbüro fällig. Um nicht zu sagen, überfällig. Wenn alles gut geht, werde ich meine Tasche vom Fundbüro wiederbekommen, dann meine Adresse im Perso ändern lassen und mich offiziell ummelden, dann herausfinden, was mit meinem (seit Wochen ausstehenden) Reisepass los ist, und auf dem Weg nach draußen gleich noch eine Rolle Gelbe Säcke mitnehmen. Effizienter kann man kaum ins Bürgerbüro gehen.

    Zum heutigen Tage gibt es so viel nicht zu sagen Es gibt immer etwas zu sagen. Ich habe acht Stunden gearbeitet heute, was mir ein enormes Gefühl von Produktivität vermittelt hat, und zwischendurch den Überrest von Peruaner-Pedros und meinem gestrigen Mittagessen verdrückt. Das zweite Mal im Leben Spätzle. Diesmal mit Sahne-Käse-Pilzsauce, die ich mir heute früh noch die Zeit genommen habe zuzubereiten.

    Es ist so angenehm, zur Arbeit gehen zu können, wann immer ich möchte. Ich wache auf, mache erstmal Musik an - gesegnet sei meine Stereo-Anlage; seitdem sie hier ist, haben sich meine Musikhörgewohnheiten schlagartig zum "Mehr" hin geändert - und hüpfe mit guter Laune im Haus herum. Trudi ist seit gestern wieder weg; ich werde die nächsten zwei Wochen die Wohnung wieder für mich alleine haben, was ich ungemein wunderbar finde. Nächstes Mal möchte ich bitte allein wohnen, das wär's doch. Trudi ist unordentlich und wirkt meinem seit Neuestem recht ausgeprägten Sinn für Sauberkeit und Ästhetik entgegen.

    Ich bin nur noch am Aufräumen gewesen in den letzten paar Tagen, sofern ich denn Zeit dazu hatte und nicht gerade in der Arbeit war. Es scheint jetzt so zu sein - entweder ich arbeite, oder ich unternehme etwas, oder ich räume auf. Das ganze tagelange Nichtstun ist auf ein Mal weg. Und sobald es sich wieder anschleichen möchte, so wie am Wochenende, hält mich irgendetwas davon ab. So wie im Fall des vergangenen Wochenendes Peruaner-Pedro (langsam habe ich schon den Eindruck, ich sollte ihn zum Default-Pedro machen, da der Kepa-Pedro momentan nichts von sich hören lässt), der es tatsächlich fertiggebracht hat, mich drei Mal an zwei Tagen aus dem Schlaf zu klingeln. Robert schlug mir vorhin vor, doch mein Handy nachts auf lautlos zu schalten, aber dafür lege ich zu viel Wert darauf, für jeden erreichbar zu sein, wenn irgendetwas sein sollte. Wenn ich schon immer sage, man kann mich zu jeder Uhrzeit anrufen und ich bin da.

    Aber im Fall des Peruaner-Pedros hatte das eben die unangenehme Konsequenz, dass Freitag Nacht um kurz vor eins mein Chill-Wochenende stilvoll eingeläutet wurde ("pero normalmente no duermes a estas horas!"), weil er dringend für seinen Urlaub Klamotten shoppen gehen musste und nunmal keine Ahnung hatte, 1) wie man das macht und 2) was wozu passt und 3) das Übliche eben. So durfte ich dann meine Beraterkünste zum ersten Mal im Leben an einem Mann ausleben, eigentlich gar nicht so unlustig. (Mit Peruaner-Pedro schon gar nicht.) Zu dem Vergnügen kam ich auch nur, weil Sarah, seine Bonita, die Glückliche, sich entspannt bei ihrer Familie in Lindau herumtrieb.
    Eigentlich bin ich ganz froh drum. Ich kam zwar um neun Uhr abends mit Kopfschmerzen und in einem halbtoten Zustand nach Hause (ich erwähnte), aber 1) es war wirklich lustig, 2) er hat mir Mittagessen ausgegeben und 3) was hätte mich denn sonst erwartet - ein ganzer untätiger Tag, wie überaus unmöglich in diesem meinem tatenvollsten Lebensabschnitt aller Zeiten.

    Morgen (inzwischen heute) wird dann wirklich erstmal ruhig im Haus verbracht, mit Grund: Es kommt gescheites Internet ins Haus. Dafür werde ich einen halben Tag lang auf den Internetmenschen warten, nämlich genau so lange, bis ich losmuss, um zur Abwechslung mal wieder meine foodsharerischen Pflichten zu erfüllen. Also hoffe ich für ihn, dass er bis 13.30 Uhr kommt.

    Zu früh soll er aber auch nicht kommen, sonst werde ich schon wieder von einem Klingeln geweckt. Wenn auch diesmal von dem der (wenigstens inzwischen funktionierenden) Haustürklingel. Vorsichtshalber werde ich jetzt mal versuchen zu schlafen, auch wenn der Kaffee in der Arbeit heute (äh, gestern) wirklich unnormal reingehauen hat und ich den halben Tag mit Panik und danach bis jetzt mit absolut wunderbarer Aufgedrehtheit und herrlicher Laune gelebt habe und eigentlich nicht einschlafen müsste jetzt. Aber versuchen kann man es ja mal.

  • Wahl oder nicht Wahl.

    Verdammt.

    Nichts da "verdammt". Was laberst du?

    Habe ich je erwähnt, dass ich meinen bescheuerten Fünfer-Tick komplett bekämpfen konnte? Es ging unfassbar einfach. Nach ein paar Wochen des bewussten Entgegensteuerns hatte ich schon gar nicht mehr das Bedürfnis, irgendetwas in Fünferschritten zu erledigen. Und das, nachdem das Alien in meinem Kopf mir jahrelang nicht erlauben wollte, irgendetwas nicht in Fünferschritten zu erledigen. Wenn das mit allem so einfach geht, könnte ich mich innerhalb weniger Monate vermutlich komplett von dem Alien befreien.

    Fiel mir nur gerade so ein. Das muss doch auch erwähnt werden, so ein Erfolg.

    Ich bin nämlich permanent am Kämpfen. Das ist auch der Grund, aus dem ich gestern geringfügig entsetzt war, als Peruaner-Pedro mir sagte, man müsse nur wollen, dann könne man seine Depression heilen. Und noch ein paar Sachen, die mich so fassungslos machten, dass ich ihm geradewegs ins Gesicht gesagt habe, dass er mich beleidigt. Er hat da unwissentlich einen Nerv getroffen, von dem ich keine Ahnung hatte, wie blank der eigentlich liegt. (Vielleicht so, wie der Ukumensch durchdreht, wenn man ihm sagt, er würde zu viel denken.) Aber er wusste einfach nicht, was er sagt. Er hat Sachen erlebt, die Andere in den Wahnsinn gestürzt hätten, und die darauf folgende Phase der Zerstörung und des Wiederaufbaus in sich als Beispiel genommen für Depression, eine, aus der er sich selbst befreit hat. Er wollte nur helfen. Er hat sich auf etwas bezogen, das seinen Ursprung außerhalb eines hormonellen Ungleichgewichts zwischen den Synapsen hatte. La diferencia entre los dos tipos distintos de depresión no la tiene presente. Er hat Ansichten, da schaudert es einem von Kopf bis Fuß, da werde ich nichtmal versuchen, mit ihm je wieder darüber zu reden. "La gente no tiene por qué ser pobre." Aber es hat seine Wurzeln alles in seinem Leben.

  • Exhileration

    Me encanta que me tengan confianza.
    A veces creo que para eso vivo.

    Für alles Weitere bin ich zu müde. Eigentlich fühle ich gar nichts. Vor lauter Müdigkeit. Wie müde kann man sein?

  • Einige erfreuliche Neuigkeiten

    Erstens. Es ist Wochenende. Ich werde nichts machen. Das ist so ungemein wertvoll.

    Zweitens. (Das wird die - obschon zweifellos hochgeschätzten, mit diesem Thema wohl eindeutig überschwallten - Leser weniger erfreuen, mich dafür umso mehr.) Nachdem sich meine Anlage nunmehr aufgebaut in meinem Zimmer befindet, habe ich angefangen, mal wieder meine CDs zu benutzen, mir im Rahmen dieses Projektes Ken Zazpis Atzo da bihar vorgenommen und zu meinem großen Erstaunen festgestellt, dass ich beträchtliche Teile der Lieder einfach verstehe.
    Wie unglaublich ist das bitte. Ich bin überglücklich. Zumindest Ken Zazpi-Vokabular habe ich also mittlerweile drauf.

    Drittens. Tasche ist aufgetaucht. Stein vom Herzen, ich sag's dir - und ich kann mein unermessliches Glück mal wieder nicht glauben. Es scheint alles noch drinzusein. Inklusive CDs, Häkelnadel und - ja - auch meinem Geldbeutel. Dienstag habe ich Zeit, sie abzuholen. Bei der Gelegenheit kann ich mich auch gleich mit meinem frisch zurückerstandenen Perso ummelden gehen, bei der Gelegenheit gleich auf selbigem meine Adresse ändern lassen und meinen ebenso frisch zurückerstandenen Reisepass gegen meinen neuen eintauschen. Das wird ein lustiger Nachmittag im Bürgerbüro.

    Viertens. Ich habe vorhin mit Susmita geredet. Sie ist zwar gestresst und erkältet, aber hört sich halbwegs positiv an, was ihre Erfahrungen in Finnland angeht. Es tat gut, mit ihr zu reden. Wir haben Ewigkeiten telefoniert.

    Fünftens. Am 2. September gibt's endlich ordentliches Internet.

    Sechstens. Ich scheine aus dem gröbsten Chaos rauszusein. Mein Zimmer ist fertig eingerichtet, ich habe schon anfangen können, ein bisschen im Garten zu werkeln, bin regelmäßig, aber nicht übertrieben viel in der Arbeit und fühle mich wohl mit meinem Leben. Daniel fährt nächste Woche nach Spanien runter, sodass die Euskera-Stunden vorerst wegfallen (an sich ja nicht die beste Nachricht aller Zeiten, aber immerhin bringt mir das einen Vormittag mehr Zeit und Ruhe), und Sarah geht Mitte des Monats nach Bolivien, was mir zwar (ebenfalls nicht erfreulich, natürlich) eine meiner liebsten Personen hier für geraume Zeit wegnimmt, aber andererseits auch wieder Ruhe und Zeit verschafft. Ich hoffe, es diesen Sonntag endlich mal wieder zum Foodsharing-Treffen zu schaffen.

    Siebtens. Meine Medis wirken grandios; ich fühle mich ziemlich gut und habe weder Katastrophenstimmung noch übermäßig oft Panik. So muss das sein. Auch wenn die Euphorie von vor dem Absetzen nicht mehr da ist, aber das ist ganz in Ordnung so. Das hat mich auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt, die Aktion. Da bin ich nicht so gerne, aber es ist auch besser, als jeden Bezug zur Realität zu verlieren. Schätze ich.

    Achtens. Menschen schreiben mir. Ich habe nie das Gefühl, dass niemand an mich denkt momentan. Und ich verbringe so viel Zeit außerhalb von Facebook, dass gar nicht erst die Möglichkeit besteht, wie so oft alle drei Minuten vorbeizuschauen und dann von der leeren Inbox irrational frustriert zu sein. Dieses Gefühl ist so überflüssig. Mir wird gerade erst klar, wie viele Menschen sich dem wohl (so aktiv wie unbewusst) aussetzen, einfach indem sie viel zu oft ihr verdammtes Facebook checken, so, wie ich es auch mache, wenn Zeit dafür da ist. Wie sagte ich damals ergänzend zu diesem Video, "to the waiting, an eternity." (Ich vertrau' einfach mal darauf, dass ich das richtige Video erwischt habe - unser vorläufiger Router macht uns inzwischen manchmal selbst das Laden von Bildern unmöglich, von Videos gar nicht erst zu reden.)

    So sieht's aus. Das ist doch schön, das alles.

  • Writer's Eyes

    Uxue Apaolaza. Seitdem ich mit Daniel das eine Mal pro Woche einen ihrer Texte durchackere, habe ich wieder Ambitionen zu schreiben. Nicht beschreiben, blogmäßig, tagebuchmäßig, sondern so richtig, stilistisch wertvoll, kreativ, poetisch, metaphorisch, alles. Seitdem sehe ich die Welt wieder mit ganz anderen Augen. Schreiberaugen, könnte man fast meinen. Auf einmal erscheint mir jedes kleine Facettchen wie eine Inspiration. Da sieht man mal wieder, was für ein psychologisches Gefudel eigentlich das Schreiben ist. Was auch immer du schreibst, es ist nichts Besonderes; es war schon in aller Leute Augen. Alles, was du machst, ist eigentlich, zu schreiben, was jeder sieht, nur mit anderen Wörtern, welchen, die sie alle nicht sehen. Manchmal. Und manchmal ist es auch anders, und selbst das funktioniert.

    Ich habe einen atemberaubenden Satz heute hinbekommen in meinem privaten Euskera-Unterricht:

    "Allí se ven cosas que normalmente no se ven."

    Natürlich habe ich jetzt wieder vergessen, wie man das sagt. Han, normalean ikusten ez dituen gauzak ikusten da? Ditut? Dituzte? Oh je. Mein Kopf wird schwammig und fordert mich zum Schlafengehen auf. Es war auch nicht gerade der unanstrengendste Tag meines Lebens. (Aus Hamburg wiederkommen, Euskera, kurz nach Hause, in die alte Wohnung zur Vorabnahme, kurz nach Hause, eine Wand der alten Wohnung streichen, Zimmer und Terrasse zu Ende leerräumen, zum Zähringer fahren, Tasche verloren haben, zurück zur alten Wohnung, Tasche suchen (erfolglos), kurz nach Hause, zur Polizei mit Trudi und ihrem Bruder, nach Hause, EC-Karte sperren, Schokofondue mit Film (Charlie & the Chocolate Factory, was gibt es Passenderes) und ab ins Zimmer. Ruhe. Googlen, wie man mit wenig Platz im Kleiderschrank viele Anziehsachen unterbringt (Kopenhagen war erfolgreich). Schlafen.) Ade, gabon.

  • zaila da

    Es geht wieder besser. Mein gestörter Kopf scheint sich ein wenig beruhigt zu haben. Ich habe auch keinen Drang mehr zu heulen. Ich bin sehr müde (auch wenn es geschlagene zwölf Uhr war, als Pedro heute an meine Terrassentür klopfte, um mich nach Hause zu transportieren), aber das musste doch noch mitgeteilt werden.

    Ich hab' mich gerade in diesem Lied wiedergefunden.

    Hätte ich daran gestern gedacht, wäre nichts Gutes dabei herausgekommen.
    Ich bin verwundert, weil ich mich immer einsamer fühle, obwohl ich immer weniger auch nur dazu komme, für mich alleine Zeit zu verbringen. Hoffentlich spielen mir die Medis keinen Streich; nicht dass sich meine Wahrnehmung wieder verzerrt.

    Am meisten verwundert mich das Gedicht von Kepa-Pedro. Genauer gesagt seine Akkuratheit. Es ist Wort für Wort so akkurat, dass ich damals unwillkürlich das Bedürfnis hatte, mich dazuzustellen, zu dem sehr einsamen Mädchen im Garten hinterm Blumenbeet. Es ist schon ziemlich merkwürdig, wenn über dich solche Wahrheiten geschrieben werden, dass du nach über einem Jahr erst feststellst, wie wahr sie waren. Und nicht aufhörst, dich zu wundern.
    Wenn ich wieder wach und zurechnungsfähig bin, schau ich mir das Ding nochmal an. Danke, Facebook, für unendliche Verlaufspeicherung.

  • Es que la madre de José me está volviendo loco.

    Drei Uhr sechs. Mich selbst verblüffende nächtliche Fluchtaktion in meine alte Wohnung: Check.

    Grund? Vermutlich bloß der, dass ich jetzt offenbar vollkommen durchdrehe.

    In meinem neuen Bett liegen Sarah und Peruaner-Pedro, die irgendwann zwischen der zweiten Hälfte von Dead Poets Society und dem Lichtausmachen zu der Einsicht gekommen zu sein scheinen, dass sie sich gegenseitig wohl wirklich ziemlich gerne mögen. Von seiner Seite aus war das wenig überraschend, vor allem weil er mir ein paar Stunden davor noch im Auto selbst eröffnet hatte, dass er Sarah toll findet. Sie dagegen dürfte jetzt noch um einiges verwirrter sein als vorher.

    Um Sarahs Männerleben kurz zu skizzieren: Es gibt einen, den sie mag, aber es ist kompliziert. Dann gibt es einen, der sie vergöttert und mit dem sie sich zur Zeit eigentlich auch mehr oder minder "arrangiert" hatte - sie mag ihn zwar auch, aber ihre Begeisterung hielt sich von Anfang an in für mich Skepsis erregenden Grenzen. Jetzt gibt es noch einen, der sie mag; den mag sie offenbar auch. Uff.

    Ja, uff, ich sag's dir. Nun begab es sich heute, dass ich einfach unfassbar dramatisch gelaunt war und mal wieder meine entsetzlichsten Seiten zum Vorschein kamen. Üblicherweise werden die von Medikamenten übertüncht und das ist ganz gut so. Heute Abend hat das Tablettchen keine Anstalten gemacht, irgendetwas zu übertünchen. Pedros Geständnis mir gegenüber, dass er Sarah toll findet, hat mich volle Kanne umgehauen wie ein Schlag ins Gesicht. Nicht weil ich ihn selbst toll finden würde, einfach weil (oder zumindest lautet so meine eben auf der Wanderung hierher ausgetüftelte Theorie) ich es einfach nicht mehr aushalte, wie ringsherum Leute zueinanderfinden. Wie einfach es für sie ist. Wie Sarah alle paar Minuten jemanden abzustauben scheint in letzter Zeit, wobei mir zwei der drei Kandidaten zu verdanken waren. (Das Tragische ist ja vor allem.. ach, nee, lassen wir das.) Wie unmenschlich missgünstig ich bin. Caro hatte so Recht, als sie das damals sagte. Sie hatte so Recht.

    Ich kam mir dann in meinem Bettchen einen kleinen Tick wie ein Fremdkörper vor, konnte (ursprünglich Dead Poets Society-induzierterweise) nicht aufhören zu heulen und ganz bestimmt nicht einschlafen, so sehr ich's versucht habe (das Geflüster der beiden half auch nicht) und beschloss irgendwann, mich taktvoll aus dem Staub zu machen. Was nicht unbedingt einfach zu bewerkstelligen war in Anbetracht der Tatsache, dass die Aufgabe darin bestand, mich aus meinem eigenen Haus taktvoll aus dem Staub zu machen. (Wir hatten seit Freitag Abend ununterbrochen Zeit zusammen verbracht; das Sleepover in meinem zum Glück zumindest ausziehbaren Bett ging heute schon in die zweite Runde.) Ich hab' mich dann im Dunkeln mit meiner Decke bewaffnet aus dem Zimmer geschlichen, bin natürlich in der Küche erstmal geradewegs gegen irgendetwas auf dem Boden Befindliches geknallt und hätte die halbe Welt aufgeweckt, hätte diese denn vorher geschlafen, habe dann ohne Licht einen Zettel geschrieben, auf dem ich ungefähr die Situation erläutert habe, und mir unter dem Vorwand des Nichtschlafenkönnens den Computer aus dem Zimmer geholt, mit Sarahs Hilfe sogar. (Es ist immer noch Chaos in meinem Zimmer.) Und ab ging's, nach einer offenbar erfolgreichen Leise-Rausbewegungs-Aktion, ab nach Ehemals-Zuhause. Wie praktisch, dass ich diesen Monat zwei Zimmer habe.

    Und jetzt geht's mir besser. Whoa, ich musste so dringend allein sein, ich hab's nicht mehr ausgehalten da drin. Jetzt habe ich schon den Eindruck, dass ein halbwegs gesunder Geisteszustand wieder bei mir Einzug hält. Ich kann mich schon fast nicht mehr in die suizidal angehauchte Stimmung vor einer Stunde hineinversetzen. Das ist sehr gut.

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Hier übrigens mein anderer Blog, "Save the lettuce" - für Verwendung und gegen Verschwendung: http://aspestie.blog.de/

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