szmmctag

  • Neunundzwanzigster

    Überhaupt keine Lust zu schreiben. Ich muss aber schreiben, sonst bin ich später sauer auf mich.

    Gerade schreibe ich mit Kepa, und darauf habe ich zwar Lust, aber es hat auch so seine verwirrenden Züge. (Im wahrsten Sinne des Wortes, aber das ist jetzt konkret auf den Inhalt des Gespräches zurückzuführen und somit für die gesamte restliche Welt unverständlich).

    Ich kann nur vor mich hinstarren. Mir ist die Welt zu absurd im Moment. Ich bin nostalgisch und verloren und verwirrt auf einmal.

    Und müde. Oh, wie müde ich einfach bin.

  • Miau.

    Leider wurde das Nesselfieber, das mich seit Samstag Abend heimsucht, heute so schlimm, dass ich fast nicht wusste, wie ich in die Uni kommen sollte. Zum Glück war es besser, als ich erstmal dort war. Ich habe das 8.15-Seminar geschwänzt - wunderbar gemacht, letzte Stunde vor der Klausur schwänzen hat doch eh immer was, erst recht, wenn's dasjenige Seminar ist, das der Prof leitet, bei dem du BA schreiben willst und den die Klausur dementsprechend nicht allzusehr entsetzen sollte.

    Naja. Aber dafür habe ich bis um die 12 geschlafen und kam mir endlich mal nicht mehr so sehr wie ein Zombie vor. Sanskrit wieder unvorbereitet überlebt, in Euskera kurz aufgeblüht und dann ab nach Hause, wo ich mich todesfertig daran machte, mein lang geplantes Semmelknödel-im-Glas-Projekt in die Tat umzusetzen und nebenher etwas zu essen. Wurde Zeit; der Mensch ist halt nicht dazu gemacht, auf der Basis eines mickerigen, aus einer Banane und einem Löffelchen Schokoeis, Wasser und Milchpulver bestehenden Shakes über den ganzen Tag zu kommen.

    Gestern hat sich ja noch alles Mögliche Schöne ereignet. Ich habe nach einem wenig fruchtbaren Gespräch mit Mama über meine Lage (wer hätte es gedacht; was hätte da auch Anderes als eine totale Katastrophe rauskommen sollen) mich dann schnellstens auf zu Moritz gemacht, bei dem ich dann immerhin noch eine knappe Dreiviertelstunde Zeit hatte rumzuhängen. Und das war wirklich schön. Chrissi, sein Mitbewohner, war auch da, und während wir auch nicht dazu kamen, die Thematik anzuschneiden, war ich einfach nur total glücklich, dasein und mich so unkompliziert und erfüllend mit diesen beiden lustigen, lieben Zeitgenossen unterhalten zu können.

    Natürlich war ich ein kleines bisschen zu spät zurück - Peruaner-Pedro rief mich vom Parkplatz vor meiner Haustür aus an, da war ich noch nichtmal beim Bahnübergang unten vor dem Berg. Die von der Tafel sagten mir, als ich sie eine Minute danach anrief, dass sie absolut nichts dahatten, das ich hätte abholen müssen, und mit dieser Nachricht begrüßte ich Pedro, der mir daraufhin vorschlug, doch einfach ein bisschen zusammen um den Bodensee zu fahren. Gesagt, getan. Er hatte auch ein paar Sachen auf dem Herzen, aber den Großteil der Zeit verbrachten wir natürlich mal wieder mit meinem Kram. Und natürlich schaffte ich es nicht zu Türkisch um viertel nach drei, vielmehr fand ich mich irgendwann in Pedros Zimmer vor einem gigantischen einfarbigen Spiralenpuzzle wieder, an dem wir in ungefähr einer Stunde ungefähr fünf Stücke weiterkamen (und uns darüber nen Keks freuten). Dann wollte Pedro containern gehen - es geschehen noch Zeichen und Wunder. Natürlich ließ ich mir das nicht zweimal sagen - Containern mit dem Auto, gibt es etwas Luxuriöseres?
    Der richtige SuperGAU kam dann aber, als wir nach an sich schon recht erfolgreichem Beutezug noch zu Sarah fuhren und mit ihr zusammen unsere letzte Station anpeilten. Ich glaube, ich habe selten in meinem Leben so einen Fang gemacht wie gestern. Das war nichts Anderes als völlig absurd. Also, mein Kühlschrank, Gefrierfach und begehbarer Kühlschrank aka Bereich vor unserer Gartentür sind jedenfalls gut gefüllt.

    Irgendwann war dann endlich alles fertig und ich habe

    ...war ich dabei zu schreiben, dann tauchte ein unfassbar niedlicher bekiffter Ryk eine Stunde früher als erwartet bei mir auf und ich sah mich gezwungen, die Veröffentlichung dieses Eintrags auf später zu verschieben, genauer gesagt, auf jetzt.

    Er hat Trudi und Hannes kennengelernt und gleich mit ihnen gebondet, nachdem er feststellen durfte, dass die beiden auch zur Gattung der Graskonsumenten zählen und Trudi ihm natürlich gleich anbot, mit ihnen noch einen durchzuziehen. Ich hatte inzwischen schon die tiefgreifende Erkenntnis gehabt, dass stoned Ryk in etwa das Goldigste ist, das mir je unter die Augen gekommen ist, und war glücklich, dass er die Gelegenheit hatte, noch mehr von dem Zeug zu inhalieren. Wirklich, ich kam mir fast selbst vor wie auf Drogen, solche Lachflashs hatte ich gestern. Was für wunderbaren Schwachsinn er einfach redet. "Leg dich andersrum, bitte, mich überfordert dein Gesicht aus dieser Perspektive. Wirklich jetzt, du solltest dich umlegen. Also, ich will dich nicht umlegen, und du sollst dich auch nicht umlegen, aber bitte leg dich um!"

    Was ist noch passiert, abgesehen davon, dass ich augenscheinlich anfange, mich in meinen Freund zu verlieben, und das auf Basis von Gras? Hm. Vorhin rief mich Peruaner-Pedro an, um zu fragen, wann er bei mir vorbeikommen soll, und ich war todesverwirrt, weil wir überhaupt nichts ausgemacht hatten und er mir aber einreden wollte, wir hätten etwas ausgemacht, und da mein Verstand noch nicht wirklich dawar, habe ich sogar wirklich gezweifelt. Jedenfalls muss ich noch Maialens Probeklausur machen und herausfinden, was ich heute Abend tue, um Ryk bescheidsagen zu können, ob ich nach der Uni zu ihm komme. Daran sollte ich mich jetzt wirklich mal machen, bevor Pedro hier aufkreuzt.

    Das Nesselfieber ist immer noch da. Und es tut weh. Trudi hat mit ihrer Mutter geredet und mir etliche Ratschläge von ihr übermittelt, mir Medikamente aus Harz und Heilpflanzen zur Verfügung gestellt und mir Shea-Butter zum Einreiben gegeben, was wirklich lieb von ihr war.

    Und ich muss jetzt ganz dringend aufstehen und mein Kokosöl ausspucken, und das eigentlich schon seit mindestens zehn Minuten.

  • Klarkommen. Irgendwie.

    Wie durch ein Wunder hat mein Instinkt den Weg zu meinem fast vergessenen Allheilmittel gefunden. Ich sitze also Artwork hörend im Bett, bei geschlossenen Fensterläden - schon wieder einer dieser Menschen, die von Licht aufwachen und es daher vorziehen, in komplett dunklen Räumen zu schlafen. Nur dass Kepa letztendlich doch immer sagte, ich solle nicht extra noch rausgehen und die Dinger zumachen - damit hatte Ryk dagegen kein Problem.

    Ich habe das furchtbarste Nesselfieber seit vorgestern Abend. Das ist stressbedingt und ich hatte es davor nur ein einziges Mal, an meinem neunten Geburtstag nämlich. Damals, weil ich so aufgeregt war, dass ich Geburtstag hatte. Am Ende musste meine Mutter meine Gäste nach Hause schicken, weil ich in schrecklichen, juckenden Pusteln gebadet war.

    Panik, Panik. Und müde. Artwork macht mich ruhig, und die verbleibende Panik macht mich müde - ich will schlafen.

    Klausuren. In einer Woche. In einer Woche. WARUM?

    Okay. Haha, es wird immer noch absurder. Moritz, mit dem Sarah und ich Musik machen, hat mich grad spontan zu sich eingeladen, nachdem ich ihm sehr ungeplanterweise von meinem verwirrten Zustand berichtet habe (selber schuld, wenn er fragt, was ich treibe.. nicht wirklich, natürlich) - ein Mensch, den ich fast nicht kenne. Auf einmal tut er das. Das ist.. Gowai, das ist so unfassbar lieb von ihm. Ich seh's kommen, ich fang an zu heulen, wenn ich dabin. Oder so. Vielleicht ja nicht, zu hoffen wär's.

    Jetzt habe ich Artwork durch und somit Motivation, aufzustehen und mich fertigzumachen und zu Moritz zu fahren. Ja, dann werde ich das wohl jetzt mal tun. Peruaner-Pedro hab' ich gerade noch geschrieben, ob er immer noch heute mit zur Tafel will - das hatte er mir angeboten letzte Woche, da er ja gerade Urlaub hat und irgendwann auf die Idee kam, wir könnten doch mit dem Auto fahren, dann müsste ich mich nicht so kolossal abschleppen.

    PANIK. Ich will weiter Artwork hören. Aber ich kann ja mein Leben schlecht ab jetzt Artwork hörend im Bett verbringen. Auch wenn es wenig gibt, das ich lieber täte.

  • Sobrecargada. Pt. 2

    Und wie meistens, wenn dann tatsächlich mal was passiert bei mir im Leben, bin ich wieder zu überfordert, um überhaupt davon zu berichten.

    Aber das Überfordertsein dürfte man verstehen, wenn man bedenkt, dass ich mit einem polyamorösen, radikalen, hochintelligenten, Menschen wie offene Bücher lesenden, komplett zerstörten, manipulativen, eloquenten, lebenserfahrenen, charismatischen libertären Kommunisten geschlafen habe, der mich heute Mittag fragte, ob wir nun sowas wie zusammenseien, und natürlich nichts Besseres zu tun habe, als ihm das mehr oder weniger zu bejahen und mir seither den Kopf zu zermartern, wie ich es schaffe, da unbeschadet wieder rauszukommen.

    YAY.

    Natürlich muss der erste Mensch, der in meinem Leben ernsthaft die Absicht an den Tag legt, eine Beziehung mit mir einzugehen, ein polyamoröser, radikaler, hochintelligenter, Menschen wie offene Bücher lesender, komplett zerstörter, manipulativer, eloquenter, lebenserfahrener, charismatischer libertärer Kommunist sein. Natürlich muss er das. Was auch sonst. Das Leben scheint mir viel zuzutrauen, wenn es es nichtmal für sinnvoll erachtet, dass ich erstmal mit einer konventionelleren Beziehung anfange, mich an das Konzept zu gewöhnen. Nein, es schmeißt mich ins kalte Wasser. Ich glaube, das wird noch interessant.

    Angefangen schon damit, dass es durchaus hätte sein können, dass er genau heute Abend mit einer was hat, die vor zwei Wochen noch meinte, er wäre ihr zu alt, aber nun wohl doch nicht mehr. (Sie hat nun aber heute Abend doch keine Zeit, also wird das wohl heute nichts mehr.) Das wirklich Abstruse ist, wie egal mir das ist. Was in erster Linie daran liegen dürfte, dass mein Hirn mit der Gesamtsituation überfordert ist und einfach einen auf Vakuum macht, sowie daran, dass ich Ryk gegenüber, glücklicherweise, zumindest momentan keine Gefühle whatsoever hege, die über die Zuneigung einer Katze gegenüber ihres Menschen auch nur in Ansätzen hinausgehen. Danke, Leben, danke dafür. Ich danke dir aus ganzer Seele.

    Jetzt höre ich mein Summer, fummele an den leicht schmerzenden Spuren von seinen Killerbartstoppeln auf meinem Gesicht herum und finde das Leben abstrus.

  • Sobrecargada

    Und wie meistens, wenn dann tatsächlich mal was passiert bei mir im Leben, bin ich wieder zu überfordert, um überhaupt davon zu berichten.

    Aber das Überfordertsein dürfte man verstehen, wenn man bedenkt, dass ein polygamistischer, radikaler, hochintelligenter, Menschen wie offene Bücher lesender, komplett zerstörter, manipulativer, eloquenter, lebenserfahrener, charismatischer libertärer Kommunist an meiner von Blockaden und Komplexen gelähmten Person Gefallen findet und ich natürlich nichts Besseres zu tun habe, als darauf einzugehen und mir seither den Kopf zu zermartern, wie ich es schaffe, da unbeschadet wieder rauszukommen.

    YAY.

  • Maybe I'll sleep when I am dead.. Maybe.

    Ich habe so einen geisteskranken Schlafmangel, das ist schon nicht mehr schön. Diese Woche will es einfach nicht so hinhauen mit dem Schlafen; irgendwas ist doch immer. Gehen wir durch:

    Montag die ungeplante Diskussionsrunde bei Marie; um drei im Bett, um acht in der Uni.

    Dienstag Abend zuerst knappe drei Stunden mit Basti geredet (gegen Ende wurde ich zunehmend komatös) und dann nochmal bis halb drei mit Caro. Übelstes Komaskypen (was das Gespräch nicht unbedingt uninteressanter machte).

    Mittwoch Nacht mit einem linken Aktivisten aka frischgebackenem Motorsportjournalist auf dessen Couch gehangen und halbwegs erfolglose Bemühungen angestellt, seinen Redekünsten, seiner Offenheit und seiner Nähe standzuhalten und herauszufinden, was um alles in der Welt es eigentlich ist, das ich will.
    Um vier im Bett, um zehn nach neun mit dem Wachheitsgrad einer Leiche demselben Menschen die Tür aufgemacht, um ihn mit meinem Standardfrühstück zu verköstigen, dem mit Guaraná-Pulver angereicherten Bananenshake. Um elf in die Arbeit, was sich allein schon wegen des Gespräches gelohnt hat, das ich dort mit Sarah hatte. (Transparenz. Ich liebe Transparenz.) Und wegen des Essens, das uns Peruaner-Pedro vorbeibrachte. Der kocht momentan immer für Sarah, solange er Urlaub hat und nichts zu tun. So eine Seele von einem Mensch.

    Nun gleich ins Kino mit Lisa - nachdem ich die Verabredung gestern ja absagen musste dank meiner genialen Fähigkeit, Kalender zu checken, bevor ich mich anderweitig verabrede, um Lasagne zu essen und festzustellen, dass es ein polygamistischer Kommunist irgendwie auf mich abgesehen hat, und daraufhin Stunden damit zuzubringen, mich von ihm im Arm halten zu lassen, während sich in meinem todesverwirrten Kopf das altbekannte Drama abspielt und der Rest von mir derweil nichts Besseres zu tun hat, als in dem schieren Segensgefühl aufzugehen, das Caro zu erklären ich letztens noch so immense Schwierigkeiten hatte, hatten wir uns zuerstmal mit Rini auf Donnerstag geeinigt - heute - bis ihr dann einfiel, dass sie mit ihrer Mitbweohnerin ins Kino gehen wollte, und mir kurzerhand sagte, wir könnten ja dazustoßen, um uns immerhin diese Woche überhaupt noch zu sehen. (Und jetzt sag mal ehrlich, war das nicht ein Wunderwerk von einem Bandwurmsatz? Rekursivität, oh Allmächtigste der Allmächtigen, geheiligt werde deine Präsenz in der menschlichen Sprache.)

    Deswegen muss ich aber auch in zwanzig Minuten los, Scheiße. Das ist nicht gut; jetzt habe ich schon wieder die Stunde, die mir blieb, nicht zum Schlafen genutzt. Langsam wird es zu viel. Oder eher zu wenig.

    Nachdem wir im Kino waren, falle ich wie ein Stein ins Bett und schlafe drei Tage durch gehe ich zu Ryk und verdrücke den Rest Lasagne. Er meinte, ich solle doch einfach mit Lisa vorbeikommen, als ich ihm von meinen Kinoplänen berichtete, aber irgendwie fürchte ich, dass Lisa nicht mitkommt. Es wäre auch weird irgendwie, glaube ich. Jedenfalls wird es so lange wie heute Früh nicht werden, weil er morgen um sieben arbeitet und ich, glaube ich, ansonsten auch einfach mal bei ihm auf dem Couchtisch kollabieren würde oder sowas.

    Wenn ich nach Hause komme, falle ich wie ein Stein ins Bett und schlafe drei Tage durch werde ich erstmal mit Caro reden, der habe ich das nämlich versprochen und es wird ja bis dahin auch schon wieder mehr zu berichten geben. Immerhin sehe ich den Menschen dann gleich zum dritten Mal an einem Tag. Er ist wirklich ein ungeduldiger Mensch. Leider auf eine sehr angenehme Art. Gawd, ich bin doch furchtbar. Da bildet man sich sein halbes Leben lang ein, man wäre vor Attraktion ohne eindeutige Gefühle gefeit. Von wegen. Offenbar ist "Attraktion ohne eindeutige Gefühle", wenn ich nur welche auf jemanden ausübe, mein zweiter Vorname. Das kombiniert mit meiner grandiosen Selbstsicherheit und Lebenserfahrung, undramatischen Art und Einstellung zu zwischenmenschlichen Beziehungen ergibt ein wunderbar sinnvolles Bild. Oh, wie furchtbar es ist, ein Mensch zu sein. Man hält sich für was ganz unsagbar Tolles und dann stellt man irgendwann fest, man ist ein Opfer seiner allerrudimentärsten Bedürfnisse wie jede andere gowaiverdammte Kreatur auf diesem Planeten auch. Uff, welch ein Schlag ins Gesicht. Aber was eine Erleichterung auf der anderen Seite. Man müsste jetzt nur die conflicting Seiten seiner gespaltenen Innenwelt irgendwie dazu bringen, sich einander anzunähern, und hätte ein riesiges Problem weniger. Vielleicht ist Therapie wirklich gerade keine so schlechte Idee.

    Wenn ich dann irgendwann mit Caro fertigbin, falle ich wie ein Stein ins Bett und schlafe drei Tage durch rede ich noch mit Laura, wie sich soeben herausstellte. Uff, das wird immer schlimmer. Aber sein muss es trotzdem. Und wie das sein muss.

  • No Exception Pt. 2

    Ich bin ja immer mehr am Verzweifeln, weil mir die Motivation fehlt, meine Songs gescheit aufzunehmen.
    Natürlich fehlt mir außer der Motivation auch das nötige Know-How, aber dank meiner mittlerweile wieder gesenkten Ansprüche an mich selbst ist das nicht das primäre Problem.

    Offenbar gehe ich jetzt deshalb dazu über, Aufnahmen zu Youtube zu laden, die mehr zufällig entstanden sind als irgendwas sonst, roh, verstimmt, live, rauschend, spontan.. ohne großartige Qualitätsansprüche. Aber trotzdem gut, irgendwie. Gerade habe ich das Textvideo für No Exception fertiggestellt, das ging schnell und hat Spaß gemacht, und das Ganze mit einer Aufnahme unterlegt, die ich neulich gemacht habe, in einem seltenen Anfall von Gut-singen-können und Motivation, Dinge aufzunehmen.

    Mir ist ja mittlerweile aufgefallen, dass ich einige meiner Lieder wirklich gut finde. Destinations zum Beispiel, Summer, Reality can Wait. Und noch etliche, die du nicht kennen kannst, weil sie bisher nur in meiner eigenen Welt existieren. Our 100%, Book of Life, Mango Trees, Traveler, Strawberry Picker, Sometimes it's Hard to Open your Hand.. Ziemlich viele sogar. Ich bin nicht übel eigentlich im Schreiben, wirklich nicht. Ich muss nur an der Umsetzung arbeiten.

    Gerade stelle ich fest, dass ich erstaunlich viele der oben genannten Lieder dem Ukumensch zu verdanken habe. Ukumensch, ach, Ukumensch. Es tut mir leid; ich war völlig zerstört und musste einfach nur flüchten. Es kam mir nicht in den Sinn, du könntest dir vorkommen, als würdest du fallengelassen werden. Aus meiner Perspektive hattest du es dir so vollkommen selbst zuzuschreiben; du hast es so sehr drauf ankommen lassen, das ich mir nicht einmal vorgestellt habe, es könnte dir trotzdem nicht gefallen. Aber ich bin mir recht sicher, dass, being yourself, du meine Flucht ganz gut verkraftet hast. Und immerhin bleibt dir das Wissen, mal wieder jemanden fürs Leben geprägt zu haben. Das kannst du gut.

  • Lichtwissen und Nichtwissen

    So war ich also gestern vielerseits beschäftigt: Fürchterliche Mandelentzündung. Unmengen an Brot von der Tafel abgeholt, dabei Marie begegnet und mich spontan für den Abend mit ihr verabredet, Uni (ja! Ich war tatsächlich mal wieder bei Türkisch, man sollte es kaum glauben. Und ich kam sogar noch hinterher, auch wenn ich das r-Präsens bei Gelegenheit nochmal gründlich verinnerlichen sollte), spontanes Kochen und Essen mit Peruaner-Pedro und der noch spontaner dazugekommenen Sarah, dann schneite Rini rein, um sich was von dem abgeholten Essen zu holen, und dann ab zu Marie, wo ich bis kurz vor eins nicht wegkam, weil es einfach zu spannend war, mit ihr und ihrem Mitbewohner - Nik, auch ein äußerst interessanter Mensch, sozialfähig, intelligent und eloquent, so eine Mischung findest du nicht oft - über die Doku zu diskutieren, die Marie und ich soeben gesehen hatten, Am Anfang war das Licht.

    Nach vier Stunden Schlaf dann vorhin ab zu Sprachkontakt, was ein Akt. (Und was ein Reim.) Ich kam zwar zu spät, aber es grenzte für mich an ein Weltwunder, dass ich überhaupt dawar - noch dazu wach und aktiv im Kursgeschehen involviert, wie immer. Dieser Kurs gibt mir so ein gutes Gefühl. Hoffentlich wird die Klausur zumindest halb so gut, das würde mir schon reichen. Hauptsache, ich blamiere mich nicht komplett, dann kann ich die Bachelorarbeit beim Kaiser gleich knicken. Oh, welch ein Druck. Nicht dass mich das dazu bewegen könnte, schonmal anzufangen zu lernen oder derartig Abstruses. Why, oh why.

    Gleich zu Sanskrit. Unvorbereitet, natürlich. Wie ich das immer durchziehe, knallhart. Ich bin das konstanzerische Äquivalent zu Mamas allseits geliebtem Ex-Kommilitonen Benjamin. Schon hart. Aber immerhin studiere ich nicht Sanskrit, ich belege es nur.
    Und dann Euskera. Whoopie!

    Und später noch Probe bei Moritz. Ich habe keine Lust drauf und bin auch nicht überzeugt davon, dass ich Sarah heute schon wieder sehen will; momentan finde ich den Umgang mit ihr so schwierig, dass es mir fast schon lieber wäre, wir hätten noch weniger davon miteinander. Könnte an mir liegen oder auch nicht, zer dakit nik. Was weiß ich. Andererseits bin ich mit großer Wahrscheinlich nur auf emotionaler Distanz zu ihr, weil ich das Gefühl habe, sie würde mich selbst nicht mehr mögen. Nichtmal in Ansätzen. Sie weiß es vielleicht nur noch nicht. Wie tragisch, wenn Menschen sich so sehr verändern. Jedenfalls aber hieße das, hätten wir mal wieder einen Kontakt ähnlich unserem früheren, würde es vielleicht alles besser werden. Vielleicht, sag' ich. Zer dakit nik.

  • Fürchterlich.

    Wie schlimm es einfach heute ist. Wie furchtbar ich diesen Mensch vermisse. Genau den, mit dem ich ja doch nicht gescheit reden kann, wenn er da ist. Genau den, der es irgendwie fertigbringen würde, mich nicht festzuhalten, selbst wenn er hierwäre. Genau den, mit dem ich lernen könnte ich selbst zu sein, was ehrlich gesagt an diesem Punkt das Einzige ist, das ich gerne wäre, der aber sich selbst versteckt und mir so das Lernen gar nicht erst ermöglicht.

    Ich schwärme zu wenig, wenn ich verliebt bin. Was dazu führt, dass meine Vertrauten zwar bis ins kleinste Detail darüber bescheidwissen, was für schreckliche Dinge mir die Person (meist unwissenderweise) so alles antut, was für Verwirrung sie stiftet, was sie nicht versteht, was ich nicht verstehe... aber im Endeffekt kaum je erfahren, was mich dann überhaupt dazu bringt, sie zu mögen. Sie fragen auch nicht - wobei, das stimmt so nicht. Caro hat mich gefragt, warum ich Kepa mag, aber ich habe ihr nichtmal geantwortet.

    Vielleicht weil es in meiner Lage etwas Selbstzerstörerisches an sich hat, darüber nachzudenken. Und weil ich mir denke, das begreift man doch eh nicht, von außen betrachtet. Und es zeigt Schwäche, und das kann ich ja so super. Nicht. Und Selbstschutz ist es; wenn ich laut aussprechen will, was es genau ist, das mich so ungemein verletzlich macht, muss ich erstmal selbst genau darüber nachdenken. Wenn ich dann genau darüber nachgedacht habe, ist es felsenfest in meinem Kopf verankert. Und wenn ich es dann verliere, tut es dreimal so weh. Das, was man eh im Begriff ist zu verlieren, schaut man sich doch besser nicht extra direkt davor nochmal genau an.

    Am besten, man schaut es überhaupt nicht an. Es dringt ja so schon genug davon durch. Stellt sich die Frage, wo dann stattdessen hinschauen? Seine guten Seiten sind wie die Sonne, warm und leuchtend, und wie diese tun sie mir weniger Schaden an, wenn ich nicht direkt reinsehe. Aber wohin sonst sehen; seine Fehler sind Sterne - trotz all ihrer Zahllosigkeit kaum greifbar. Versuche einen einzelnen genau anzusehen, und es wird dir kaum gelingen. Sie erfüllen ihre Funktion nicht, die warnende, relativierende, die sie haben sollten. Da, wo mein objektiver Blick auf seine Fehler sein sollte, drängen sich auf engstem Raume die Überdosis Geduld, die unangebrachte Gleichgültigkeit, das bei Weitem zu stark ausgeprägte Verständnis, der altbekannte Drang zu helfen und vermutlich noch eine Portion Blindheit.

    Und wenn ich versuche, gar nicht erst bis nach innen vorzudringen, suche ich auch nur die Wärme in seinen Augen.

    Ich kann nichtmal behaupten, ich wäre gern weniger dramatisch. Im Gegenteil; ich wünschte mir, der Rest der Welt wäre es mehr.
    Noch mehr aber wünsche ich mir, er wäre nicht so ein Depp und ich könnte mehr ich selbst sein.

  • Pika-pi..

    So. Dann trinke ich mal schnell meinen Tee aus und wende mich wieder der Transkription von Caros Interview mit Jesse Michaels zu. Sachen gibt's, die gibt's gar nicht.

    Wenn ich noch zwei Punkte transkribiert habe, werde ich eine Pause machen und Ingwersauce herstellen und einkochen. In meinem Einkochautomat. (Oder Eikochautomat, wie Papa gestern zu unser beider Belustigung zuerst verstand.) Ich freue mich so unheimlich dadrauf, das glaubst du nicht..

    Ich habe inzwischen mit Kepa wegen Basti und Namibia geredet (geredet! So richtig mit Telefonieren! Es geschehen noch Zeichen und Wunder) und gestern Letzterem erstmal mitteilen müssen, dass das nichts wird. Er hat es mit Fassung aufgenommen, auch wenn er ein-zwei böse Bemerkungen gemacht hat in Richtung, mit der Einstellung könnte Kepa ohne Weiteres auch in Luxemburg leben. Dafür hat er sich allerdings ruckzuck entschuldigt, nachdem er gemerkt hat, dass mir das gar nicht so passt.
    "Sorry. Ich hab' grad nicht dran gedacht, dass du.. ja. Na, egal."

    Macht nichts. Ich würd's auch gern mal vergessen. Stattdessen träume ich Schwachsinn, wenn ich schlafe, und denke Schwachsinn, wenn ich wachbin, und bin eine einzige riesige Sammelstelle für Schwachsinn und Verwirrung und eine nicht enden wollende Ladung dieser völlig irrationalen Unfähigkeit, einfach mal aufzugeben, ein einziges riesiges Arrrgh.

    Nun aber gehe ich transkribieren und Sauce machen und weiter transkribieren und Unizeug prokrastinieren und mich daran erinnern, dass ich ein Leben habe, das ich auf gar keinen Fall verlieren werde, auf keinsten Fall, egal, was sich ein einzelner bedepperter Mensch zu tun oder eben nicht zu tun entschließt.

  • Wanda.

    "Egunak oraindik ez du argitu baina... oskarbi dago zerua."

    Nein, andersherum. Egunak argitu du orain baina hodeitsu dago zerua. Hodeitsu dago egun osoak.

    Ich bin müde, und das ist noch leicht untertrieben. Aber natürlich kann ich jetzt nicht schlafen, sonst bin ich ja tot, wenn ich nachher zu Lisa fahre. Und danach ist Probe mit Sarah und Moritz, also vorerst keine Chance auf Erholung von den Strapazen der letzten Nacht.

    Kepa hat mich angerufen, während ich in der Uni war. Wenn ich nur wüsste, was er wollte. Nachdem ich ihm gesagt hatte, dass ich gerade in Euskera sitze, hat er sich geweigert, es mir mitzuteilen. Er würde es dann später nochmal versuchen, sagte er. Ich habe ihn zurückgerufen, als ich rauskam, aber er ging nicht ran. Er macht mich noch vollkommen fertig macht mich dieser Mensch.

    Ich schlafe jetzt einfach trotzdem. Sei ich auch nachher tot. Containern muss ich auch noch; meine Eltern kommen morgen für ihren zweiwöchentlichen Großeinkauf in die Stadt, ganz nach Schweizer Manier, und natürlich möchte ich ihnen so viel es geht davon abnehmen. Dafür nehme ich sogar in Kauf, nach der Probe nochmal loszutingeltangeln, obwohl ich bis dahin wahrscheinlich komatös bin.

    Kepa schrieb mir eben, er wäre jetzt auf der Arbeit und würde mich später anrufen. Ich bin vollkommen verwirrt. Warum will er mich jetzt unbedingt anrufen, was ist denn los? Er ruft mich nie an, außer es ist etwas Dringendes. Organisatorisches meistens. Oder aber um mir zu sagen, dass ihm ich nicht über Facebook die drogendealerischen Tätigkeiten meines Hundes mitteilen soll. (Und daraus resultierte dann unser einziges, dafür aber vierstündiges Skypegespräch. Ich bin also mehr als froh, es doch getan zu haben.)

    Na wunderbar. Jetzt habe ich es tatsächlich geschafft und bin nunmehr paranoid, dass es was Fürchterliches ist und etwas mit Namibia zu tun hat, oder aber mit mir, oder noch schlimmer, mit Beidem, der absolute Super-GAU.
    Worst Case Scenario? Lass mich überlegen. Er hat wirklich irgendwas Unentschuldbares daran gefunden, wie ich den Luxmensch in unsere Reise einschleusen wollte. Oder allgemein irgendwelche negativen Gefühle mir gegenüber. Verachtung? Oder er ist sauer? Selbst die allerharmloseste Genervtheit wäre genug, um mich fertigzumachen. Allerschlimmstenfalls wäre er darauf aus, mich zu verletzen. Natürlich ist dem nicht so, zumindest wäre das niemals sein vordergründiges Ziel. Aber was weiß ich denn, ob es nicht zwangsläufige Konsequenz aus dem ist, das er mir zu sagen hat. Ach, keine Ahnung, ich habe einfach nur eine schwammige, undefinierte Panik, er könnte mich aus dem Fenster schmeißen.

    Haha, weißt du, am Ende ist es irgendwas total Stumpfes wie.. Aber mir fällt nichts ein, nichts Stumpfes, weswegen er mich anrufen sollte. Die ganze Zeit nicht bei Facebook antworten und dann auf einmal anrufen. ARGH.

    Mein Kopf ist unglaublich platt, habe ich das Gefühl, nach den drei Stunden Euskera. Heute war wirklich hart. Hart, aber gut, natürlich. Daniel hat ein paarmal im Hika mit mir geredet (was Sinn macht, weil wir ja dabeisind, ihn durchzunehmen, den Hika). Ich wäre fast geschmolzen. Irgendwas ist sehr, sehr verkehrt mit mir. Das darf man gar keinem erzählen, was ich für einen merkwürdigen Hika-Fetisch habe. Wie gut, dass kaum ein Mensch die Kunst des Hika beherrscht, sonst wäre ich leichte Beute für jeden, der mich in irgendeiner Weise instrumentalisieren möchte.
    Ich weiß, wer niemals erfahren darf, was es mit mir und dem Hika auf sich hat, Basti nämlich. Der würde auf der Stelle alles stehen und liegen lassen und sich daran machen, den verdammten Hika zu lernen - und er würde es schaffen - und dann würde er zeit seines Lebens nur noch Hika mit mir reden und ich müsste zusehen, wie ich es fertigbringe, nicht vollkommen wehrlos zu werden ob der Wirkung der Wörter. Es reicht ja schon, dass er anfängt, seine Facebooknachrichten mit simplen (aber nichtsdestotrotz effektiven) Wörtern auf Euskera zu versetzen. Verdammt sei mein Faible für diese Sprache, es sei verdammt. Ich komme mir wirklich vor wie.. hier. Schau. Language fetish at its best - wohl auf ewig eine meiner lebensdefinierendsten Szenen.

  • Sobredemandada

    Huch, warum ist es fast vier Uhr?
    Ich habe ewig mit Basti geredet, ihn über die Namibiaproblematik informiert und seinen Vorschlag, wir könnten uns einfach irgendwie demnächst mal alle zusammentun und feststellen, ob wir in der Konstellation miteinander klarkommen, an Kepa weitergegeben. Was Vernünftigeres hat diese Welt noch nicht gesehen, also wirklich, was für eine zivilisierte Reaktion. Ich bin beeindruckt.

    Nebenbei habe ich eine halbe Flasche Süßkirschlikör leergemacht (danke an dieser Stelle an Beccis Mom, die diesen produziert hat) und mich mit Ryk dem Aktivisten für Mittwoch zum Essen verabredet, da er offenbar den Wunsch hegt, seinem liebsten Busgeist der Welt Lasagne zu kochen. Ich habe das alles nur halb mitbekommen, weil ich betrunken war. Was ich dagegen sehr wohl gemerkt habe, ist, dass ich Mittwoch eigentlich mit Rini und Lisa zum Essen verabredet war, nicht dagegen (bis jetzt) mit Ryk dem Aktivisten. Schade auch. Ich habe dann erstmal Rini geschrieben, ob sie Donnerstag auch noch kann. Ich hoffe. Irgendwie scheint mir Ryk auch nicht gerade ein Mensch mit viel Zeit zu sein. Er schafft es ja kaum nur, zu schlafen.

    Gleich treffe ich mich erstmal mit Johanna vor dem Osiander an der Uni, um ihr mein Aufnahmegerät zu übergeben. Ich glaube, ich gebe ihr das HAG, denn mein Kleines möchte ich ungern hergeben. Und sei es auch nur für kurze Zeit. Dann muss sie schauen, dass sie sich Akkus organisiert; meine brauche ich auch selbst fürs AG.

    Hauptsache, ich schaffe es nachher aus dem Bett und erinnere mich an meine diversen Verabredungen.

  • Erfolglos manipulativ, mal wieder.

    Okay. Kepa möchte nicht, dass der Luxmensch mitkommt. Damit hätte ich nicht gerechnet. Jetzt bin ich leicht schockiert bzw. sitze leicht angetrunken rum, heule ein bisschen rum und schreibe weiter mit ihm und fühle mich merkwürdig. Das jetzt, das ist aber meine Schuld, und meine Einbildung noch dazu. Ich muss mir mal nicht auf den Schlips getreten vorkommen; wer weiß, wie er sich vorkommt. Ich meine.. ich habe vergessen, was ich meine. Ich bin.. ich weiß nicht, was ich bin. Das ist doch mal wieder typisch; jetzt fühle ich mich volle Kanne vor den Kopf gestoßen und war doch eigentlich selber diejenige, die mit etwas ankam, das durchaus kopfstoßerisches Potenzial hatte. Aber das ja auch nur, weil ich vorher von ihm gestoßen wurde. Eigentlich eher verstoßen, nicht wahr. Scheiße, jetzt ist mein Wein leer. Das war noch nicht genug. Längst nicht. Noch allerlängst nicht.

    Ich hab Robert angeschrieben, dass er mir mal helfen soll. Allein ihm das kurz zu berichten tat schon gut.

    Oh, ich rede jetzt gleich mit ihm. Der laut eigener Aussage staubaffine Kepa hat das gemacht, was er am besten kann - sich aus dem Staub nämlich - und deswegen kann ich jetzt Robert vollheulen.

    Und jetzt wirkt der Wein. Sehr fein, sehr fein.

    Edit: Das kam heraus. Ich bin mal wieder einfach nur dankbar für mein Leben. Und für die Existenz von Robert. Einfach weil.

  • Und mir geht's gut.

    Wein - maßvoll genossen - [...] erfreut den Menschen zutiefst durch seine große Kraft und Wärme.

    Sagte Hildegard von Bingen, nach der eine Straße in Oldesloe benannt ist. Zu Recht, muss ich sagen, allein für diesen weisen Ausspruch.

    Mir ist warm.

    Halbe Flasche und mir geht's wunderbar. Ach, irgendwann werd' ich doch noch zur Hobbyalkoholikerin.
    Als wäre ich das nicht längst. Und das Wunderbare ist, dadurch, dass ich mich trotzdem so selten nur betrinke, wirkt es so wunderbar. Wie gesagt, halbe Flasche und mir geht's gut.

    Ein bisschen habe ich mir diesen Dornfelder auch aufgemacht, um herauszufinden, wie es in meinem Inneren eigentlich aussieht. Ich meine, das ist meistens der Grund, aus dem ich mir Wein einverleibe.

    Ich höre so viel Ken Zazpi gerade. Selektiv. Haizea, Irudi Biluztiak, Kantu batekin. Itxaropena, jetzt. Ich wünschte, ich würde die Euphorie wieder fühlen, die dieses Lied früher mal bei mir hervorgerufen hat. Aber vermutlich habe ich zu viel Wein getrunken dafür. Ich bin taub.

    Nicht ganz. Ahots isila entzun...
    Auf Souletin wäre das jetzt "entzün". Falls jemand Lust hat, sich das mal anzuschauen oder anzuhören, gibt es diesen atemberaubend hippen xiberoanischen Radiosender namens Xiberoko Botza. Da klickst du rechts oben auf dieses über-goldige "entzün xüxenean" und kannst hören, wie französische Basken reden.

    Ich weiß nicht, ob es Sinn macht, sich französische Basken anzuhören, wenn man keine Ahnung hat, wie sich das Standardbaskische anhört, aber whatever. Höre es einfach trotzdem. Es kann nur deinen Horizont erweitern. Ich saß am Wochenende mit Kepa da und habe mich kaum mehr eingekriegt, weil ich das einfach noch nie gehört hatte und nicht auf die Niedlichkeit dieses Dialektes klarkam. Und keine halbe Woche später hat es mir schon richtig was gebracht, immerhin konnte ich den Hern Kaiser mitten während meines Vortrages darauf hinweisen, dass man in Xiberoa das <r> wie im Französischen ausspricht, und zwar extrem so.

    Jetzt bin ich endgültig überfordert, weil ich die ganze Zeit mit Basti über die Namibiaplanung schreibe und jetzt Caro wieder da ist und sagt, dass wir in 5 Minuten skypen können. Wuhu.
    Außerdem hat mir Ryk der Aktivist geschrieben, dem ich heute unfassbarerweise schon wieder im Bus begegnet bin. Dass es seinen Busgeist ja auch im Internet gebe. Ich würde ihm eigentlich gern zurückschreiben, aber bin wie bereits erwähnt gerade schon genug anderweitig mit Gesprächen ausgelastet.

    Ich bin dann mal weg.

  • Ein schneller Querschnitt durch den Moment

    Basti muss mit nach Namibia. Beschließe ich gerade einfach mal so. Wie unglaublich gemein ich bin - von Grund auf böse und manipulativ. Hoffentlich zur Abwechslung mal ansatzweise erfolgreich.

    Jetzt habe ich mir gerade impulsmäßig einen Einkochautomat bestellt. Oh glorreiche neue Zeiten, die da nun anbrechen werden. Hoffentlich.

    Langsam sollte ich mich fertigmachen, um gleich pünktlich bei Sofie zu sein. Ich habe leichte Panik und wenig Lust aufzustehen, aber was will man machen.

    Als ich Montag beim Rank war, habe ich ihm gesagt, dass ich mit dem Gedanken spiele, noch eine Therapie zu machen. Ich bin schon froh, dass ich das geschafft und mich nicht wie sonst von seiner beruhigenden Art dazu verleiten lassen habe, zu denken, es ist doch alles nicht so tragisch. Vielleicht kann ich, sollte ich das wirklich in Angriff nehmen, nochmal richtig auch an weniger prominenten Dingen arbeiten, die nichtsdestotrotz dafür sorgen, dass mein Lebensstandard nicht der ist, der er sein könnte. Ich hatte mir eigentlich vorgenommen, bis zum 17. Februar, wenn mein nächster Termin ist, eine Liste zu machen. Dann weiß ich zur Abwechslung auch während ich dort bin genau, was mich die letzte Zeit so beschäftigt hat.

    Heute ist es jedenfalls Panik ungeklärten Ursprungs. Argh, das soll weg.

    Ich mache mich am besten nochmal daran, für Maialens Kurs den Text auszudrucken zu versuchen; in letzter Zeit zeigt sich mein Drucker (bzw das Kabel) nichtmal mehr in Ansätzen kooperationsbereit und das ist eine furchtbare Tragödie.

    Ich habe jetzt Kepa mitgeteilt, dass der Luxmensch nach Namibia mitwill, auch wenn ich ihm eigentlich nicht schreiben wollte, da er, seitdem er Sonntag hier zur Tür raus ist, nichts hat hören lassen. Sollte er so weitermachen, muss ich ihn demnächst mal fragen, ob es nicht weniger awkward wäre, wenn er damit, mich aus dem Fenster zu schmeißen, bis nach Namibia warten würde.

    Als wenn. Natürlich schreibt er irgendwann. Ich kann ja keine Ansprüche stellen. Und zumindest macht es mir keine Panik mehr, dass er sich grad nicht meldet - Gowai sei tausend Dank, dass die Verhältnisse geklärt sind, sonst hätte ich seit Sonntag nur noch mit Hardcorepanik hier herumgehangen. Merkwürdiges Ding, so ein menschliches Gehirn. Falls es bei mir nicht doch ein Vakuum ist.

  • Egun luze bat.

    Heute war lang. Ist ein langer Tag, will ich sagen. Fing lang an, ging lang weiter.. was heißt lang. Ausgefüllt eben.

    Präsentation in Sprachkontakt heute war gut, trotz wenig Schlaf.

    Ich bin zwei Mal an einem Tag Ryk dem Aktivisten im Bus begegnet. Merkwürdig, wie man manchmal Leuten über den Weg läuft. (Ihm zumindest aber bald nicht mehr; ich habe heute erfahren, dass er nach München geht, um Formel-1-Journalist zu werden. Der Kapitalismus habe ihn mit Motorsport bestochen, war seine Aussage dazu.)

    Ich war nicht in Sanskrit (ist ja nicht so, als hätte ich gestern schon Türkisch geschwänzt, neein), habe aber dafür ein produktives Gespräch mit Mama über die Kepa- sowie die Luxmenschkrise geführt und über die vorerst noch hypothetische Kepa-Luxmensch-Krise, die auftreten wird, sollte es der Luxmensch irgendwie schaffen, bis Februar das Geld zusammenzubekommen, um mit nach Namibia zu reisen. Außerdem war ich nach Euskera noch außerplanmäßig in der Ringvorlesung über Mehrsprachigkeit, die heute von genau demjenigen Prof gehalten wurde, bei dem ich vorhabe meine BA zu schreiben. (Und bei dem ich heute Früh die Präsentation gehalten habe.) Ein wunderbarer Dozent, dieser Mensch.

    Aktivisten-Ryk hat mir gesagt, ich solle um 21.00 ins Contrast kommen, aber natürlich kann ich nicht hingehen. 1) bin ich todesfertig (zu früh aufgestanden und von der Wirkung des Guaraná ist nichts mehr übrig, wie auch, nach so vielen Stunden) und 2) ist heute ja Peruaner-Pedros Geburtstag und nachdem ich gestern mit Sarah diese wunderbare Schwarzwälder Kirschtorte gebacken habe, werde ich natürlich auch heute zum Feiern dasein. Oh verdammt, ich muss sein Geschenk noch einpacken. Ich habe ihm letztes Jahr noch bei Thalia einen Kalender mit Zitaten gekauft. Sowas mag er doch, inspirierende Worte.

    Ja. Das muss ich jetzt tun, und dann sollte ich los. Acht Uhr dasein kann ich glaube ich fast schon knicken, aber noch viel später muss es ja auch nicht werden.

  • zalantza ezinen olatua

    Ich habe soeben beschlossen, dass ich demnächst mal Haizea covere.

    Dann habe ich wider besseres Wissen versucht, meine durch zweimal dieselbe Kack-Krankheit in einem Monat voll und ganz enthornhauteten Finger dazu einzusetzen, besagtes Lied auf der Gitarre zu spielen, was sie mir ziemlich eindeutig nicht verziehen haben. Das tat weh. Sehr.

    Becci und Chris haben tatsächlich ihre Beziehung beendet. Wenn das nicht mal eine wunderbare Nachricht ist. Oh, und ich habe beschlossen, dass ich mit Becci und Janine in eine WG ziehe, falls das so hinhaut. Also, ich bin ja flexibel; jetzt müssen es nur noch die beiden schaffen, am gleichen Ort Arbeit zu finden.

    Passend dazu habe ich auch eben herausgefunden, dass ich meinen Master nicht in Winterthur mache.

    Und im Oktober fange ich mit meiner BA-Thesis an. Das habe ich zwar schon Freitag beschlossen, aber es passt gerade so gut in die Auflistung.

    Jetzt muss ich noch beschlossen bekommen, was ich von Kepa schon zu hören bekommen habe: 1) "um Himmels Willen, nicht warten". Und 2) "das Beste". Ich kann das Beste verlangen. Dann komme ich unbeschadet da raus.

    Ich muss ihnen allen wieder erlauben, Tingeltangel-Bob zu mir zu sagen. Und dabei nicht traurig werden. Ich werde ja mittlerweile schon traurig, wenn er es selbst sagt. (Kepa jetzt, nicht Tingeltangel-Bob.)
    Auch wenn es wirklich eine, äh, atemberaubend wunderschöne Tingeltangelbob-Frisur war, die er mir da gestern verpasst hat. Ein wenig rechtslastig vielleicht, aber sonst.. Schade eigentlich, dass wir kein Foto gemacht haben. Ich musste sie dann relativ bald unerlaubterweise wieder zerstören, als wir das Haus verlassen haben. Der Dönermann des Todes, bei dem wir Pizza gegessen haben, hätte bestimmt keinen rechtslastigen Tingeltangel-Bob bei sich am Tisch geduldet.

    Wie gut ich mich erinnere (Becci hat Recht; es ist mehr Fluch als Segen), wie er zum ersten Mal mit meinen Haaren gespielt hat. Obwohl ich betrunken war. Dabei habe ich so schnell immer Erinnerungslücken. Aber er hat mit meinen Haaren gespielt und Sarah wollte schlafen und wir haben alles Mögliche an baskischer Musik gehört und ich hing auf dem Boden und habe meinen Laptop umarmt vor lauter Dankbarkeit für die Musik. Er hat meinen Arm gestreichelt, so fast unmerklich mit einem Finger. Wahrscheinlich dachte er, ich kriege es gar nicht mit, so betrunken muss ich ausgesehen haben, wie ich da so hing.
    Dann haben wir geschlafen; am Morgen hat er kurz Sarah zur Arbeit gebracht, kam wieder und hat mir den Schal gegeben, den er mir aus Perú mitgebracht hatte (auf Anweisung - wobei ich nicht mit einem Alpakka-Schal gerechnet hatte), und wir fuhren in die Uni, wo er sich mit Rini treffen wollte. Simón kam auch noch dazu, und auf dem Weg zu meinem Kurs begegnete ich Daniel und warnte ihn schnell vor, es würde gleich ein verrückter Ex-Kommilitone von mir zu ihm in Literatura vasca kommen und ihn auf Euskera zulabern.

    Das war im Sommer, nach dem Deutschland-Brasilien-Spiel, das wir alle bei Sebi geguckt hatten. Und am Nachmittag hatten wir Bandprobe und ich bin Itxaropena singend durch die Küche von Sebis WG gewirbelt und habe meine gute Laune allen gegenüber damit begründet, dass ich zu viel Argiak gehört hatte. Sarah erzählte Sebi von meiner Laptopumarmungsaktion und Sebi meinte nur, es wäre doch Kepa-Pedro dagewesen, und wieso wir nicht den umarmt hätten.

    Und ich werde um die Zeit herum hier verkündet haben, ich hätte einen leisen Anflug eines Verwirrungsproblems. Wer hätte gedacht, zu was der leise Anflug ein halbes Jahr später mutiert sein würde. Ein Ansturm träfe es vermutlich noch am ehesten. Oder vielleicht eher Anfall. Oder doch Unfall? Unding? Ein Ding der Unmöglichkeit?

    Ezina ekinez egina.
    Das Unmögliche wird möglich, wenn man nur damit anfängt, es zu tun. Aber er sieht's nicht; er sieht's nicht und bekommt die Tür nicht auf.

    Es ist eine Schande, wirklich. So eine irrationale Kompromissbereitschaft bis hin zur Selbstaufgabe - was auch immer mit mir verkehrt ist, dass ich das nicht abstellen kann - aber das macht ja auch gar nichts, denn selbst das kleine fehlende Stückchen wird mir immer noch nicht entgegengekommen.

    Und es sollte doch langsam mal genug sein. Ich habe das Gefühl, als wäre ich am laufenden Bande daran, das Unmögliche möglich zu machen, nur um festzustellen, dass niemand daran interessiert ist, die Möglichkeit zu nutzen.

  • We've got no right to plan.

    Und irgendwie bin ich halt doch das Problem. Wie ich zu Caro gerade sagte (die gute Seele hat mir sofort vorgeschlagen, kurz zu skypen, sobald ersichtlich wurde, dass mir die Gesamtsituation mal wieder keine Freude bereitet), ich schaffe es nicht, ich selbst zu sein mit ihm. Ich bin viel zu wenig ich selbst; ich bin eine abgespeckte Version meiner selbst, mit der sich überhaupt nur abzugeben ich niemandem zumuten wollen würde. Ich passe mich ihm an und werde intransparent, und alles, was noch von mir übrigbleibt, ist so viele Meilen weit von dem entfernt, was ich eigentlich bin, dass ich mich einfach nur noch selbst beobachte und innerlich ungläubig den Kopf schüttele.

    Der Wert darin erschließt sich mir nicht - die Unfähigkeit, sich zu öffnen. Die Abstrusität in dieser Situation, nebeneinander auf dem Bett zu hängen und Youtube-Videos zu schauen und überhaupt immer irgendetwas zu brauchen, mit dem man sich beschallen lassen kann, weil sonst alles in Awkwardness versinken würde. So war es immer und so wird es immer bleiben, wenn er die Tür nicht aufbekommt, hinter der er sein ganzes Wesen so sorgfältig verstaut hat. Ich passe mich dem an und versuche, etwas, das nicht hinter Türen gehört, hinter Türen zu stecken, die ich nicht habe. Das kann ja nur schiefgehen. Und es geht wirklich schief; ich kann das einfach nicht. Im Gegensatz zu ihm, der unter diversen anderen auch diese Fähigkeit perfektioniert hat. Einfach nichts von sich zeigen und trotzdem eine Persönlichkeit zu haben, mit der man sich umgeben möchte.

    Was für ein Gammeltag. Ich habe nichts gemacht außer Schlafen, kurz aufstehen und Kepa beim Panikschieben zusehen, weil er gefailt hatte und zu spät loskam, frühstücken, mit Caro und jetzt gerade mit Janine skypen und eine leicht aggressiv angehauchte Trudi ins Haus lassen, die von ihren Eltern zurück nach Hause gebracht worden war und offenbar Schwierigkeiten hatte, die Tür aufzuschließen. Mal sehen, was da los ist. Wenn jetzt zusätzlich zu unserer Klingel auch noch die dazugehörige Tür kaputt ist, können wir ja bald einen Award für das besucherunfreundlichste Haus ever gewinnen. Kepa hab' ich gestern beim ersten Mal auch nicht gehört; der kam dann zwanzig Minuten später wieder, nachdem er sich erstmal noch in der Uni herumgetrieben und wichtige Telefonate geführt hatte. Was auch immer.

    Jetzt höre ich die fast schon verloren geglaubte Balkon-Aufnahme von Destinations Unknown und bin verblüfft von mir selbst. Und wie ich diese Zeit vermisse. Und Sarah. Ich bin jetzt gerade nicht wirklich glücklich. Soll auch mal vorkommen, ich weiß, aber lieber wäre es mir anders.

  • Drei Matratzen auf einem Stapel.

    Manchmal macht es mir Angst, wie schön die baskische Sprache ist. (Spätestens jetzt verdreht jeder, der mich kennt, nur noch genervt die Augen und macht sich vermutlich nicht mehr die Mühe, den Rest des Eintrags zu lesen. Ich kann es ihnen nicht verdenken, auch wenn ich ja selbst noch nicht weiß, was noch alles in dem Eintrag stehen wird und wie interessant es nicht doch noch werden könnte.)

    Es macht mir wirklich Angst, weil ich das Gefühl habe, über mich selbst die Kontrolle zu verlieren. Daniel hat heute ein paar Zeilen aus einem Gedicht rezitiert, von denen ich allerhöchstens ein paar Brocken verstanden habe, aber oh mein Gowai, wie schön es einfach nur war. So ging es mir ja auch damals mit Ilargia.

    Es macht mir Angst, weil ich das Gefühl habe, man könnte mich hypnotisieren, einfach indem man mir ein paar Wörter singt.

    Ich höre mal wieder Haizea, wen wundert's. Das ist dann immer wieder der Moment, in dem ich auf die Schönheit und Tragik des Lebens nicht mehr klarkomme.

    Heute war ich weiterhin vorbildlich und habe mein Zimmer so dermaßen gründlich aufgeräumt, dass es auf einmal doppelt so groß wirkt. Oh, ein bisschen umgestellt habe ich auch, sodass ich tatsächlich mehr Raum zur Verfügung habe. Mein Keyboard steht nicht mehr so platzeinnehmend in der Mitte des Raumes. Und Basti hat ja, als er hierwar (wann sonst.. manchmal denk' ich echt, mir haben sie irgendwann das Hirn amputiert), meine Gitarrenhalter in der Wand montiert; seitdem hängen meine Beiden einträchtig nebeneinander und ich habe noch mehr Platz hierdrin. Ist auch gar nicht so verkehrt, wenn ich ihn dann ja bald für eine Weile hier wohnen habe.

    Wir haben gerade noch recht lange geskypet. Ich bin froh über seine Kommunikationsfähigkeiten, die machen einiges einfacher. Weißt du, am liebsten würde ich mit ihm eine Selbsthilfegruppe aufmachen, in der wir uns nach Herzenslust darüber auslassen können, wie furchtbar es doch ist, wenn die gegenseitige Zuneigung zwischen zwei Menschen ungerecht verteilt ist. Aber das wäre ja auch wieder mies ihm gegenüber. Auch wenn er vorhin meinte, ich solle bloß kein schlechtes Gewissen haben. Dann hat er sich Bier auf die Hose geschüttet und wir sagten synchron "das arme Bier!" und ich verfluchte mich ein Mal mehr dafür, dass ich ihn nicht einfach gescheit zurückmögen kann. Er ist wirklich ein lieber Mensch. Ein guter Mensch, wenn auch vollkommen kaputt. Wahrscheinlich sogar für mein Beuteschema zu kaputt.

    Eine kleine Ecke habe ich mir zum Staubsaugen noch für nachher verwahrt; dann habe ich immerhin direkt eine Motivation, aufzustehen, dachte ich mir so. Wann der Kepatto hier agertut (bzw. aufkreuzt, um niemandem hier zuzumuten, meinen Euskera-Deutsch-Pidgin analysieren zu müssen - der kommt irgendwie automatisch im Zusammenhang mit Kepa), ist ihm offenbar unmöglich vorauszusagen (er sagte tatsächlich "unmöglich"), also rechne ich nachmittags mit ihm. Dementsprechend habe ich vormittags viel Zeit, um 1) zu schlafen und 2) weiter vorbildlich zu sein. Vielleicht habe ich ja bald im Haushalt alles aufgeholt, was mir an Vorbildlichkeiten in letzter Zeit so zu erledigen entgangen war, und kann mich der Uni zuwenden. Es könnte in Anbetracht der baldigen Azterketak (aka Klausuren) nicht schaden.

  • Vorbildlich.

    Ein Motivationsschub überrollte mich ganz unerwartet am Abend nach der Arbeit. Ich war gerade Wäsche waschen und dachte mir auf einmal, ich muss vorbildlich sein.

    Was für ein merkwürdiger Gedanke. Aber den restlichen Abend habe ich mit Haushaltsarbeiten verbracht und war dabei so produktiv wie ewig nicht mehr. Ein vorbildlicher Mensch würde jetzt..., fingen meine Gedanken an mich herumzukommandieren. Das haben sie gut gemacht. Ich war wirklich vorbildlich.

    Und weil die Motivation immer noch da ist, gehe ich jetzt vorbildlich früh schlafen, obwohl ich nachher um halb ein Uhr erst in der Uni sein muss.

    Ich habe vorgestern Abend (also was sich anfühlt wie gestern Abend, aber tatsächlich vorgestern Abend ist - Zeit, jetzt renn doch nicht so furchtbar schnell, ich komm' nicht hinterher) zum ersten Mal Musik von Glen und Markéta außerhalb des Once-Soundtracks gehört. Mir war auf einmal danach. Also hörte ich Strict Joy und fand darauf ein Lied. Mehr dazu aber wann anders, das würde hier jetzt nur untergehen.

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Hier übrigens mein anderer Blog, "Save the lettuce" - für Verwendung und gegen Verschwendung: http://aspestie.blog.de/

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